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Radolfzeller Tafelladen                                               "Das wenige, das Du tun kannst ist viel"

Markthallenstr. 16, 78315 Radolfzell 

Öffnungszeiten:                                                                                                                             

mittwochs und freitags von 10 bis 12:00 Uhr                                                                                       

Telefon mittwochs  und freitags von 8 bis 13 Uhr:  0152-03598310 

                                                                                                                                   

Ansprechpartnerinnen / Leitung:

Hildegard Gallenschütz,  Susanne Hiltner                                                                                                      

Für weitere Auskünfte zum Radolfzeller Tafelladen können Sie unter 07731/183310 anrufen.

Spendenkonto Radolfzeller Tafelladen:

Volksbank Konstanz-Radolfzell,

IBAN:  DE82 6929 1000 0226 6643 00     BIC: GENODE61RAD

BLZ  692 910 00,  Kontonummer:  226664300

Aktuelles: 

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Südkurier Radolfzell

27.06.2015 Ramona Löffler

Radolfzeller Tafelladen hat Nachschub-Sorgen

Thema der Woche:

Die Tafel bekommt weniger Lebensmittelspenden, aber hat mehr Kunden.

Flüchtlinge machen inzwischen ein Viertel der Bedürftigen aus

Ein Team ehrenamtlicher Helfer sorgt dafür, dass die günstigen Lebensmittel gerecht an die Bedürftigen verteilt werden (von links): Christel Leitz, Doris Reuter, Susanne Hiltner, Dieter Aulenbacher, Hildegard Gallenschütz, Peter Korb, Sylvia Patzelt, Liman Bütüe und Horst Langer.                  

Ein Team ehrenamtlicher Helfer sorgt dafür, dass die günstigen Lebensmittel gerecht an

die Bedürftigen verteilt werden (von links): Christel Leitz, Doris Reuter, Susanne Hiltner,

Dieter Aulenbacher, Hildegard Gallenschütz, Peter Korb, Sylvia Patzelt, Liman Bütüe und

Horst Langer.

Weniger Nachschub, mehr Nachfrage: Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Radolfzeller

Tafelladens ist es oft nicht leicht, den Verkaufsraum für die Öffnungszeiten herzurichten.

Lebensmittelspenden sind weniger geworden, da die Konzerne knapper kalkulieren. Aber

die engagierten Bürger tun alles, um die Waren so einzuteilen, dass möglichst viele Bedürftige

– oder alle – etwas bekommen. Sie packen Obst gerecht in Tüten ab oder machen aus

einem Viererpack Joghurt zwei Zweierpackungen.

Die Gerechtigkeit der Verteilung ist das oberste Gebot bei der Tafel. Dort ist jeder gleich,

egal ob er aus Deutschland kommt, Migrant oder Flüchtling ist. Bevor der Laden öffnet,

sammelt Horst Langer, der zum Team des Ladens gehört, die Berechtigungskärtchen

aller Wartenden ein. Er mischt sie gut durch. Dann dürfen die ersten fünf, deren Karten

oben auf dem Stapel liegen, in den Laden. Alle anderen müssen warten. Im Verkaufsraum

steht auf einer Tafel, wie viel Wurst, Joghurt und Käse jeder nehmen darf.

„Wir haben großzügige Spender“, erklären Hildegard Gallenschütz und Susanne Hiltner,

die den Laden leiten. Dennoch hat der Laden insgesamt weniger Lebensmittel als früher

zur Verfügung. „Wir hoffen, dass es nicht noch weniger wird“, sagen die beiden. Die Helfer

schauen nun, wie es weitergeht. Was sie machen, falls die Warenmenge weiter sinkt,

wissen sie noch nicht. Seit der Eröffnung des Tafelladens vor fünf Jahren hat sich die Zahl

der Kunden, die an einem Öffnungstag vorbeischauen fast verdoppelt. Damals waren es

knapp 30, jetzt sind es meist um die 60. Das Team der Tafel hat sogar 260 registrierte

Berechtigte, doch nicht immer kommen alle zum Einkaufen, wenn der Laden am Mittwoch

und Freitag von 10 bis 12 Uhr öffnet. Rund ein Viertel der Kunden sind Senioren, die eine

kleine Rente haben, ein weiteres Viertel sind Bürger mit Migrationshintergrund. Ebenso

viele sind Flüchtlinge und Asylsuchende. Ihre Zahl sei im vergangenen Jahr gestiegen,

erzählt Hildegard Gallenschütz.

Der 35-jährige Nihrio Sabber ist einer der Flüchtlinge, die regelmäßig im Tafelladen einkaufen

kommen. Er spricht momentan noch kein Deutsch, da sein Asylverfahren noch nicht

entschieden sei und Deutschkurse gebe es vorher nur für Flüchtlinge unter 25 Jahren,

erklärt er im Gespräch mit dem SÜDKURIER auf Englisch. Er stammt aus dem Irak und

kam vor rund vier Monaten nach Radolfzell. Hier wohnt er in einem Heim, in dem neben

Asylsuchenden aus seinem Heimatland auch Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern

leben. Nihrio Sabber ist dankbar, dass es den Tafelladen gibt. „Die Leute sind hier sehr

freundlich und hilfsbereit. Hier gibt es gute und günstige Sachen“, sagt er. Während der

35-Jährige sich sofort gut mit den Helfern im Tafelladen verständigen konnte, gibt es bei

anderen oft erst mal eine Sprachbarriere. Die Ehrenamtlichen erzählen aber, dass es nach

Anfangsschwierigkeiten oft gut funktioniere und sich alle über die Hilfe aus dem Tafelladen

freuen.

Das Tafel-Team seinerseits freut sich über jede Spende, die über die Anlieferung aus der

Tafel-Zentrale in Singen hinausgeht. So kommen manchmal Bauern und bringen Waren,

die die Helfer günstig an Bedürftige weitergeben können. Die Nachbarschaft sei auch

hilfsbereit, erzählt Susanne Hiltner. „Sie sehen die Schlange vor dem Laden und fragen,

was wir noch brauchen können.“ Ein älterer Herr mit Garten habe zum Beispiel auch schon

zehn Gurken für den Laden gebracht. Es habe auch schon Bürger gegeben, die sich statt

Geburtstagsgeschenken Geldspenden an die Tafel gewünscht hätten. Jede Spende hilft

dem Laden.

So funktioniert der Tafelladen

Berechtigung:

Wer über ein niedriges Einkommen/Rente verfügt, Arbeitslosengeld II oder

Wohngeld bekommt, einen Sozialpass hat, Flüchtling oder Asylbewerber ist

oder Grundsicherung bekommt, hat Anrecht auf einen Berechtigungspass für

den Tafelladen. Ein Mitarbeiter der Tafel sammelt zu Beginn der Öffnungszeiten

alle Berechtigungskarten ein, mischt sie gerecht und lässt zunächst die ersten

Fünf, deren Karten oben liegen, herein. Wenn diese Fünf eingekauft haben,

dürfen die nächsten rein .

Waren für den Laden:

Der Radolfzeller Tafelladen gehört dem Verein Singener Tafel an, zu denen

auch die Läden in Singen, Konstanz, Stockach und Engen gehören. Die meisten

der angebotenen Waren werden zentral in Singen verwaltet und von dort aus

verteilt. Mit Backwaren ist die Tafel immer am besten versorgt. Obst, Gemüse

und Waren für die Kühltheke variieren stark und manchmal gibt es wenig. Dinge

wie Nudeln, Reis und Zucker sind eigentlich stark gefragt, aber bekommt der

Laden nur sehr wenig angeliefert oder gespendet. Auch Sachen wie Waschmittel

und Shampoo würde sich das Tafel-Team für den Laden wünschen, doch diese

werden sehr selten gespendet.

Private Spenden:

Wer Lebensmittel spenden möchte, kann in den Öffnungszeiten (mittwochs und

freitags von 10 bis 12 Uhr) bei der Tafel vorbeigehen oder an diesen beiden

Tagen zwischen 8 und 13 Uhr unter (01 52) 03 59 83 10 anrufen. (löf)

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Der Radolfzeller Tafelladen hilft Bedürftigen beim Leben

Südkurier Radolfzell     13.12.2014     von Stephan Freißmann

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Thema der Woche: Auch fünf Jahre nach der

Eröffnung ist die Einrichtung des Vereins

Singener Tafel weit davon entfernt, überflüssig

zu werden.

 

 

 


Wer am Mittwoch- und am Freitagvormittag die Markthallenstraße entlang läuft, sieht im Hof eines

kleinen Gebäudes zwischen Polizeiposten und den neuen Wohnblocks auf derselben Straßenseite eine

Gruppe Menschen warten – die Kunden der Radolfzeller Tafel. Die meisten Menschen, die hier warten,

würde man nicht auf den ersten Blick als bedürftig einschätzen, sie haben offenbar gelernt, zurechtzu-

kommen. Öffnet der Laden, werden die Kunden in der Reihenfolge ihrer zufällig gemischten Berechti-

gungsausweise eingelassen. In Radolfzell hat man zudem den Luxus eines Warteraums, den es nicht

an allen Tafeln im Landkreis gebe, erklärt die Leiterin des Radolfzeller Geschäfts, Hildegard Gallenschütz.

Wie viel man wovon kaufen kann, ist begrenzt, damit die Kunden kurz vor Ladenschluss keine völlig leer

geräumten Regale vorfinden, das Kontingent schreiben die Mitarbeiter an eine Schiefertafel im Verkaufs-

raum.

Wenn man sich unter den Kunden umhört, stößt man auf Dankbarkeit: „Wenn es die Tafel nicht gäbe,

wäre es schwieriger, klarzukommen“, sagt beispielsweise eine Kundin. Eine andere pflichtet ihr bei:

„Ich bin froh, dass es den Laden gibt. Es wird ohnehin zu viel weggeworfen.“ Eine dritte Frau ergänzt:

„Hier kaufe ich teilweise auch Produkte, die ich im Supermarkt nicht anschauen würde, weil sie zu teuer

wären, zum Beispiel Käse.“ Hildegard Gallenschütz erklärt den Stand der Dinge.

Frau Gallenschütz, den Radolfzeller Tafelladen gibt es seit fünf Jahren.

Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Der Tafelladen wird gut angenommen. Eine Kundin hat uns zum Beispiel gesagt, dass sich ihre finanzielle

Situation deutlich verbessert hat, seit sie hier einkaufen kann. Da hat man das Gefühl, das Richtige zu tun.

Wie viele Kunden hat die Tafel in Radolfzell?

Derzeit haben 224 Personen einen Berechtigungsausweis. Dieser wird auf Grundlage von Papieren vergeben,

die die Bedürftigkeit bescheinigen, beispielsweise von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter. Auch den

Rentenbescheid nehmen wir zur Grundlage. Einen Berechtigungsausweis kann bekommen, wer laut diesen

Nachweisen als Einzelperson unter 1000 Euro Einkommen im Monat hat, bei mehr Personen im Haushalt

gelten höhere Grenzen.

Wie viele Bedürftige kämen im Raum Radolfzell dafür in Frage?

Laut älteren Zahlen, die wir einmal bekommen haben, träfen diese Kriterien auf etwa 1000 Personen in der

Kernstadt und weitere 300 in den Ortsteilen und auf der Höri zu.

Das sind deutlich mehr, als bei Ihnen einen Berechtigungsausweis haben.

Es gibt auch viele Menschen, die sich davor scheuen, in die Tafel zu kommen, vor allem ältere. Sie wollen

sich nicht dazu bekennen, arm zu sein.

Wie wird die Tafel von den Lieferanten angenommen?

Durchaus weiterhin gut. Unser Tafellager in Rielasingen sammelt die Ware im ganzen Landkreis ein.

Allerdings geht das Aufkommen bei den kommerziellen Lieferanten wie Lebensmittelmärkten zurück, zum

Beispiel weil die Lagerhaltung optimiert wird. Da sind wir sehr froh, dass wir auch einen Kreis von Privat-

leuten haben, die uns regelmäßig mit Warenspenden unterstützen. Aber der Anteil an Ware aus dem Handel

ist mit Abstand der größte.

Wer kommt zu Ihnen?

Das ist bunt gemischt. Wir haben alte und junge Kunden, Leute mit und ohne Migrationshintergrund.

Die Zahl der Asylbewerber steigt übrigens.

Wie hoch ist der Anteil Ihrer Kunden mit Migrationshintergrund?

Grob geschätzt würde ich sagen, dass etwa 100 Personen, die einen Berechtigungsausweis besitzen, einen

Migrationshintergrund haben. Der Anteil ist also deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung.

Als Leiterin der Radolfzeller Tafel stehen Sie offenbar hinter dem Tafel-Gedanken. Aber ist

es nicht eigentlich eine Bankrotterklärung des Sozialstaats, dass Tafeln notwendig sind?

Dass es die Tafeln geben muss, ist in der Tat traurig, da gebe ich Ihnen Recht. Allerdings kann man das

Auftreten der Tafeln nach meiner Einschätzung nicht mit einer bestimmten Entwicklung in der Sozialpolitik

verbinden. Es gab schon vor der Eröffnung der ersten Tafel Menschen, die mit sehr wenig auskommen

mussten. Die Tafeln hätte es also eigentlich schon viel länger geben sollen.

Hintergrund: Person und Einrichtung

Hildegard Gallenschütz kam im heutigen Kroatien zur Welt. Im Alter von einem Vierteljahr kam sie nach

Deutschland und lebte zunächst sieben Jahre in Oberfranken. Danach zog sie mit ihrer Familie nach

Gottmadingen. Seit zehn Jahren lebt sie in Radolfzell. Vor zehn Jahren habe eine Freundin die Konstanzer

Tafel aufgebaut, wobei sie mitgeholfen habe, erzählt Gallenschütz. Als vor fünf Jahren der Tafelladen in

Radolfzell gegründet wurde, wurde sie dessen Leiterin. Der Radolfzeller Tafelladen befindet sich neben

dem Polizeirevier. Vor der Tafel war dort der städtische Freizeittreff Quer klecks für Kinder und Jugendliche

mit Behinderung ansässig. Der Radolfzeller Tafelladen gehört zum Verein Singener Tafel. Zum Team

gehören zehn Helfer. Hauptsächlich werden dort gespendete Lebensmittel, deren Verfalldatum knapp

abgelaufen ist oder bald abläuft, an Bedürftige für wenig Geld verkauft. (eph)

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Lange Tafel am 28. Sept. 2014 auf dem Seetorplatz, gemeinsam mir der freien evangelischen Kirchgemeinde Radolfzell    

              

Blick auf die Lange Tafel                                          Hans Rohn von der FeG Radolfzell begrüßt                             Die "Schlegele Kings" spielen auf

 

Hintergrund:

Der Radolfzeller Tafelladen ist inzwischen der 5. Tafelladen im Landkreis Konstanz.

Rechtlicher Träger aller Tafelläden im Landkreis ist der Singener Tafel e.V.
Vor fünf Jahren wurde der Radolfzeller Tafelladen in der Markthallenstaße 16 eröffnet.

Das Gebäude wird uns von der Stadt Radolfzell kostenlos zur Verfügung gestellt.                                                             

Alle Helfer in Radolfzell arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.                                                                                         

Es engagieren sich dabei auch Menschen mit wenig Geld.                                                                                           

                                                                                                                                                                                                                           

Aufgrund von vielen Nachfragen aus dem Kundenkreis hat sich das Team vom

Tafelladen dazu entschlossen ab November 2011einen zweiten Öffnungstag anzubieten.                                                       

Die Tafeln treten dafür ein, dass weniger Lebensmittel vernichtet werden und dass

gute Lebensmittel an Menschen mit wenig Geld abgegeben werden.

Leider gibt es auch in Radolfzell eine große Zahl von Menschen, die zu wenig Geld für

ausreichendes und gesundes Essen haben.

Lebensmittelspenden sind die Voraussetzung für das Angebot im Tafelladen.

Das Team vom Tafelladen freut sich aber auch über Geldspenden damit die

Betriebskosten und erforderliche Investitionen abgedeckt werden können.

         

Ausgabe von Kundenkarten jeweils 1 Stunde vor Ladenöffnung

Wer kann Kunde werden?

Jeder Bezieher von Arbeitslosengeld II, der Grundsicherung oder Sozialhilfe erhält                                                        

automatisch eine Kundenkarte.

Die Gültigkeit der Kundenkarte ist auf ein Jahr begrenzt.                                                                                              

Entsprechende Bescheide über ALG II, Lohnzahlungen, Mieteinnahmen, Unterhalts-

zahlungen etc. müssen zur Einsichtnahme vorgelegt werden.

Kundenkarten erhalten Haushalte, deren gesamtes Nettoeinkommen nicht über

den folgenden Grenzen liegt:

Familienmitglieder            Nettoeinkommensgrenze
im Haushalt  
  

    (ohne Anrechnung von Kindergeld)                   

     1                                              1.000,- Euro
     2                                              1.300,- Euro
     3                                              1.500,- Euro
     4                                              1.700,- Euro
     5                                              1.900,- Euro
     6                                              2.100,- Euro


Ehrenamtliches Engagement für den Radolfzeller Tafelladen

Der Radolfzeller Tafelladen ist auf die Mithilfe von Einzelpersonen, Firmen

und Organisationen angewiesen.

Sie können

Bitte sprechen Sie uns an!

Natürlich können Sie uns auch mit Geldspenden unterstützen (siehe oben).