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Presse

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Singener Wochenblatt 23.05.2017 von Oliver Fiedler

Doppelt Gutes tun in Laufschuhen

Volksbank-Stadtlauf lädt zum Mitmachen am 9. Juli ein

Volksbank Stadtlauf

 

 

 

Singens OB Bernd Häusler

beim Start zur Premiere

des Volksbank-Stadtlauf im

letzten Jahr.

swb-Bild: of/Archiv

 

 

Singen. Wenn am Sonntag, 9. Juli, Singens OB Bernd Häusler keinen

Schirm als Schirmherr mehr braucht wie bei der Premiere des ersten

Volksbank-Stadtlaufs, ist sicher niemand böse. Denn dieser Tag kann

bei gutem Wetter eine wirklich denkwürdige Veranstaltung werden,

an der der Singener OB nach dem Startschuss auch mitzulaufen

versprochen hat. »Es ist großartig, was bei uns in Singen in den letzten

Jahren an attraktiven Sportveranstaltungen im wahrsten Wortsinne

auf die Beine gestellt worden ist. Und dazu zähle ich auch den Volks-

bank-Stadtlauf, dessen Schirmherrschaft ich auch in diesem Jahr mit

großer Freude übernommen habe«, sagte der beim Kick-Off für das

breitensportliche Großereignis, mit dem die Volksbank Schwarzwald-

Baar-Hegau nach dem sehr erfolgreichen Vorbild des Stadtlaufs in

Villingen, neben dem Spaß an Sport ihr soziales Engagement zum

Ausdruck bringen will.
»Für jede Runde, die hier auf dem rund 2,4 Kilometer langen Rundkurs

gelaufen wird, stiftet die Volksbank einen Euro, so dass zum Abschluss

der Veranstaltung zwei imposante Spendenschecks an den Verein

»Singener Tafel« und an das Kinderheim St. Peter und Paul übergeben

werden können«, so Volksbank-Vorstand Daniel Hirt. Bei der Premiere

im letzten Jahr kamen immerhin Spenden von 7.000 Euro zusammen,

was nun bei der zweiten Auflage lässig getoppt werden könnte. »Mein

Wunsch wäre, dass wir an diesem 9. Juli 1.000 StarterInnen und Starter

hätten«, sagt Daniel Hirt. Diesen Wunsch zu erfüllen, das ist für die Sport-

region Hegau sicher nicht schwer, zumal inzwischen auch richtig Bewegung

n das Anmeldeportal unter www.laufend-mithelfen.de kommt.
Mitmachen können übrigens alle, die mindestens eine Runde laufend oder

walkend bewältigen können. Die Strecke durch Stadtpark und Innenstadt

wird durch musikalische Unterstützung zusätzlich schmackhaft gemacht

und durch ein Publikum, das alle Teilnehmer anfeuert. Dabeisein ist alles.
Anmeldungen und weitere Infos gibt es über www.laufend-mithelfen.de

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Singener Wochenblatt 22.05.2017

Mittendrin, dabei und gemeinschaftlich

Südstadtfest »Markt der Möglichkeiten« mit etlichen Besuchern

Markt Möglichkeiten

 

Christian Siebold (rechts)

vom Siedlerheim freut sich

gemeinsam mit den Organisatoren

von »Markt der Möglichkeiten«

über den Zuspruch.

swb-Bild: ly

 

 

 

 

 

Ein bischen kleinstädtisches eigenes Flair bekamen die Besucher des

Südstadtfestes »Markt der Möglichkeiten« geboten, der auf dem

idyllischen mit hohen stattlichen Bäumen eingrenzenden Grundstück

der Singener Siedlergemeinschaft in der Worblinger Straße stattfand.

Rund 20 Vereine, Verbände und städtische Einrichtungen nahmen teil

und bekamen so eine Plattform sich kreativ zu präsentieren. Mirja

Zahirovic lobte das Südstadtfest, welches zum zweiten Mal stattfand.

»Hier kann man das Image der Südstadt aufwerten, man sieht was

es alles gibt und wo man sich auch engagieren kann«, bemerkte die

Leiterin des Nikolaus Kindergartens.

Möglichkeiten gab es in der Tat etliche: Egal ob Minigolfzentrum- bei

dem übrigens am Smstag, 22. Juli ab 14 Uhr der Südstadtpokal

gewonnen werden kann, Velo-Club oder etwa die Narrengemeinde

Blumenzupfer, das Angebot war durchaus vielfältig und so konnten

die einzelnen Gruppierungen ihre Arbeit und Ziele an diversen Markt-

ständen, der Öffentlichkeit vorstellen. Die Tanztruppe »colours of

dance« unter Leitung von Svetlana Frank-Gerdt begeisterte sämtliche

Zuschauer.

Das Fest ist ein Gemeinschaftsprojekt von »Stark im Süden« und

»Älter werden im Quartier«. Mit welchen körperlichen Einschränkungen

man im Alter konfrontiert sein könnte, spürte ebenso Bürgermeisterin

Ute Seifried nach ihrem Begrüßungswort in einem speziellen »Alters-

anzug.« Dieser simuliert diverse Handicaps wie steife Gelenke,

Nachlassen der Muskelkraft oder abnehmende Feinmotorik. Kurzum

die Bewegungen sind eingeschränkt.

Christian Siebold von der Siedlergemeinschaft konnte auf jeden Fall

zufrieden sein, das Fest gelungen, die immensen Vorarbeiten rentabel,

denn das Wetter spielte gut mit, wie auch der enorme Zuspruch der

vielen Gäste zeigte.

Ebenso zufrieden konnte sich Udo Engelhardt zeigen, denn etliche

AWO-Projekte wie Fahrradwerkstatt, Kinderchancen, Tafel, Lilje,

Tafelgarten, Projekt Perkos (arbeitslose Jugendliche) und Frühstücks-

angebote an diversen Südstadt-Schulen zeigte wie stark manche

Institutionen im Süden Singens aktiv sind.

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Südkurier Singen  09.05.2017

Singen Rotary-Clubs finanzieren Tafel-Transporter

Im Rahmen eines kleinen Festakts mit Beteiligung prominenter Politiker

wurde das neue Kühlfahrzeug auf dem Singener Heinrich-Weber-Platz

an die Tafeln übergeben.

Freuen sich mit vielen anderen über die Spende: Tafelvorstand Udo Engelhardt (9.v.r.), Abgeordneter Andreas Jung ((5.v.r.) und Singens OB Jürgen Häusler (10.l.). <em>Bild: Rotary </em><em>Clubs</em>

 

 

 

 

 

 

 

Über ein bisher einmaliges Engagement haben die Tafeln im Landkreis

Konstanz ein nagelneues Kühlfahrzeug erhalten. Sieben Rotary Clubs

und ein Rotaract Club aus der Region haben sich zusammengeschlossen,

um den Tafeln gemeinsam ein Lieferfahrzeug im Wert von 44 000 Euro

zu spenden – so eine Pressemitteilung der Clubs. Im Rahmen eines

kleinen Festakts konnte der neue Transporter im Beisein von dem

Bundestagsabgeordneten Andreas Jung, dem Singener OB Bernd Häusler,

der Bürgermeisterin Ute Seifried und dem Engener Bürgermeister

Johannes Moser auf dem Singener Heinrich-Weber-Platz an die Tafeln

übergeben werden. Mit dabei waren auch Rotarier der acht Clubs und

die Leitungen der fünf Tafelläden im Landkreis.

In seiner Begrüßung bezeichnete der Tafelvorstand Udo Engelhardt die

„coole Spende“ als einen Segen für die Tafeln. Das neue Fahrzeug wurde

dann auch vom Diakon und Präsidenten des Rotary-Clubs Radolfzell-

Hegau, Michael Dohm, für seine segensreiche Aufgabe zur Versorgung

der Tafelkunden im Landkreis Konstanz geweiht. Engelhardt machte die

Notwendigkeit des inzwischen sechsten Tafeltransporters ü deutlich. Die

Initiative dafür ging vom Präsident des Clubs A81, Peter Ibbeken, aus.

In einer Runde mit den zukünftigen Präsidenten der regionalen Clubs

wurde die Idee geboren, ein Fahrzeug vollständig mit rotarischen Mitteln

zu finanzieren und mit zwei weithin sichtbaren Logos zu versehen, dem

der Tafel und dem Rotarys, ergänzt durch das diesjährige rotarische Motto

„Rotary hilft Menschen“.

Damit wurde das erste gemeinsame rotarische Projekt realisiert, an dem

sich alle Clubs der Region beteiligt haben, konnte Peter Ibbeken mitteilen.

Dabei waren RC A81 Bodensee-Engen, RC Singen (Hohentwiel),

RC Radolfzell-Hegau, RC Konstanz, RC Konstanz-Rheintor, RC Konstanz-

Mainau, REC Bodensee International, RAC Konstanz-Kreuzlingen. Auch der

Distrikt hat sich beteiligt. OB Bernd Häusler bezeichnete den neuen

Transporter als einen Leuchtturm der Arbeit von Rotary.

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Singener Wochenblatt 02.05.2017 von Stefan Mohr

Gemeinsame »coole Sache«

Dank Rotary-Clubs neuer Tafel-Kühltransporter

Rotary Tafel

Dank der Spende der Rotarier können sich die Tafeln im

Landkreis über einen neuen Kühltransporter freuen.

swb-Bild: stm

Nur gemeinsam war dieses Projekt zu stemmen. Schließlich kostete

der fünfte Kühltransporter für die Tafeln im Landkreis Konstanz stolze

44.000 Euro. Doch angesichts von 100 Jahre Rotary Foundation

wollten die Rotarier der Region gemeinsam mit Rotary Kreuzlingen

ein besondere Spende aufbringen, wie Peter Ibbeken, Vorsitzender

der RC A81 Bodensee-Engen und Projektleiter »Kühlfahrzeug« bei

einer kleinen Feier am Samstag auf dem Heinrich-Weber-Platz erklärte.

Geweiht wurde der Transporter vom Diakon und Präsident von Rotary

Radolfzell-Hegau, Michael Dohm.

Der Vorsitzende der Tafeln Udo Engelhardt bezeichnete dies als sehr

schönes Ereignis, verwies aber auch auf die Notwendigkeit der non-

profit Organisation für Menschen mit wenig Geld. Die Anzahl der

Kunden der Tafel sei mit 4.500 weiter angestiegen. Die dortigen 164

ehrenamtlichen Mitarbeiter kümmerten sich darum, dass Lebensmittel-

spenden und die vielfältige Unterstützung diesen zu Gute komme, so

Engelhardt.

 OB Bernd Häusler erinnerte daran, dass Singen vor 20 Jahren eine

der ersten Tafeln in Südbaden gegründet habe und bedauerte, dass

es trotz der aktuellen wirtschaftlichen guten Lage immer noch so viele

Bedürftige gebe. Dies sei eine Verantwortung, die er weiterhin in die

Politik trage, versprach CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Jung,

der die Spende der Rotarier, als »coole Sache« bezeichnete.

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Singener Wochenblatt  01.05.2017  von Karin Leyhe-Schröpfer

Für Menschen mit kleinem Einkommen

Mitgliederversammlung der »Tafel«

Tafel Mitgliederversammlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Vorstandsteam der fünf Tafeln im Kreis Konstanz (v.l.):

Ute Knopf, Anita Hoffmann, Udo Engelhardt, Hildegard Gallenschütz,

Marie-Luise Schmautz, Willy Wagenblast, Margot Kammerländer,

Peter Korb, Richard Wiggenhauser.

swb-Bild: ly

Rund 25 Jahre nach Gründung der Tafeln, sollen diese immer noch

Bedürftigkeit lindern und Menschen in prekären Situationen Erleichterung

und Hilfe bieten. Was ursprünglich als "Notlösung" angedacht war hat

sich mittlerweile zu einer dauerhaften Institution etabliert. Allein in

Deutschland existieren rund 900 Tafeln. Eine davon ist die Singener Tafel.

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung in der Singener Tafel am Freitag-

abend informierte Udo Engelhardt der Bereichsleiter des AWO Arbeitslosen-

centers und zugleich Vorstand der Tafeln im Kreis Konstanz ist, über

Aussichten-Rückblick der im Verbund geführten Tafeln in Engen, Konstanz,

Singen, Stockach und Radolfzell.
Rund 4.500 Menschen im Kreis Konstanz beziehen Lebensmittel von Tafelläden.

164 aktive HelferInnen sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Aktuell besitzen in Singen 740 Menschen den Nachweis im Tafelladen einzu-

kaufen. "Viele unserer neuen Kunden sind Flüchtlinge. Je nach Kreisladen bewegt

sich der Zuwachs zwischen 20% und 65% bemerkte Engelhardt. Von 2015 bis

2016 kam es zu einer Kundensteigerung von rund 9%. Zufrieden zeigte er sich

bei den Zuwächsen von überregionalen Großspendern sowie den Einnahmen

aus den Pfandspendenkästen die in diversen Supermärkten aufgestellt sind.

Besondere Aufmerksamkeit bekam auch 2016 die Vesperkirche bei der in 2

Wochen rund 4.200 Essensausgaben stattfanden. Das Erntedankfest auf dem

Heinrich-Weber-Platz war ebenso ein Highlight. "Weiterhin ist der Mittagstisch

(70-90 Gäste) im Tafelrestaurant und der Lilje beliebt, wobei auch die Mitarbeiter-

Innen im Tafelgarten versorgt werden," so Udo Engelhardt.

Schatzmeister Willy Wagenblast berichtete von dem im Juni anstehenden

Bundestafeltreffen in Potsdam, bei der u.a. entschieden wird ob die Tafeln

bundesweit ein einheitliches und neues Logo erhalten sollen, welches dann auch

geschützt ist. "Es gab schon Namenspiraten und davon sollten wir uns

abgrenzen," bemerkte Wagenblast bevor es an die Gewinn-und Verlustrechnung

ging, zu der sich der Schatzmeister zufrieden zeigte.
Berichtet wurde zudem davon dass der Tafelladen in Konstanz mittlerweile

gekauft wurde und in Rielasingen eine Leichtbauhalle entsteht, da das herkömmliche

Lager aus allen Nähten platzt. Es ist zu erkennen dass der Tafelverbund im Kreis

Konstanz längst andere Dimensionen erreicht hat als zur Gründungszeit und ein

kleiner Vergleich mit einem mittelständischen Unternehmen angesichts des know-

hows, den Warenbewegungen und der Logistik angebracht ist.

Zufrieden berichtete Udo Engelhardt über die weiterhin gute Unterstützung von

Gastköchen oder von Hilfen durch Vereine, Kirchen und Firmen. Abschließend

wurde der Vorstand gewählt für den Tafelverbund im Kreis Konstanz.

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Singener Wochenblatt 29.01.2017  von Stefan Mohr

Vesperkirche als Gegengift gegen Extremismus

Bereichernde 2. Singener Vesperkirche gibt über 4.000 Essen aus

Vesperkirche Bilanz

 

Nach dem Abschlussgottesdienst

der Vesperkirche:

Im Gespräch Udo Engelhardt und

Singens Oberbürgermeister

Bernd Häusler (links).

swb-Bild: stm

 

 

 

 

 

 

Beim ökumenischen Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Lutherkirche

mit Harfenklängen von Elias Gabele konnten die Organisatoren ein positives

Resümee der 2. Singener Vesperkirche ziehen. Sowohl die bereichernde

Begegnungen über Grenzen hinweg – die meist vor Freude strahlenden

Gesichter der über 500 Mitarbeitern und zahlreichen Gästen – als auch die

Zahlen zeigen in ihrem Zusammenspiel, dass die 15 Tage dauernden

Vesperkirche ein einzig großes Fest gewesen ist. Oder wie es eine der

Helferinnen treffend formulierte, »ganz egal, was kommt, wir schaffen das«.

Udo Engelhardt von der mitorganisierten Singener Tafel hat die zweite

Auflage 2017 angesichts in der Welt herrschenden Egoismus und Gewalt

sogar wertvoller erlebt als im letzten Jahr. Denn für ihn ist sie ein »Gegengift

gegen Populismus, Nationalismus und Extremismus, da die Vesperkirche

Glaube, Humanität und Solidarität verkörpere. Oder wie eine der 13 Helferin

aus dem Bügelteam, das insgesamt in 50 Stunden 800 Schürzen bügelte,

es umschrieb, »Verkrumpeltes glattmache« und die Welt etwas besser mache.  

Dank der Hilfsbereitschaft von über 500 Helfern, die entweder einmal oder

viele auch mehrfach, fünf bis sieben Stunden Zeit investierten, konnten 2017

in der Lutherkirche insgesamt über 4.000 Essen an Gäste und 600 Essen an

Helfer ausgegeben werden. Dank 300 Kuchenbäckern konnte die Vesperkirche

zudem insgesamt 500 Kuchen servieren.

Erfreulich war die tolle Mitarbeit gerade auch von jungen Menschen, wie

Christiane Hofmann betonte. Unter den 31 Gruppen waren Pfadfinder,

Schulklassen, Auszubildende, Mitarbeiter verschiedenster Firmen, Gemeinde-

und Vereinsmitglieder wie etwa vom Lions Club Radolfzell-Singen, der mit

knapp 50 Mitgliedern am vergangenen Samstag das Serviceteam stellte.

Hervorzuheben ist zudem die Arbeit der 23 Spülhelfer, um in über 200 Stunden

bei Georg-Fischer Geschirr im Gesamtgewicht von 15 Tonnen zu spülen.

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Singener Wochenblatt  04.01.2017  von Stefan Mohr

MiteinanSder an einer Tafel

Tafelgäste freuen sich auf Vesperkirche

Vesperkirche Tafel Ein Gastmahl des

gegenseitigen

Miteinanders bietet

auch die Vesperkirche

2017 wieder

swb-Bild: stm/Archiv

 

 

 

 

 

Zum zweiten Mal lädt die Vesperkirche ab Sonntag, 15. Januar, alle

Bürger zum gemeinsamen Mahl in die Lutherkirche ein. Bis zum 29.

Januar werden an den 15 Tagen in der Singener Lutherkirche 300

Essen ausgegeben - Suppe, Hauptgericht, eines davon vegetarisch,

Kaffee und Kuchen für einen Euro. Ein wichtiger Bestandteil der Vesper-

kirche ist das Mitwirken der Singener Tafel. Wie im vergangenen Jahr

wird diese deshalb von 15. bis 29. Januar geschlossen sein. Zahlreiche

Gäste der Singener Tafel werden auch 2017 wieder die Vesperkirche

besuchen, erklärt Udo Engelhardt im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.

Denn eingeladen sind nicht nur die Bedürftigen – vielmehr ist es gerade

das Ziel der Vesperkirche, diese in die Mitte der Gesellschaft zu rücken,

wie Engelhardt betonte. 2016 seien in der Vesperkirche die Hälfte der

Gäste Menschen mit wenig Geld gewesen. Die andere Hälfte habe im

Schnitt sieben Euro pro Essen bezahlt, so Engelhardt.

Die Freude auf die Vesperkirche ist bei den Gästen der Singener Tafel

deutlich herauszuhören. Beispielsweise lobt Thomas Schrott das sehr

gute Essen und die nette Gesellschaft. Auch Maria hebt das besondere

Miteinander der Vesperkirche hervor: »Ich koche gerne zuhause, aber

ich esse sehr gern in Gesellschaft«. Auch Helmut König lobt die ausge-

zeichnete Atmosphäre und freut sich darauf, in der Lutherkirche

wieder Menschen von überallher zu treffen.

Die Tafel-Mitarbeiter werden als Team 2017 wieder an zwei Tagen

während der Vesperkirche mithelfen. Über das Jahr hinweg sei die Tafel

die Vesperkirche für Menschen mit wenig Geld, so Engelhardt. Die Tafel

am Heinrich-Weber-Platz ist täglich um die Mittagszeit gut besucht. Ein

Menü mit Suppe, Schnitzel, Pommes frites, Salat und Getränk kostet

1,80 Euro. Und selbst dieser geringe Unkostenbeitrag ist für manche der

Gäste am Monatsende noch zu hoch, bedauert Udo Engelhardt.

Wer noch einen Kuchen für die Vesperkirche spenden möchte, wendet

sich bitte an folgende E-Mail-Adresse vesperkirche-singen(at)web.de.

Spenden sind unter dem Stichwort »Vesperkirche« auf dem Konto der

Volksbank Schwarzwald Baar Hegau unter der

IBAN-Nummer DE 27 69 49 0000 0100 1001 00 erwünscht.

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Südkurier Singen 21.12.2016 von Christel Rosner

Singener Tafel lädt zum Weihnachtsessen ein

Ute Knopf (links) und Dalal El Bachir freuen sich auf den Heiligabend, an dem sie in der Tafel die Tische festlich decken werden. Die Singener Tafel lädt alleinstehende und einsame Menschen zu einem Weihnachtsessen ein.

 

 

 

 

 

 

 

Die Singener Tafel lädt einsame Menschen mit wenig Geld

wieder zum Weihnachtsessen am Heiligabend ein. Christen

und Muslime engagieren sich dabei gemeinsam.

Ute Knopf (links) und Dalal El Bachir freuen sich auf den

Heiligabend, an dem sie in der Tafel die Tische festlich decken

werden. Die Singener Tafel lädt alleinstehende und einsame

Menschen zu einem Weihnachtsessen ein.

Bild: Christel Rossner

Am Heiligabend gedenken Christen vieler Konfessionen in der Welt der

Geburt Christi. Der Abend wird als besinnliches Fest meist im engsten

Familienkreis gefeiert. Aber viele Menschen sind allein, so wie Viktoria.

Sie ist 74 Jahre alt und Witwe, sie sagt: "Was soll ich allein zu Hause?"

Lächelnd fügt sie hinzu: "Ich komme in die Tafel, da habe ich Gesellschaft,

und mir gefällt es hier. Und Heiligabend ist es besonders schön."

Die Singener Tafel lädt auch dieses Jahr wieder alleinstehende und

einsame Menschen mit wenig Geld am Heiligabend in das Restaurant am

Heinrich-Weber-Platz. "Wir stellen die Tische um, damit mehr Leute Platz

finden", weiß Udo Engelhardt aus den vergangenen Jahren, dass alle Plätze

belegt waren. "Sollten mehr Besucher kommen, werden wir auch die noch

unterbringen." bis zu 50 Gäste könne man unterbringen. Das Weihnachts-

menü mit mehreren Gängen spendet wie seit Jahren schon komplett eine

Singener Metzgerei.

"Wir haben großes Glück, dass unter unseren Mitarbeitern Muslime und

orthodoxe Christen sind, die hier die Tische festlich decken und das angelie-

ferte Essen servieren", sagt Engelhardt. Es gibt vorgelesene Geschichten

und gemeinsame Lieder. Acht Mitarbeiter werden im Einsatz sein, unter

ihnen Dalal El Bachir, die aus Ägypten stammt. "Für uns Muslime zählt der

Ramadan. Wenn der zu Ende ist, ist das für uns wie Weihnachten", verrät

sie schmunzelnd. Doris Simon von der Tafel kommt an diesem Tag sogar

sehr gern: "Hier habe ich nette Leute um mich rum, was kann man sich

Schöneres wünschen?" Ute Knopf ist seit sieben Jahren dabei, sie sagt:

"Unsere Kunden sind sehr dankbar, dass sie auch am Heiligabend zusammen-

sein können." Jeder, der kommen möchte, sei eingeladen.

Das Weihnachtsessen ist kostenlos.


Für Heiligabend lädt die Singener Tafel von 13 bis 16 Uhr in das Tafel-Restaurant

am Heinrich-Weber-Platz ein. Um Anmeldungen wird gebeten:

Telefon (0 77 31) 18 33 10

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Südkurier Engen 16.12.2016 von Jürgen Waschkowitz

Der Tafelladen Engen stößt an seine Grenzen

Der Bügerstiftung Engen unterstützt Arbeit des Tafelladens, aber es

werden noch dringend Sachspenden mit haltbaren Lebensmitteln benötigt

Freude im Tafelladen Engen: Herzlich bedanken sich (v.li.) Brigitte Ossegge-Eckert.und Beate Jörg (Mitte) vom Tafelladen bei Michael Ritter und Jürgen Stille von der Bürgerstiftung über die großzügige Spende..Bild: Jürgen Waschkowitz .

 

 

 

Herzlich bedanken sich (v.li.)

Brigitte Ossegge-Eckert und

Beate Jörg (Mitte) vom Tafelladen

bei Michael Ritter und Jürgen

Stille von der Bürgerstiftung

über die Spende.

Bild: jw

 

Erfreuliche Nachricht für den Tafelladen Engen: Die Bürgerstiftung Engen

spendete für die Auffüllung des Sortiments zu Weihnachten 1500 Euro.

Jede Spende ist nicht nur derzeit wichtig, denn die Tafel stößt beim

Angebot und beim Arbeitseinsatz der ehrenamtlichen Helfer an ihre Grenzen.

In einer kleinen Übergaberunde erläuterte Jürgen Stille, Vorstand der

Bügerstiftung, die Absicht der Bürgerstiftung. Beate Jörg, Koordinatorin

des Tafellandes in Engen, stellte die Arbeit mit den ehrenamtlichen Helfern,

die Besonderheiten und Probleme sowie den Alltag im Laden und die

Begegnung mit Flüchtlingen vor. "Der Tafelladen ist eine sehr wichtige

soziale Einrichtung, die viel Gutes leistet und gebraucht wird", erklärte

Jürgen Stille. "Gerne waren wir im Vorstand der Bürgerstiftung bereit, die

Arbeit zu unterstützen, damit sie gerade in der Vorweihnachtszeit ihr

Angebot erweitern und den bedürftigen Menschen ihr tägliches Leben

erleichtern kann." Die Bürgerstiftung wolle mit der Spende auch den

besonderen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer honorieren, betonte er.

"Wir wissen das zu schätzen", dankte Beate Jörg. "Wir werden von der

Singener Tafel zwar gut versorgt, ebenso auch von den Geschäften in

Engen mit frischen Angeboten. Allerdings brauchen wir zunehmend auch

weitere Produkte, wie haltbare Milch oder Teigwaren. Solche Angebote

können wir mit den Spenden zusätzlich anschaffen und unserem

dankbaren Klientel anbieten."

Derzeit hätten 77 bedürftige Menschen einen Berechtigungsschein,

erklärte Beate Jörg, "die entweder an einem oder an beiden Öffnungs-

tagen einkaufen kommen". Um eine gerechte Verteilung des Angebots

zu ermöglichen, ziehen die Kunden eine zufällige Nummer, nach der sie

aufgerufen werden. Außerdem achten die sieben Helfer am Laden darauf,

dass Einzelne nicht zu viel einkaufen, sondern auch die letzten noch bedient

werden können. Zusätzlich stünden die Helferinnen auch für Erklärungen

bereit. "Dieses Angebot brauchen wir auch besonders bei der zunehmenden

Zahl der Flüchtlinge, die bei uns einkaufen. Sie kennen die meisten Angebote

gar nicht, wissen oft nicht, was sie damit kochen können und fragen immer

wieder, was darin enthalten ist. Ganz wichtig ist zunehmend, ob Schweine-

fleisch verarbeitet wurde."

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Südkurier Singen 15.12.2016 von Karin Zöller

Erfolgreiche Aktion geht in die zweite Runde:

Vesperkirche in Singen startet wieder

Organisatoren und Sponsoren freuen sich auf die zweite Singener Vesperkirche, die vom 15. bis 29. Januar stattfindet. Nach dem großen Erfolg beim ersten Mal hoffen alle erneut auf zahlreiche Gäste in der zum Gasthaus umgebauten Lutherkirche. Bild: Karin Zöller

 

 

Die Lutherkirche wird ab

15. Januar für zwei Wochen

zum Gasthaus. Landesbischof

Cornelius Bundschuh hat sich

zum Eröffnungsgottesdienst

angekündigt. Aufgrund der guten

Resonanz und Nachfrage gibt es

dieses Mal mehr Plätze in des

Vesperkirche.

 

Hochmotiviert und voller Vorfreude blicken Organisatoren und Sponsoren

der zweiten Singener Vesperkirche entgegen. Für zwei Wochen – vom 15.

bis 29. Januar – wird die Lutherkirche im kommenden Jahr erneut zum

Gasthaus am Weg und damit zu einem Ort der Begegnung für Menschen

aus allen Schichten. Nach der positiven Resonanz bei der ersten Aktion

sollen nun gleich alle Kirchenbänke ausgebaut werden, um genügend

Platz für alle Gäste zu haben. Im Pressegespräch war die Erleichterung

spürbar: Die erfolgreich verlaufene erste Vesperkirche hatte auch

Befürchtungen ausgelöst, ob das Großprojekt ein zweites Mal gestemmt

werden könne. Umso mehr freute sich Andrea Fink, dass es gelungen sei,

auch die Finanzierung der zweiten Ausgabe mithilfe von Sponsoren zu sichern.

„Es kostet richtig viel Geld. Die Spenden werden gebraucht“, betont die

Pfarrerin der gastgebenden Kirche. Demnach engagieren sich nicht nur viele

Helfer und Sponsoren, die bereits beim ersten Mal dabei waren. Es haben

auch einige neue Unterstützer ihre Hilfe – finanziell oder durch tatkräftigen

Einsatz – zugesagt. Die Zahl der Helfer sei von 500 auf 600 gestiegen. B

esonders froh zeigten sich die Organisatoren über das neue Engagement

der Singener Firma Georg Fischer. Das Werk stellt für die großen Mengen

Geschirr Spülmaschinen aus der Kantine zur Verfügung.

Auch die Stadt sei ein wertvoller Partner, unter anderem beim Ein- und Ausbau

der Kirchenbänke und in vielen logistischen Dingen. „Ohne diese Hilfe könnten

wir das Ganze nicht stemmen“, sagt Andrea Fink. OB Bernd Häusler verkündete

eine erfreuliche Neuigkeit: „Wir unterstützen die Vesperkirche zusätzlich mit

rund 2500 Euro“, erklärt er. Diese Spende entstehe aus Reservierungsgebühren

vom Neujahrsempfang und die geplante Gage für die Dieter-Rühland-Band, die

darauf verzichte. Trotz Unterstützung etlicher Sponsoren würden weitere

Spenden gebraucht, sagt Willy Wagenblast, der für die Finanzen der Vesperkirche

zuständig ist. So seien zum Beispiel die Kosten in Höhe von 26 000 Euro für

täglich bis zu 300 Essensportionen, die im Haus am Hohentwiel frisch gekocht

werden, noch nicht ganz abgedeckt.

Udo Engelhard freute sich, dass die Hälfte der Gäste der ersten Vesperkirche

Bedürftige gewesen seien. Das Angebot sei von vielen Tafelgästen angenommen

worden. Auch alleinstehende Menschen, die sonst keine Kontakte hätten, seien

gekommen, erklärt der Vorsitzende der Singener Tafel. In Gesprächen sei oft

das gute Essen gelobt worden. „Das Wichtigste ist für viele Bedürftige jedoch

der Austausch, die Begegnung und vor allem Wertschätzung, die sie nirgendwo

sonst erfahren“, betont er. Mit Landesbischof Cornelius Bundschuh hat sich zum

Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 15. Januar, ein besonderer Gast angekündigt:

„Mit seinem Kommen will er ein Zeichen für die Vesperkirchen im Land setzen“,

erklärt Andrea Fink.

Die Vesperkirche

Die zweite Singener Vesperkirche findet vom 15. bis 29. Januar 2017 statt.

In der zum Gasthaus umgebauten Lutherkirche gibt es täglich von 11.30 bis 14 Uhr

ein warmes Mittagessen inklusive Getränken und Kuchen zum symbolischen Preis

von einem Euro. Zusätzliche Spenden sind willkommen. Die Vesperkirche ist ein

Gemeinschaftsprojekt, an dem sich die Stadt Singen, viele Firmen und Stiftungen

beteiligen. Die Organisation liegt federführend beim Arbeitskreis christlicher Kirchen

(ACK) und der Singener Tafel. Es werden noch Helfer und Sponsoren gesucht.

Informationen unter Telefon (0 77 31) 6 25 43 (Lutherkirche)

oder im Internet:www.vesperkirche-awo.konstanz.de

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Südkurier Singen 07.11.2016 von Gudrun Trautmann

Singen Vesperkirche geht in die zweite Runde

Hand in Hand arbeitet das Netzwerk für die zweite Singener Vesperkirche in der Lutherkirche. Pfarrerin Andrea Fink (hinten Mitte) stellt für die Aktion im Januar 2017 wieder die Kirche zur Verfügung. Bild: Gudrun Trautmann

 

Die Singener Tafel und die

Arbeitsgemeinschaft christlicher

Kirchen suchen Helfer und Sponsoren.

An zwei Wochen im Januar wird das

gemeinsame Essen zum Akt der

Solidarität.

 

 

 

 

Voller Vorfreude bereiten sich die Mitglieder des Ausschusses rund um

die evangelische Pfarrerin Andrea Fink und Udo Engelhardt von der Tafel

auf die zweite Auflage der Singener Vesperkirche vor. Wie im vergangenen

Jahr, als die Menschen zwei Wochen lang zum großen gemeinsamen

Essen und Austausch in die Lutherkirche strömten, will die Arbeits-

gemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) auch im Januar 2017 wieder Gäste

aus allen Bevölkerungsschichten bewirten. Getragen von dem außergewöhnlichen

Zuspruch der zahlreichen Besucher, hat sich trotz der zu erwartenden

Arbeit unter den Organisatoren eine große Euphorie verbreitet.

Immer wieder werden sie gefragt, wann es denn wieder so weit ist. Jetzt

stehen die Daten fest: Vom 15. bis 29. Januar wird die Lutherkirche jeweils

von 11.30 bis 14 Uhr zu einem großen Speisesaal. 300 Essen mit Vor- und

Nachspeise wollen die Veranstalter täglich servieren. Zwei Menüs stehen

täglich für einen Euro zur Wahl: eines mit Fleisch und ein vegetarisches. Das

Essen kommt aus dem Haus am Hohentwiel. 30 gespendete Kuchen werden

täglich verzehrt. "Das sind 4500 Kuchen in zwei Wochen", hat Karin Burger

ausgerechnet. Auch Christine Hoffmann rechnet und kommt auf bis zu 54

Helfer, die sie täglich im Einsatz braucht.

"Weil wir dem Ansturm im vergangenen Jahr anfangs kaum gewachsen waren,

haben wir uns entschlossen, diesmal alle Kirchenbänke auszuräumen", sagt

Pfarrerin Andrea Fink. "So entstehen 180 Plätze an Tischen." Doch bevor die

große Begegnung starten kann, bedarf es noch unzähliger helfender Hände.

Und natürlich jede Menge finanzieller Unterstützung von Sponsoren. "Rund

40 000 Euro werden außer den zahlreichen ehrenamtlichen Helferstunden

benötigt", rechnet der Kassenmeister Willi Wagenblast vor. "Im vergangenen

Januar haben sich 25 Firmen und viele private Unterstützer an dem Projekt

beteiligt." Für Oberbürgermeister Bernd Häusler, der die Einnahmen vom

Neujahrsempfang diesmal der Vesperkirche spenden möchte, ist das ein

großer Akt der Solidarität. Denn das Besondere an der Aktion ist, dass hier

Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, verschiedenen Religionszuge-

hörigkeiten und Nationen gemeinsam essen und über soziale Grenzen hinweg

miteinander ins Gespräch kommen. "Daraus sind Kontakte entstanden, die

heute noch positiv nachwirken", erklärt Udo Engelhardt.

Kontakte und Konten

Ohne Spenden und viele ehrenamtliche Helfer gibt es keine Vesperkirche.

Hier können sich Helfer melden:

Spenden können auf das Konto DE 27 6949 0000 100 100 100

bei der Volksbank unter dem Stichwort "Vesperkirche Singen" eingezahlt werden.

Helfer können sich zwischen dem 14. und 18. November zwischen 11 und 15 Uhr

unter der Telefonnummer (07731)12 691

oder per E-Mail unter: vesperkirche-singen@web.de anmelden.

Einsatzzeiten sind 8 – 10 Uhr bügeln; 10 – 15 Uhr Lutherkirche; 15 – 17.30 Uhr spülen bei Georg Fischer.

Kuchenspenden koordiniert Claudia Graf: graf.claudia@t-online.de

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Südkurier Singen 09.10.2016 Susanne Germann-Röhm

Tafel sagt ihren Helfern einfach mal Danke!

Gespendete neue Bühne hat sich beim Erntedankfest am Samstag schon bewährt.

Die Vesperkirche hilft beim Fest der Singener Tafel

Die neue Peter-Voncken-Bühne hat ihre Premiere beim Erntedankfest auf dem Heinrich-Weber-Platz bestanden. Auf der Bühne spielt gerade Christian Rösner mit seiner Old School Band.

 

 

 

 

Die neue Peter-Voncken-Bühne

hat ihre Premiere beim Erntedankfest

auf dem Heinrich-Weber-Platz bestanden.

Auf der Bühne spielt gerade Christian

Rösner mit seiner Old School Band.

Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

 

Die neue "Peter-Voncken-Bühne" hat ihre Bewährungsprobe beim

Erntedankfest auf dem Heinrich-Weber-Platz bestens bestanden.

Gleichzeitig war der Platz am Samstag auch ein Ort der schönen

Begegnungen mit anregenden Gesprächen und gutem Essen. Auch

wenn sich die Sonne nur wenig blicken ließ, hielten es die Gäste

gern aus.

Vor allem das Danke-Sagen lag Udo Engelhardt als Vorsitzendem

der Singener Tafel am Herzen. "Wir werden das ganze Jahr über

von so vielen Menschen unterstützt. Ohne dieses Netzwerk ginge

es gar nicht." Der zweite Schwerpunkt war die Einweihung der neuen

Bühne, die aus einem größeren Geldbetrag angeschafft wurde, den

Peter Voncken der Arbeiterwohlfahrt vermacht hatte. "Wir wollten

davon etwas anschaffen, was nachhaltig ist, denn Peter Voncken

hat sich immer sehr für soziale Gerechtigkeit eingesetzt,

so Engelhardt.

Thomas Stoffel und Tobias Wagner (sitzend von links), die bei der AWO ihren Freiwilligendienst machen, haben für das Erntedankfest einmal überlegt, wieviel ein Hartz-IV-Empfänger täglich fürs Essen ausgeben kann, um über die Runden zu kommen.

 

 

 

Thomas Stoffel und Tobias Wagner

(sitzend von links), die bei der AWO

ihren Freiwilligendienst machen,

haben für das Erntedankfest einmal

überlegt, wieviel ein Hartz-IV-Empfänger

täglich fürs Essen ausgeben kann, um

über die Runden zu kommen.

Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

 

Viele Weggefährten des vor einem Jahr verstorbenen Journalisten

Peter Voncken waren gekommen, um an ihn zu erinnern. Musiker

wie Christian Rösner, Michael Brauch und Andreas Rossatti nahmen

sich Zeit und spielten Hits, die Peter Voncken sicher gefallen hätten.

Auch Patrick Hellenbrand, Schauspieler des Theaters "Die Färbe"

zollte Peter Voncken mit einem Beitrag seine Wertschätzung. Aber

auch Cara Zedler stellte sich mit ihrer Gitarre ans Mikrophon und

sang aktuelle Hits.

Doch es gab auch Informationen. So hatten die beiden Freiwilligen

Tobias Wagner und Thomas Stoffel auf Anregung von Engelhardt

einmal überlegt, wie ein Hartz-IV-Empfänger, der pro Woche ungefähr

einen Regelsatz in Höhe von 32,21 Euro fürs Essen bekommt, die

Mahlzeiten zusammensetzen könnte. Da bleibt gar kein Spielraum

für Luxuslebensmittel, wie die Besucher an den beispielhaften

Zusammensetzungen auf den Tellern sehen konnten.

Auch die Vesperkirche half beim Erntedankfest auf dem Heinrich-Weber-Platz. Im Bild (rechts stehen) schaut Pfarrer Bernhard Knobelspies, wo er helfen kann, denn alle Gäste wurden an den Tischen bedient.

 

 

 

Auch die Vesperkirche half beim

Erntedankfest auf dem Heinrich-

Weber-Platz. Im Bild (rechts stehen)

schaut Pfarrer Bernhard Knobelspies,

wo er helfen kann, denn alle Gäste

wurden an den Tischen bedient.

Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

 

"Vor 20 Jahren habe ich als Berufsanfängerin gedacht, ob es wirklich

notwendig sei, dass es Tafeln gebe. Doch heute bin ich sicher, sie sind

sogar dringend notwendig", sagte Bürgermeisterin Ute Seifried in

ihrem Grußwort. Tafeln hätten trotz allem so viele positive Aspekte

gebracht und schließlich würden damit auch viele Lebensmittel vor

dem Wegschmeißen bewahrt. Pfarrerin Andrea Fink richtete ihr

Augenmerk darauf, dass solch ein Erntedankfest neben dem Danke-

Sagen auch immer dazu da sein sollte, seine Sinne zu schärfen.

Weil die Zusammenarbeit zwischen Singener Tafel und Vesperkirche

im Januar so gut angelaufen war, haben die Helfer der Vesperkirche

beim Fest gern mit den Tafel-Mitarbeitern an den Tischen bedient,

denn da ist inzwischen eine starke Verbundenheit gewachsen.

"Wir freuen uns schon auf die nächste Vesperkirche im Januar",

so Fink.

Die grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger erzählte eine

kleine Episode aus ihrer Kindheit. Mit sieben Geschwistern auf einem

Bauernhof aufgewachsen, sei es für sie als Kind immer etwas Beson-

deres gewesen, wenn sie und ihre Geschwister nach der Ernte, bei

der sie fleißig mithalfen, jeder fünf Mark, 500 Gramm Trauben und

eine Tafel Schokolade als Dank von den Eltern bekamen. "Das war

schon etwas ganz Besonderes damals". Sie und der Vertreter des

Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Süd-Württemberg, Peter

Fischer, gingen auf die Verteilungs- und Chancengerechtigkeit ein,

bei der viel Handlungsbedarf sei, damit die Armut, vor allem bei

Kindern und alten Menschen, nicht stärker ansteige.

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03.10.2016 Südkurier Singen Susanne Germann-Röhm

Eine große Tafel zum Ernetdankfest in Singen

Am kommenden Samstag gibt es auf dem Heinrich-Weber-Platz in

Singen eine langen Tafel. Die Singener Tafel lädt zum Erntedankfest

mit Programm auf der neuen Peter-Voncken-Bühne.

Willy Wagenblast, Udo Engelhardt, Reinhard Zedler und Andrea Fink(von links) freuen sich schon auf das Erntedankfest am kommenden Samstag auf dem Heinrich-Weber-Platz, diesmal mit besonders viel Programmpunkten.

Die Singener Tafel lädt für kommenden Samstag, 8. Oktober von 11 bis 16 Uhr

wieder zu ihrem Erntedankfest auf den Heinrich-Weber-Platz ein. Erstmals wird

dann die neue Festausstattung präsentiert und genutzt, die die Tafel zusammen

mit Arbeiterwohlfahrt und Caritasverband Singen-Hegau angeschafft hat.

Gemeinsam mit ihren Partnern, der Singener Vesperkirche, dem Arbeitskreis

Armut der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, dem DGB und der Stadt lädt

die Tafel die Bevölkerung ein, an der langen Tafel auf dem Heinrich-Weber-Platz

zu verweilen und ins Gespräch zu kommen. "Mit dem Erntedankfest wollen wir

auch aufzeigen, dass Menschen mit wenig Geld gut durchs Leben kommen

können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte Udo Engelhardt,

Vorsitzender der Singener Tafel zur politischen Motivation für das Fest.

Diesmal erwartet die Besucher ein ganz besonderes Programm und gleichzeitig

wird die neue Peter-Voncken-Bühne eingeweiht. Was es damit auf sich hat? Der

in der Region bekannte Singener Journalist Peter Voncken, der vor einem Jahr

gestorben ist, hatte der Singener Tafel einen Betrag vermacht, der für die

Anschaffung der neuen Bühne verwendet wurde. Schon im Jahre 2009, als die

Singener Tafel den Agenda Preis bekommen hatte, hatte Voncken, der in der

Agenda-Gruppe sehr aktiv war, in seiner Laudatio gesagt: "Die Tafelidee, die in

Singen so vorbildlich umgesetzt wurde, ist vor allem eins: nachhaltig!" "Er hat

uns immer unterstützt", betont Udo Engelhardt von der Singener Tafel. Deshalb

spielen auf der Bühne am Samstag auch viele Musiker oder Schauspieler, die mit

Voncken befreundet waren. Das sind im Einzelnen Michael Brauch von der Band

Acoustical South, Christian Rösners Old School Band sowie der Färbe-Schauspieler

Patrick Hellenbrand.

Für die neue Festausstattung haben die drei Verbände insgesamt rund 20 000

Euro ausgegeben. Dazu gehört der Anhänger, der zur Bühne verwandelt werden

kann und aus dem Beitrag von Peter Voncken finanziert wurde. Außerdem wurden

zehn Faltpavillons, zwölf Biertischgarnituren und eine Musikanlage gekauft. Das

alles kann im Anhänger transportiert werden und soll zukünftig vorwiegend für

Veranstaltungen auf dem Heinrich-Weber-Platz genutzt werden. Damit soll der

Platz auch öfter zum "Platz der Kulturen" werden. "Wir wünschen uns am

Samstag ganz viele Gäste, aber auch sonst soll der Platz der Kulturen oft genutzt

werden. Er muss bunt, vielfältig und lebendig sein", findet Udo Engelhardt. Dazu

gehört, dass der Aufenthalt auch für Menschen mit wenig Geld oder ganz kostenlos

sein soll.

Am Samstag präsentiert sich beim Fest auch die Singener Vesperkirche, die ja

vom 15. bis 29. Januar 2017 wieder stattfinden wird. "Wir freuen uns auf weitere,

neue Begegnungen", so Pfarrerin Andrea Fink. Das Fest ist auch eine Aktion im

Rahmen der landesweiten Aktionswoche gegen Armut. Dazu findet im

Wichernsaal am Mittwoch, 19. Oktober um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion mit

Politikern und von Armut Betroffenen statt.

Das Programm

Andrea Fink und Udo Engelhardt begrüßen um 11.30 Uhr die Gäste; ab 11.50

Musik mit Michael Brauch; 12.10 Essen und Musikbegleitung mit Cara Zedler und

Freundinnen; 13 Uhr Grußwort Bürgermeisterin Ute Seifried und Arbeitskreis

Armut; ab 13.20 Uhr Musik mit Christian RösnersOld School Band; 14 Uhr:

Grußworte und Gedanken mit der Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger

und einem Vertreter des DGB; ab 14.30 Uhr: Beitrag von Patrick Hellenbrand

(Färbe).

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Singener Wochenblatt  20. Auguast 2016   von Simone Weiß

Ein »cooler« Helfer für die Helfer

Neues Kühlfahrzeug für die Tafeln im Landkreis

Dank zahlreicher Sponsoren konnte im Autohaus Happle und

Messmer in Stockach ein neues Kühlfahrzeug an die Tafeln im

Kreis für ihre Arbeit übergeben werden.swb-Bild: sw

Drinnen ist es minus 18 Grad kalt. »Cooler Flitzer« heißt das

Fahrzeug deswegen. Und auch die Singener Tafel v. V. findet es

richtig »cool«, dass sie nun über ein weiteres Kühlfahrzeug für

ihre so wichtige Arbeit verfügt. Im Stockacher Autohaus Happle

und Messmer wurde ein neuer Sprinter an die Verantwortlichen

übergeben, die es nach eigenen Angaben gut gebrauchen können.

41.000 Euro kostet das kühlende Schmuckstück, die Häfte der

Kosten übernimmt Mercedes Benz, 13.000 Euro werden durch

verschiedene Sponsoren getragen, und den Rest finanziert die

Singener Tafel aus Eigenmitteln. 

Denn ohne »Coolness« geht es nicht. Mitarbeiter der Tafeln sammeln

hochwertige, qualitativ einwandfreie, aber nicht mehr für den Verkauf

geeignete Lebensmittel ein, um sie dann zu niedrigen Preisen in den

Tafelläden an sozial schwache Bevölkerungsgruppen abzugeben. Das

Einsammeln erfolgte bisher in Stockach mit einem acht Jahre alten

Fahrzeug, das vor fünf Monaten wegen Motorschadens ausfiel. Was

tun, fragten sich die Tafel-Mitarbeiter, laut Udo Engelhardt von der

Singener Einrichtung.

Kollegialität war gefragt: Die Singener Tafel setzt sich aus Einrich-

tungen in der Hohentwiel-Stadt, Ausgabestallen in Engen und Radolfzell

sowie Läden in Konstanz und Stockach zusammen. Die Konstanzer

benötigten mittwochs ihr Fahrzeug nicht und überließen es den

Stockachern. Ein logistischer Aufwand, der nun ein Ende hat. Das

neue Kühlfahrzeug gehört zwar der Singener Tafel und soll im ganzen

Landkreis verwendet werden, wird aber hauptsächlich im Stockacher

Raum zum Einsatz kommen. 

Dort hat sich die Arbeit in den letzten Monaten durch die politische

Situation gewandelt: Der Umfang der Lebensmitteltransporte hat

zugenommen, die Anzahl der Kunden ist, auch durch die Flüchtlinge,

um zehn Prozent gestiegen. Während zweier Öffnungsstunden kommen

laut Renate Ibbeken von der Stockacher Tafel 50 bis 70 Personen, von

denen 90 Prozent Flüchtlinge sind. Das hatte laut Udo Engelhardt Folgen:

Bisherige Kunden blieben weg, es kam zu Streitereien, alte und neue

Klientel trug Dispute aus. Doch durch das Fingerspitzengefühl der Mitar-

beitenden konnte diese Probleme gelöst werden. 

Gelobt wurde die Arbeit der Tafeln auch von Tobias Häg, Teamleiter

Transporter bei Mercedes-Benz und Vertreter der Sponsoren: Die erste

Tafel sei 1993 in Berlin gegründet worden, 900 Einrichtungen dieser Art

gibt es in der Bundesrepublik, und in ihnen sind mehr als 60.000 ehren-

amtliche Helfer tätig: »Zusammen verteilen die Helfer jährlich viele

zehntausend Tonnen Lebensmittel an rund 1,5 Millionen bedürftige

Menschen in ganz Deutschland, darunter 500.000 Kinder und Jugendliche.

Der neue Sprinter hilft ihnen nun beim Helfen. 

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Südkurier Singen 02.06.2016 von Jaqueline Weiß

FSJler kümmern sich um Bedürftige

Zwölf junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr machen,

beschäftigten sich im Rahmen einer Projektwoche mit dem Thema

Bedürftigkeit. Sie halfen unter anderem bei der Singener Tafel mit.

Singen – Zwölf FSJler (Freiwilliges soziales Jahr) der Caritas der Erzdiözese Freiburg

wollten mehr über Bedürftigkeit und Obdachlosigkeit wissen, und beschäftigten sich

im Rahmen einer Projektwoche mit dem Thema. Dabei waren sie auch in der Singener

Tafel und halfen bei der Essenszubereitung und -ausgabe. "Es war interessant die Tafel

und den Tafelladen kennenzulernen", sagte FSJlerin Sophia Ginter. "Es war eine gute

Erfahrung zu sehen, dass man mit wenig Aufwand den Menschen eine Freude machen

kann", berichtete die 21-Jährige. Die Tafelbesucher hätten sich sehr über eine schöne

Tischdekoration oder ein gutes Wort gefreut.

Im Rahmen des Projekts hatten die FSJler auch zwei Fragebögen entwickelt. Sie

befragten Passanten in der Singener Innenstadt und wollten auch Obdachlosen einige

Fragen stellen. "Es war allerdings schwierig, mit Obdachlosen selbst in Kontakt zu

kommen", sagte Sophia Ginter, die ihr freiwilliges soziales Jahr in der Behinderten-

werkstätte des Seewerks in Konstanz absolviert. Als mögliche Gründe für Obdach-

losigkeit gaben die Passanten Jobverlust, Alkoholprobleme, Drogen, Geldnot oder

andere Schicksalsschläge an. Die meisten sagten, sie hätten Mitleid mit Obdachlosen,

denn es sei ein Unterschied, ein Dach über dem Kopf zu haben oder jeden Tag durch

Stehlen, Pfand sammeln oder Betteln ums Überleben zu kämpfen, schreiben die FSJler

in einem Bericht über das Projekt. Bei der Umfrage trafen die jungen Leute auch auf

einen, der einen Weg aus der Obdachlosigkeit gefunden hat. Er arbeitet seit sechs

Monaten als Promoter und verteilt Flyer in der Innenstadt. Sehr offen und ehrlich sei

er auf die Fragen eingegangen und habe berichtet, dass sein Weg ins neue Leben sehr

schwer gewesen sei. Er habe viele Schicksalsschläge wie den Tod der Mutter verkraften

müssen. Seine Freunde hätten sich von ihm abgewandt. Ein wichtiger Schritt war für ihn,

dass er durch Eigeninitiative eine Wohnung und Arbeit gefunden hat. Es sei deutlich

geworden, dass hilfsbedürftige Menschen sich von Bevölkerung und Staat ausgegrenzt

fühlen. Sie fühlen sich nicht mehr als Mensch und Teil der Bevölkerung. Trotz des Wohl-

stands solle man sehen, dass es Menschen gebe, die wirklich Hilfe bräuchten, zogen

die FSJler als Fazit aus dem Projekt.

Sie bedanken sich besonders bei den Mitarbeitern der Tafel, die sie tatkräftig unterstützt

haben. Das FSJ-Projekt habe ihnen viele Erfahrungen gebracht und sei auch für andere

FSJ-Gruppen zu empfehlen. Sophia Ginter kann über ihr soziales Jahr nur Positives

berichten. "Es hängt aber viel davon, ab, ob man sich in der Einrichtung wohlfühlt",

berichtet sie. Sie sei im Seewerk zwei in einem guten Team, das ihre Vorschläge und

Ideen ernst nimmt. Das soziale Jahr sei in jedem Fall eine wertvolle Erfahrung, auch

wenn sie keinen Beruf im sozialen Bereich anstrebe.

Projekt und Teilnehmer

Die FSJler hatten im Rahmen eines Seminars die Aufgabe, ein Projekt zu entwickeln.

Von der Idee, über Planung bis zur Durchführung sollten die jungen Leute das dreitägige

Projekt betreuen. Die zwölf FSJler hatten sich dabei überlegt, dass sie mehr über

Obdachlose wissen wollten und sich für dieses Projekt entschieden. Teilgenommen

haben: Hannah Stengele (Salem), Sarah Brunner (Villingen-Schwenningen), David

Rauschenbach (Allensbach), Dennis Braiger (Aach), Pascal König (Hilzingen), Kira

Wißmann (Ablach), Ümmi Demir (Villingen-Schwenningen), Sophia Ginter (Konstanz),

Anna-Lena Rombach (Jestetten), Gizem Güvenc (Singen), Sabrina Salerno (Konstanz),

Arianna Zorr (Konstanz).

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Südkurier Singen 18.03.2016

Gemeinsam stark am Frauentag

Singener Tafel und Gastmahl feiern den Frauentag. Auch für die Zukunft

sind zahlreiche Kooperationen geplant. Bis auf ein paar wenige Männer

in der Küche, wird die Feier zum Frauentag von „Gastmahl“ und der

Singener Tafel im Kreise der weiblichen Mitglieder begangen. Zum

Jubiläum stellte Udo Engelhardt die Gemeinsamkeit beider Gruppen

ins Zentrum. In beiden Initiativen sind vor allem Frauen aus vielen

verschiedenen Nationen aktiv. Über die Jahre seien bei der ehrenamt-

lichen Arbeit viele enge Freundschaften entstanden, manche Frauen

seien sogar in beiden Gruppen engagiert. Angesichts der vielen

Flüchtlinge sei das Motto „Bei uns sind alle willkommen. Alle, die

auch alle anderen respektieren“, betonte Engelhardt. Zudem kündigte

er an, dass am 8. Juli, gemeinsam mit anderen Initiativen, ein Fest

auf dem Heinrich Weber Platz gefeiert werden soll. Frede Möhrle von

der Gruppe Gastmahl erinnerte an die gemeinsamen politisch orientierten

Fahrten nach Berlin und Stuttgart. Regelmäßiger Gast beim Frauentag

ist auch Andrea Fink, Pfarrerin der Lutherpfarrei. Für sie sei mit der

ersten Vesperkirche in Singen ein Traum in Erfüllung gegangen. Dabei

waren die Tafel und auch Gastmahl wichtige Partner.

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Singener Wochenblatt 18.03.2016

Seit 10 Jahren wird Frauentag in der Tafel gefeiert

Gastmahl und Tafel haben auch in 2016 noch viel vor

Singen (swb). Vor 10 Jahren haben die Gruppe Gastmahl und die

Singener Tafel eine Tradition begonnen, gemeinsam wird am Frauentag

im Tafelrestaurant gefeiert. So auch in diesem Jahr. Die Organisation ist

inzwischen eingespielt, jede bringt was zu Essen mit, alles kommt auf

eine lange Tafel, dazu gehört eine oder mehrere kurze Ansprachen, es

wird gelacht und manchmal auch getanzt.

Zum Jubiläum stellte Udo Engelhardt die Gemeinsamkeit beider Gruppen

ins Zentrum. In beiden Initiativen sind vor allem Frauen aus ganz vielen

verschiedenen Ländern aktiv. In den Jahren sind viele enge Freundschaften

entstanden und manche der Frauen sind in beiden Gruppen engagiert.

Angesichts der vielen Flüchtlinge in Singen ist das Motto

„Bei uns sind alle willkommen. Alle, die auch alle anderen respektieren“,

aktueller denn je, hob Engelhardt hervor und dass man am Freitag, 8. Juli

mit vielen anderen Initiativen ein großes Fest auf dem Heinrich Weber

Platz feiern will. Dabei soll das Verbindende hervorgehoben werde, dies

auch gemeinsam mit den Menschen die schon seit vielen Jahren zur Tafel

kommen.

Frede Möhrle von der Gruppe Gastmahl erinnerte an die gemeinsamen

politisch orientierten Fahrten nach Berlin und Stuttgart und das in diesem

Jahr wohl Brüssel noch auf dem Programm steht.  Dazu kommt die

gemeinsame Bewirtung beim Event im Juni mit den „Young Americans“,

einer internationalen Artistengruppe, die am FriWö einen mehrtägigen

Workshop gibt. Ein Renner sind laut Möhrle auch die Schwimmkurse für

Frauen aus dem arabischen Raum, hier freut man sich vor allem auf das

erste Bad im Freien, im Steißlinger See.

Regelmäßiger Gast beim Frauentag ist auch Andrea Fink, die Pfarrerin der

Lutherpfarrei. Für sie ist mit der ersten Vesperkirche in Singen ein Traum

in Erfüllung gegangen. Dabei waren die Tafel und auch Gastmahl wichtige

Partner, die viel zum guten Gelingen beigetragen haben.

Diese gute Zusammenarbeit soll am Samstag, 8. Oktober mit einem großen

Fest  zum Erntedank gefestigt werden, gemeinsam mit dem Arbeitskreis

Christlicher Kirchen (ACK).  Der Geist der Vesperkirche soll auch im Lauf

des Jahres wachgehalten werden, so Andrea Fink. Es versteht sich von

selbst, dass auch im nächsten Jahr wieder am Frauentag gemeinsam

gefeiert wird, auch wieder mit ein paar wenigen Männern in der Küche.

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Südkurier Singen 25.02.2016 von Karin Zöller

Singener Vesperkirche begeistert

 

Die Verantwortlichen der ersten Singener Vesperkirche freuen sich über

den großen Erfolg (von links): Schatzmeister Willy Wagenblast, Pastor

Reiner de Vries, Udo Engelhardt von der Singener Tafel, Pfarrerin Andrea

Fink und Pfarrer Robert Geßmann.

Bild: Karin Zöller

Die Organisatoren der ersten Singener Vesperkirche ziehen eine äußerst positive

Bilanz. Es habe Begegnungen auf Augenhöhe gegeben und viel mehr Besucher

als erwartet.Die äußerst positive Resonanz, die die erste Singener Vesperkirche

erfahren hat, übertraf sämtliche Erwartungen der Organisatoren:

„Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Andrea Fink im Rückblick auf das 15-tägige Gemein-

schaftsprojekt, für das der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) und die Singener Tafel

die Federführung übernommen hatten. Bis zu 300 Gäste seien täglich in die zum „Gasthaus

am Weg“ umgebaute Lutherkirche gekommen. Dort habe es viele Begegnungen gegeben,

stellt die Pfarrerin der Luthergemeinde fest.

Als die Vesperkirche am 17. Januar zum ersten Mal ihre Pforten öffnete, gingen die Organi-

satoren voller Optimismus von etwa 200 Gästen pro Tag aus. Doch von Anfang an kamen

bis zu 100 Gäste mehr, was für das fleißige Küchenpersonal vom „Haus am Hohentwiel“

eine enorme Herausforderung bedeutete. Der große Zuspruch überraschte alle und sorgte

auch für eine steigende Zahl engagierter Helfer. Begeisterte Besucher boten ihre Hilfe an,

und aus dem Helferkreis wollten etliche mehrfach zum Einsatz kommen. „Es war einfach

überwältigend. Wir danken allen Helfern, Kuchenspendern und Sponsoren“, betont Andrea

Fink.

„Die Mischung war ein ganz tolles Ergebnis“, erklärt Udo Engelhardt. Unter den Besuchern

seien zirka 40 Prozent Menschen mit wenig Geld, etwa 25 Prozent ältere, einsame

Menschen und 35 Prozent Normalverdiener gewesen, die an der Vesperkirche interessiert

waren oder das Projekt unterstützen wollten, erläutert der Vorsitzende der Singener Tafel.

Dadurch seien Menschen mit wenig Geld in die Mitte der Gesellschaft gesetzt worden.

„Das war eine seltene Erfahrung für die Tafelgäste“, verweist er darauf, dass Menschen,

die an der Armutsgrenze leben, meist unter sich bleiben würden. Viele Gäste hätten das

Essen gelobt und sich über Begegnungen auf Augenhöhe gefreut, so Engelhardt.

„Eigentlich haben wir nur gemeinsam gegessen und getrunken“, sagt Robert Geßmann.

Doch dadurch sei auf vielen Ebenen etwas geschehen. Die Vision des Miteinanders sei

greifbar gewesen, stellt der Pfarrer der alt-katholischen St.-Thomas-Gemeinde fest. Viele

Besucher hätten das Ambiente genossen, betont Reiner de Vries. Mehr als einmal habe

er den Satz gehört: „So müsste Kirche eigentlich sein“, erklärt der Pastor der Singener

Friedenskirche.

Die Abrechnung ist noch nicht fertig und damit alles wasserdicht ist, sollen auch noch zwei

unabhängige Prüfer zum Einsatz kommen. Trotz Mehrkosten geht der Finanz-Beauftragte

Willy Wagenblast von einem Überschuss aus, der in die Vesperkirche 2017 einfließen soll.

„Aber auch im kommenden Jahr sind wir auf Hilfe von Sponsoren angewiesen.“

Die Fortsetzung

Nach dem großen Erfolg soll es im kommenden Jahr mit der Vesperkirche vom 15. bis 29.

Januar 2017 weitergehen. Dann sollen voraussichtlich alle Kirchenbänke ausgebaut werden,

um Platz für viele Gäste zu schaffen. Zuvor soll es aber noch mehrere Gelegenheiten geben,

die bei der Vesperkirche entstandene Gemeinschaft zu pflegen. Ein Termin steht mit dem

Erntedankfest am 8. Oktober auf dem Heinrich-Weber-Platz bereits fest.

Informationen im Internet: www.vesperkirche.awo-konstanz.de

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Südkurier Singen 28.01.2016 von Nicola Westphal

Singener Tafel: Es gibt viele Gründe zu helfen

Gabriele Harder (links) und Dalal El Bahir engagieren sich bei der Singener Tafel. Sie erzählen, was sie dazu bewegt.

 

Für die Singener Tafel engagieren

sich Mensch aus unterschiedlichen

Gründen. Die aktuelle Flüchtlings-

situation bringt für die Helfer neue

Herausforderungen mit sich, erfordert

angepasste Arbeitsabläufe und ein

hohes Maß an Flexibilität. Stellver-

tretend für das Tafel-Team erzählen

Dalal El Bahir und Gabriele Harder

über ihre Motivation und Erfahrungen.

 

 

Auch unter schwierigen Umständen kann man doch Positives ausstrahlen.

Das wird deutlich, wenn man Dalal El Bahir und Gabriele Harder trifft. Beide

helfen bei der Singener Tafel, in deren Besprechungsraum das Gespräch

stattfindet. Was als erstes auffällt, ist ihre positive Ausstrahlung, ihr

Scherzen, ihr mädchenhaftes und geradezu ansteckendes Lachen. „Dabei

hat Dalal eigentlich gar nicht viel zu lachen“, erzählt Gabriele Harder und

berichtet über die Lebensumstände von El Bahir, die vor 26 Jahren mit

ihrem Ehemann, einem staatenlosen Palästinenser, nach Deutschland kam

und seitdem immer noch auf Anerkennung wartet. Dalal El Bahir wird nur

geduldet, wie es im Verwaltungsjargon heißt.

Seit vier Jahren arbeitet El Bahir regelmäßig in der Tafel. Eigentlich ist die

54-Jährige in der Küche beschäftigt, aufgrund des großen Flüchtlingszuzugs

ist sie aber mittlerweile Dolmetscherin, hilft Flüchtlingen beim Ausfüllen von

Formularen, Anträgen, hört ihnen zu, spendet Trost und Zuversicht. An

ihrem freien Tag fährt sie ihren kranken Ehemann zum Arzt, versorgt ihn,

kümmert sich um alles. Trotzdem sprüht Dalal El Bahir vor Energie, denkt

positiv und erzählt: „Hier in der Tafel habe ich zum ersten Mal die Gelegen-

heit, in Deutschland zu arbeiten. Das Team ist wie eine Familie, stärkt mich,

schenkt mir Selbstbewusstsein. Ich bin froh, dass ich so vielen Flüchtlingen

helfen kann, denn ich weiß, wie schwer es ist, sich in einem Land zurechtzu-

finden, wenn man die Sprache nicht beherrscht.“ Die Schicksale der Menschen,

die zur Tafel kommen, bewegen sie und relativieren ihre eigenen Probleme.

Gabriele Harder ist erst seit Mai 2014 bei der Tafel. Die zierliche Frau hilft zwei

Mal wöchentlich bei der Küchenarbeit. Die pensionierte Lehrerin sagt: „Dalal

und ich haben eine gemeinsame Wellenlänge und sind ein gutes Team.“ Insbe-

sondere der direkte Kontakt mit den Gästen gefällt der Rentnerin. „Sie nehmen

uns wahr, kommen manchmal an die Küchentür und loben das Essen, manch-

mal üben sie auch Kritik, meist aber scherzhaft und nett.“ Während im Laden

vermehrt Flüchtlinge einkaufen, wird das Restaurant weitgehend von Deutschen

besucht. Gabriele Harder fällt auf, dass viele Gäste einen gewissen Anspruch

haben und trotz Bedürftigkeit ihre Würde bewahren. Sie pochen auf ihr Recht,

vom Staat unterstützt zu werden. „Manchmal werden sie aggressiv“, erzählt

sie, „aber das ist angesichts ihrer Situation auch durchaus verständlich. Ein Staat

entscheidet und handelt nicht immer gerecht.“ Beide Frauen helfen auch oft im

Laden, insbesondere als Dolmetscherinnen. Sie erklären und beraten, wenn

Flüchtlinge mit deutschen Lebensmitteln und Zutatenlisten auf den Verpackungen

nicht zurechtkommen. Gerade in jüngster Zeit war die Hilfe von den Mitarbeitern

mit Migrationshintergrund oder die der ehemaligen Englischlehrerin besonders

gefragt. Der persönliche Kontakt zu den Flüchtlingen ist wichtig, baut Brücken,

schafft Vertrauen. Dabei erfährt das Tafel-Team viel über individuelle Schicksale,

Wünsche und Träume der Flüchtlinge. Gabriele Harder: „Wir haben hier Flüchtlinge

unterschiedlicher sozialer Schichten. Einige davon hatten ein Studium, eine ange-

sehene Anstellung, Wohlstand. Das haben sie alles zurückgelassen. Wir hatten

letztens eine junge Lehrerin, die mehrere Sprachen beherrscht. Sie würde gerne

arbeiten, könnte sicherlich auch irgendwo eingesetzt werden, ehe sie perfekt

Deutsch spricht. Aber nichts tun zu können, das ist es, was die Flüchtlinge mürbe

macht. Die Ausweglosigkeit der Menschen bewegt uns sehr.“

Die strengen Regularien und die Mühlen der Bürokratie sind häufig kräftezehrend,

bestätigen beide Frauen. Oftmals würden sie gerne mehr Hilfe leisten, als nur beim

Ausfüllen von Formularen oder mit der Vermittlung von Kontakten behilflich zu sein.

Auf die Frage, warum sie sich für die Tafel engagiert, sagt die 80-jährige Gabriele

Harder: „Erstens ist es mein Wunsch Menschen zu helfen. Und zweitens: In der

Tafel, sind wir eine große Familie und jeder profitiert von den Stärken des anderen.

In vielen Kulturen werden alte Menschen mehr geschätzt als bei uns. Aber hier

erfahre ich eine Wertschätzung, die mich sehr glücklich macht.“

Multikulturelle Helfer

Das Team der Tafel ist multikulturell. Auch Flüchtlinge werden beschäftigt.

Diese dürfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nur 100 Stunden pro

Monat arbeiten und werden dafür mit einem Stundenlohn von 1,05 Euro

vergütet. Udo Engelhardt, Vorsitzender der Tafel Singen e.V. berichtet,

dass die Jobs in der Tafel bei den Flüchtlingen sehr begehrt sind, denn

innerhalb des multikulturellen Kollegenteams lernen sie oft schneller die

Sprache, als in manchem Deutschkurs. (nic)

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Wochenblatt 12.01.2016 von Stefan Mohr

Alle sind herzlich eingeladen

Vesperkirche als »Brücke des Miteinander«

http://www.wochenblatt.net/uploads/pics/DSC_0290_Kopie.JPG

Pfarrerin Andrea Fink und Udo Engelhardt laden alle Bürger herzlich

in die Vesperkirche ein. Ab Sonntag kann mittags in der Lutherkirche

gemeinsam gegessen werden. swb-Bild: stm

Singen (stm). Die ganze Bevölkerung ist aufgerufen, bei der Vesperkirche

teilzunehmen und die Singener Lutherkirche bis zum 31. Januar zu einer

besonderen Begegnungsstätte der Gesellschaft über alle Generationen und

Schichten hinweg werden zu lassen. »Nur wenn alle in den 15 Tagen hier

einkehren, kann die erstmals stattfindende Vesperkirche funktionieren,

wünschen sich Organisatorin Pfarrerin Andrea Fink und Udo Engelhardt von

der Singener Tafel im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.

Für jeden, der möchte gibt es hier täglich von 11.30 bis 14 Uhr Mittagessen,

bestehend aus Suppe, Hauptspeise sowie Kaffee und Kuchen – und das für

einen Euro. Natürlich kann jeder mehr geben, wer das möchte. Gespeist

wird in der Lutherkirche. Hierzu wurden am Montag die Kirchenbänke auf

der linken Seite vom städtischen Bauhof schonend und kostenlos abgebaut.

»Das soziale und spirituelle Miteinander gehöre zusammen, deshalb müsse

die Vesperkirche auch in der Kirche selbst stattfinden«, erläutert die

evangelische Pfarrerin die Hintergründe. Bis 150 Menschen können hier

gleichzeitig essen. Die Essensausgabe erfolgt im benachbarten Luthersaal.

Auch eine Kinderecke wurde extra eingerichtet.

Es wirkt als ob ganz Singen für das Gelingen der Vesperkirche an einem

Strang ziehe. Angefangen von den 370 ehrenamtlichen Helfern, zahlreichen

Sponsoren und Spendern, Unternehmen und Singen Aktiv sowie Wohlfahrts-

organisationen wird der ökumenische Eröffnungsgottesdienst am Sonntag,

17. Januar, 10 Uhr von den vier ACK-Seelsorgeeinheiten gemeinsam

gestaltet. Anschließend wird an den weiß gedeckten Tisch gespeist.

»Bedürftigkeit habe viele Gesichter«, weiß Pfarrerin Andrea Fink. Als eine

Form der Verbindung unterschiedlicher Gesellschaftsbereiche werden sich

bei der Vesperkirche hoffentlich unterschiedliche Lebenswege am Mittags-

tisch kreuzen. Möglicherweise werde gar wie bei anderen Vesperkirchen ein

neues Miteinander entstehen und eine dauerhafte Veränderung herbeiführen.

Auch stehe jederzeit ein Ansprechpartner der Wohlfahrtsverbände, die mit

einem Infostand präsent sind, zur Verfügung.

Dank gilt den zahlreichen Spendern. Wer das Projekt, das sich in den

nächsten Jahren in Singen etablieren soll, unterstützen will, der kann dies

auf das Sonderkonto der Singener Tafel »Stichwort Vesperkirche« bei der

Volksbank Hegau Baar IBAN: DE 27 6949 0000 0100 1001 00.

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Südkurier Singen 12.01.2016 von Karin Zöller

Eva Pal wünscht sich eine volle Vesperkirche

Eva Pal ist Köchin bei der Singener Tafel und hilft zeitweise bei der

ersten Singener Vesperkirche vom 17. bis 31. Januar mit.

Eva Pal arbeitet seit fünf Jahren in der Küche der Singener Tafel. Während der 15-tägigen Vesperkirche ist das Tafelrestaurant geschlossen. Die engagierte Köchin ist dann nicht nur in der Lutherkirche im Einsatz, denn in der Tafelküche ist  Großputz angesagt.

 

 

 

 

Eva Pal hat für die erste

Vesperkirche in Singen

einen Wunsch: „Ich hoffe,

dass jeden Tag so viele

Leute kommen, dass alle

Tische belegt sind“, sagt

sie. Seit fünf Jahren ist die

gebürtige Rumänin bei der

Singener Tafel tätig und ist

begeistert von diesem Projekt in Kooperation mit der Kirche. „In Villingen-

Schwenningen kam die ganze Stadt zum Essen“, weiß sie vom Vesperkirchen-

besuch in anderen Städten. Gemeinsam mit dem Küchenteam kocht Eva Pal tag-

täglich schmackhafte Speisen für Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Das

Tafelrestaurant bietet nicht nur günstige Mahlzeiten, sondern auch Gemeinschaft.

„Jeden Tag kommen 50 bis 60 Gäste. Darunter sind meist auch zwei bis drei neue

Besucher“, macht sie auf die stets wachsende Zahl Bedürftiger aufmerksam.

Während der 15-tägigen Vesperkirche ist das Tafelrestaurant geschlossen und die

Tafelgäste können das Angebot in der Lutherkirche wahrnehmen. Dort gibt es für

den symbolischen Preis von einem Euro Suppe, Hauptgericht, Nachtisch, Getränke

sowie Kaffee und Kuchen. Die Vesperkirche ist nicht nur für Bedürftige gedacht.

Ziel ist, dass sich Menschen aus allen Schichten begegnen und am Tisch ins

Gespräch kommen. „Ich hoffe, dass auch viele kommen, die mehr als einen Euro

bezahlen können“, betont Eva Pal.

Sieben Tage ist sie in der Vesperkirche für Essensausgabe oder Bedienen und

Organisieren eingeplant. Die übrige Zeit sind die Köchin und das Tafelteam mit

Großputz in der Tafelküche beschäftigt. „Drei Männer vom Tafelgarten helfen mit

und streichen die Wände“, sagt sie. Die Vesperkirche bietet vom 17. bis 31. Januar,

zwischen 11.30 und 14 Uhr, Mittagstisch und Gemeinschaft in der Lutherkirche.

Jeder ist willkommen – ob arm oder reich. Die Federführung liegt beim Arbeitskreis

Christlicher Kirchen und der Singener Tafel.

Kontakt: Wer helfen möchte, kann sich unter Telefon (0 77 31) 625 43 bei der

Luthergemeinde melden. Für Spenden gibt es ein Sonderkonto der Singener Tafel,

Volksbank Hegau Baar, Stichwort: Vesperkirche,

IBAN: DE27 6949 0000 0100 1001 00

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Südkurier Singen 04.01.2016 von Karin Zöller

Er freut sich auf eine große Chance

Willy Wagenblast ist im Team der Initiatoren der Finanzexperte.

Er hat schon andernorts erlebt, dass das Modell funktionieren kann.

Willy Wagenblast kümmert sich um die Finanzen der ersten Singener Vesperkirche. Er freut sich über jede große und kleine Spende zugunsten des 15-tägigen Projekts und hofft auf viele Gäste, die zum Essen und zur Begegnung in die Lutherkirche kommen.

 

 

Als Willy Wagenblast vor acht Jahren

in Stuttgart die Vesperkirche erlebte,

war er begeistert und äußerst beeindruckt:

„Die Aktion bringt viel und holt Menschen

aus der Einsamkeit heraus“, ist er

überzeugt. Durch Gespräche und

Zuwendung beim gemeinsamen Essen

werde Bedürftigen die Botschaft vermittelt:

„Es gibt Leute, die sich für sie interessieren“,

sagt er. Wagenblast hofft auf viele Gäste,

die zur ersten Vesperkirche in Singen zum

Essen kommen und auf viele Besucher,

die mehr als den symbolischen Preis eines

Euros für den Mittagstisch bezahlen. Der

ehemalige, kaufmännische Leiter des Gas- und E-Werks ist seit 2001 im Ruhestand.

„Ich wollte nicht nur reisen und das Rentner -Dasein leben“, erläutert er seine

ehrenamtliche Tätigkeit als Schatzmeister der Singener Tafel und im Bundesverband

der Tafeln in Berlin.

Der Umgang mit Zahlen mache ihm Spaß, betont Willy Wagenblast. Auch bei der

Vesperkirche ist er für die Finanzen zuständig und hat einen Wirtschaftsplan anhand

von Vergleichszahlen anderer Vesperkirchen erstellt: „Die geschätzten Kosten liegen

bei rund 30 000 Euro“, stellt er fest. Der größte Posten sei das Essen, das täglich für

etwa 200 Gäste gekocht werde. Aber auch Ausgaben für Strom, Heizung, Wasser,

Putzmittel und andere Dinge würden zu Buche schlagen.

Umso mehr freut sich der Schatzmeister über Unterstützung von Sponsoren und

jeden großen und kleinen Betrag, der auf dem Spendenkonto eingeht. Erfreulich sei,

dass Ausbau und Lagerung der Kirchenbänke von der Stadt Singen übernommen

würden. Wagenblast ist zuversichtlich, was die gesamte Aktion betrifft: „Ich habe

ein gutes Gefühl!“, sagt er.

Die Vesperkirche soll vom 17. bis 31. Januar bei einem Mittagstisch in der Lutherkirche

nicht nur etwas zu essen, sondern auch Gemeinschaft bieten – für alle Interessierten,

für Bedürftige ebenso wie für Wohlhabende. Die Regie haben der Arbeitskreis Christlicher

Kirchen und die Singener Tafel.

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Singener Wochenblatt 29.12.2015 von Oliver Fiedler

TransLog hilft der Vesperkirche

Unternehmen untersützt auch Tafel mit Weihnachtsspende

Willy Wagenblast vom der Tafel, Gerhard Haug und Heinz Kaspar von Translog, Pfarrerin Andrea Fink und Andreas Schulze von Edeka Münchow bei der Spendenübergabe im Advent. swb-Bild: of

 

Willy Wagenblast vom der Tafel,

Gerhard Haug und Heinz Kaspar

von Translog, Pfarrerin Andrea

Fink und Andreas Schulze von

Edeka Münchow bei der Spenden.

übergabe im Advent. swb-Bild: of

 

 

Singen (of). Schon seit einigen Jahren hat der Singener Unternehmen TransLog

auf Weihnachtspräsente für seine Kunden verzichtet und diese stattdessen über

eine Spende an besondere Organsisationen informiert. Auch in diesem Jahr

konnten die beiden Geschäftsführer und Inhaber, Gerhard Haug und Heinz Kaspar,

gleich wei Initiativen die frohe Kunder einer Unterstützung übermitteln.

Zum Einen soll mit einem Betrag über 1.500 Euro in diesem Jahr die Aktion

Vesperkirche unterstützt werden. Pfarrerin Andrea Fink freute sich bei der

Übergabe nicht nur über diese Unterstüzung, sondern zusätzlich über die

Ankündigung der beiden Geschäftsführer, dass die Auszubildenden des Logistik-

Unternehmens zusätzlich in einen Arbeitseinsatz in die Vesperkirche gehen,

die am 17. Januar startet.

Auch auf die zweite Spende von 1.500 Euro, mit der zum wiederholten Male die

Singener Tafel unterstützt wird, bekommt eine Zugabe, wie bei der Spenden-

übergabe bekannt gegeben wurde. Denn das Singener Handelsunternehmen

Edeka Münchow hat zu diesem Betrag weitere 500 Euro beigesteuert. Die Geld-

spende wurde ohnehin bei Edeka Münchow in Naturalien, zum Beispiel Waschmittel

oder Kaffee umgewandelt, die zur Weihnachtszeit im Tafelladen verteilt werden

konnten. Andreas Schulze vom Unternehmen Edeka Münchow, der zum Spenden-

termin mit dabei war, unterstrich, dass Münchow über seine Feinkost- und

Weinschiene, einer der ältesten Kunden von Translog sei. Deshalb unterstütze

man auch dieses Engagement.

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Singener Wochenblatt 22.12.2015 von Oliver Fiedler

Neuland:

Fünf Jahre bis zur Umsetzung der Vesperkirche

Andrea Fink wird die „Frau des Jahres“ beim WOCHENBLATT

Andrea Fink hat mit viel Geduld die Idee der Vesperkirche in Singen umgesetzt. Dafür wird die „Frau des Jahres“ des Wochenblatt. swb-Bild: of

Andrea Fink hat mit viel Geduld die

Idee der Vesperkirche in Singen

umgesetzt. Dafür wird die „Frau

des Jahres“ des Wochenblatt.

swb-Bild: of

 

Singen. Seit September 2010 ist Andrea Fink

als evangelische Pfarrerin in der Singener

Lutherkirche tätig. Und so lange gibt es, bis

sie nun mit vielen Helfern und Unterstützern

– wie sie immer wieder betont, eine Idee in

die Tat umsetzen kann, die sie im Prinzip schon mitgebracht hatte. Als ich neu nach

Singen kam, brauchte ich doch eine gewisse Zeit umdie Menschen in der Stadt kennen

zu lernen“, macht sie im Gespräch mit dem WOCHENBLATT deutlich.

Die Idee einer Vesperkirche, ist für Andrea Fink uralt. „Wer das Neue Testament

liest, wird schnell auf ganz viele Szenen im Leben Jesu stoßen, in denen es um Gastfreund-

schaft und das gemeinsame Mahl ging, bis hin zum letzten Abendmahl“, erklärt sie gerne.

Sie selber kam schon vor einigen Jahren mit der Vesperkirche in Schwenningen in Kontakt

und fasziniert. Das Besondere für sie ist, dass sich dort Menschen unterschiedlichster

Herkunft und gesellschaftlicher Position treffen und am Tisch zusammen kommen können,

und dass die Vesperkirche für alle Menschen offen sein will, mehr als nur Ort der Verköstigung.

In Udo Engelhardt, der bei der Arbeiterwohlfahrt die Arbeitsloseninitiativen betreut und der

Vorsitzender der Tafel ist, traf sie einen Menschen, der sich mit der gleichen Idee trug.

Auch Engelhardt hatte schon Vesperkirchen kennen gelernt und war fasziniert von der

Gastfreundschaft und Offenheit. Aber das Neuland für Singen brauchte doch Zeit. „Vor

drei Jahren haben wir das Projekt dann erstmals in der Arbeitsgemeinschaft christlicher

Kirchen (ACK) in Singen vorgestellt und sind auch auf eine ganz positive Resonanz

gestoßen, blickt sie zurück. Das war denn auch so etwas wie ein erster Startschuss,

der die Stadt in Bewegung bringen sollte. Der Plan war geboren, aber auch nun sollte es

ja nochmals zwei Jahre bis zur Umsetzung gehen. 

Die Frage nach dem Standort war relativ klar. Es sollte eine Kirche in der Innenstadt sein,

damit sie von möglichst vielen Menschen möglichst gut erreicht werden kann. Die katho-

lischen Kirchen waren freilich zu diesem Zeitpunkt für solche Aktionen noch verschlossen,

da blieb, wegen der Größe auch nur die Lutherkirche übrig. „Inzwischen gibt es aber Signale,

dass sich auch katholische Kirchen für das Thema Vesperkirche öffnen“, freut sich Andrea

Fink. So gesehen, hat sich ihre Geduld zu diesem Thema schon gelohnt. „Auch die badische

Landeskirche hätte hier noch viel nachzuholen“, gesteht sie ein. Denn während es bei den

württembergischen Nachbarn schon dutzende Vesperkirchen gibt, die von ehrenamtlichen

Kräften getragen werden, seien es hier im badischen bislang gerade mal drei, ist ihre

Information. Vielleicht kann das Beispiel Singen hier schon bald neu Nachahmer finden.

Für Andrea Fink war der Weg bis jetzt zu Realisierung nicht ganz so einfach. Eine Gemeinde-

versammlung in diesem Frühjahr, in der sie zusammen mit Udo Engelhardt die Vesperkirche

vorstellte, zeigte doch auf, dass die Gemeinde gespalten war und doch viele Bedenken

geäußert wurden. Vielfach kam der Vorschlag, Vesperkirche ja – aber bitte nicht in der

Kirche. Doch das ist für Andrea Fink kein Thema: sie sieht in dem Angebot die Chance,

Kirche in der Wahrnehmung der Menschen auch ganz neu zu platzieren. Eine Mehrheit im

Ältestenkreis der Gemeinde gab schließlich das nötige Grüne Licht. Andrea Fink hofft, dass

die Bedenkenträger sich vielleicht auch noch anstecken lassen, wenn die Idee Vesperkirche

erst mal in Singen gelebt wird.

Seit dem Frühjahr hat die Singener Vesperkirche schon viele Freunde gewonnen, die jeder

auf die eigene Weise – hier helfen und unterstützen wollen. Die vielen Freunde sind aber

auch nötig. „Auch wenn wir erst mal nur zwei Wochen lang Vesperkirche machen ist der

Aufwand doch gewaltig“, unterstreicht Andrea Fink. Und auch Kostenmäßig ist ein großes

Paket geschnürt. Deshalb freuen sich die Organisatoren auch über jede weitere Spende. 

Es wurde ein Sonderkonto bei der Singener Tafel (Empfänger) eingerichtet mit dem

Stichwort „Vesperkirche“ bei der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau:

IBAN: DE27 6949 0000 0100 1001 00

Weitere Infos auch unter 07731/62543.

Am 17. Januar startet die Vesperkirche mit einem Ökumenischen Gottesdienst und hat

dann bis zum 31. Januar geöffnet. Sie ist offen für alle Menschen.

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Südkurier Singen 06.10.2015    von Jörg Braun

Aus der Kirche wird ein Gasthaus

Neues Sozialprojekt in Singen geplant:

Vesperkirche für Bedürftige und Normalbürger

Wo heute noch Sitzbänke für Gottesdienstbesucher stehen, werden bald Bedürftige und Gäste bewirtet. Hier einige der Organisatoren (von links) Robert Geßmann, Bernhard Knobelspieß, Reiner de Vries, Andrea Fink, Udo Engelhardt und Willy Wagenblast.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo heute noch Sitzbänke für Gottesdienstbesucher stehen, werden bald

Bedürftige und Gäste bewirtet. Hier einige der Organisatoren (von links)

Robert Geßmann, Bernhard Knobelspieß, Reiner de Vries, Andrea Fink,

Udo Engelhardt und Willy Wagenblast.

| Bild: Jörg Braun

Das gab es im ganzen Hegau, gar im ganzen Landkreis Konstanz noch nicht:

Eine große Kirche wird für zwei Wochen zum geselligen „Gasthaus am Weg“,

in dem Leib und Seele gestärkt werden und Menschen zueinander finden sollen.

Arme und Reiche. Wohnsitzlose und Flüchtlinge. Habenichtse und normale

Bürger aus der Mitte der Singener Gesellschaft. „Vesperkirche nennt sich

dieses Vorhaben, das wir gemeinsam auf die Beine stellen werden“, kündigt

die evangelische Pfarrerin Andrea Fink von der Luthergemeinde an. Vom

17. bis 31. Januar kommenden Jahres soll die Aktion in der Lutherkirche

stattfinden.

Alle Gemeinden, die im Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) zusammen-

geschlossen sind, beteiligen sich an dieser Idee. Sie wird außerdem getragen

von vielen weiteren sozialen und gesellschaftlichen Organisationen.

Gewerkschaften sind dabei, die Stadt Singen, natürlich verschiedene

Wohlfahrtsverbände, auch die Suchtberatung. „Wir wollen einen ganz

breiten Unterstützerkreis bilden“, erklärt Udo Engelhardt von der Singener

Tafel, die ebenfalls aktiv beteiligt ist.

Vesperkirchen gibt es in Baden-Württemberg schon seit gut 20 Jahren.

Zumeist evangelische Kirchengemeinden organisieren jährlich in den Winter-

monaten soziale Projekte für Arme und Bedürftige. Vespern ist da ganz wörtlich

gemeint: „Es gibt ein Essen, das zum symbolischen Preis von einem Euro

angeboten wird“, sagt Andrea Fink. Dieses Essen wird zum verbindenden Element.

„Gemeinsam an einem Tisch“ lautet das Motto in Singen. Und um die Tische

scharen sich nicht nur Mitglieder der evangelischen Kirche, sondern Gläubige

vieler Gemeinden: Die Singener Katholiken sind dabei, die Alt-Katholiken sowie

die Friedenskirche. Auch die Muslime der Stadt sollen angesprochen werden.

Essen, in einem Kirchenhaus, wie soll das gehen? Andrea Fink klärt auf:

„Wir bauen die Hälfte der Kirchenbänke für diese Zeit aus. Stattdessen werden

Tische und Stühle aufgestellt. Wir vespern also mitten in der Kirche“. Das Essen

wird von einer Singener Küche angeliefert. Mit bis zu 200 Essen pro Tag wird

gerechnet. Ausgegeben wird es von freiwilligen Helfern. „Unsere Gäste, die oft

wenig Geld für Essen haben, sollen sich wohlfühlen und auch mal bedient werden“,

sagt Udo Engelhardt. Zugleich gehe es aber auch um „Gemeinschaft, die erfahren

wird“, sagt der katholische Pfarrer Bernhard Knobelspieß. Man soll ins Gespräch

kommen, mit unerwarteten, neuen Gesprächspartnern, in einer Wohlfühl-Situation.

Aufgerufen zum Mit-Essen seien deshalb alle Singener und Hegauer. „Jeder ist

willkommen“, sagt Pfarrer Robert Geßmann von der altkatholischen Kirche.

So kann man helfen: Die Vesperkirche wird rund 30 000 Euro für die zwei

Wochen kosten. Dieses Geld soll über Spenden und Solidar-Aktionen zusammen-

kommen.

Spenden sind möglich über das Sonderkonto der Singener Tafel,

Stichwort „Vesperkirche“, Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau,

IBAN: DE27 6949 0000 0100 1001 00

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Südkurier Singen,  02.09.2015 Stephan Freißmann  

Singen Flüchtlinge:

Die Singener Tafel ist bereit für die Herausforderung

Der Tafelladen reagiert auf die steigende Zahl an Flüchtlingen in der Stadt.

Konflikte zu vermeiden, nimmt hohe Priorität ein. Arbeitsgelegenheiten

sollen bei Integration helfen.

Die Helferinnen Eva Pal, Dalal El Bachir, Ute Knopf (Ladenleiterin), Udo Engelhardt (Vereinsvorsitzender) und Helferin Maria Wulfert zeigen, was sie im Tafelladen wollen: Respekt für andere Menschen.

Die Flüchtlingswelle ist beim

Singener Tafelladen ange-

kommen. 99 Kundenkarten

sind derzeit im Besitz von

Flüchtlingsfamilien. Vor etwa

einem Jahr war es noch gar

keine – weil es erst seit Herbst

2014 eine Sammelunterkunft

für Flüchtlinge in Singen gibt,

wie der Vorsitzende des Vereins

Singener Tafel, Udo Engelhardt,

erklärt. Doch die Heraus-

forderung ist nicht nur relativ

neu, sondern sie dürfte auch rasch wachsen. Auch das bekommt Engelhardt

aus erster Hand mit, denn er sitzt für die Grünen im Kreistag. Für das zweite

Halbjahr 2015 erwarte die Kreisverwaltung deutlich mehr Flüchtlinge, und im

Verhältnis zur Bevölkerungszahl sei die Stadt Singen deutlich im Minus, was

die Aufnahme von Flüchtlingen angeht, erzählt Engelhardt.

Umso mehr ist er froh, dass im Team des Tafelladens viele Menschen mit

Migrationshintergrund arbeiten. Allein ihre Sprachkenntnisse seien wichtig,

um Brücken zu den Flüchtlingen zu bauen, so Engelhardt. Dazu gehört Maria

Wulfert, die seit fünf Jahren dabei ist und aus Kasachstan nach Deutschland

kam – nach einer Familiengeschichte, die von den Wirren des Zweiten

Weltkriegs und seinen Nachwirkungen in der Sowjetunion geprägt war. Oder

wie Eva Pal, die aus dem rumänischen Siebenbürgen stammt, schon in ihrem

Heimatland als Küchenleiterin gearbeitet hat und es seit fünf Jahren für die

Tafel wieder tut. Oder wie Dalal El Bachir, die vor 23 Jahren mit ihrem

Ehemann, einem staatenlosen Palästinenser, nach Deutschland kam und

regelmäßig ihre Duldung verlängern muss – ihr Mann und ihre Kinder haben

die deutsche Staatsbürgerschaft. Keine der drei Frauen ist als Flüchtling an

den Hohentwiel gekommen. Doch wenn man sie von ihren Lebens- und

Wanderungsgeschichten erzählen hört, spürt man, wie wichtig die Arbeit

war, um Halt zu geben.

Flüchtlingen vermehrt Arbeit anzubieten, ist einer der Pläne, mit denen die

Tafel auf die Neuankömmlinge zugehen will. Ein Flüchtling arbeite bereits im

Tafellager, erzählt Engelhardt. Künftig wolle man gezielt Flüchtlinge ansprechen,

dass sie bei der Tafel mitarbeiten können. In Küche und Lager könne man auch

Menschen beschäftigen, die noch geringe Sprachkenntnisse haben, sagt der

Vorsitzende. Und: „Wir wollen die Menschen, die das durchgemacht haben, so

gut wie möglich empfangen, dass sie sich auch geschätzt fühlen.“ Das Ziel:

Vertrauen in die Menschen in Singen zu schaffen.

Gerechtigkeit bei der Abgabe der Lebensmittel sei eines der großen Themen in

der Praxis, erzählt Ladenleiterin Ute Knopf. So müsse man Menschen aus dem

Ausland, die eine Kundenkarte neu bekommen, erst erklären, dass die Waren

im Tafelladen auf alle Kunden aufgeteilt werden müssen und nicht einfach

verkauft werden können. Und die Altkunden treibe die Sorge um, dass für sie

nicht mehr genug bleibe, sagt Udo Engelhardt. Aggressive Stimmungen frühzeitig

zu entschärfen, sei eine ständige Aufgabe für das Team – notfalls mit befristeten

Hausverboten bei extremen Äußerungen, was bislang drei Mal vorgekommen sei,

sagt Ute Knopf. Und: „Meist schimpfen ältere Menschen über Flüchtlinge und

vergessen dabei, dass ihnen auch geholfen wurde, als sie nach dem Zweiten

Weltkrieg fliehen mussten.“ Für Engelhardt ist indes klar, dass die Tafel das, was

sie bekommt, gerecht an alle Kunden verteilt. Doch kritische Situationen gebe es

nur selten, ergänzt Maria Wulfert.

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07.07.2015 Rielasingen-Worblingen  von Ingeborg Meier

Bundesverdienstkreuz am Bande für

Willy Wagenblast

Der Tafel-Aktivist wird für sein soziales Engagement geehrt.

Minister Peter Friedrich würdigte seinen Einsatz für bedürftige Menschen

Strahlende Gesichter beim Eintrag ins goldene Buch: Willy Wagenblast wurde das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen (Mitte). Die herausragende Ehrung überbrachte Europaminister Peter Friedrich (l.). Mit Wagenblast freut sich Bürgermeister Ralf Baumert (r.)

Es war ein feierlicher Moment, als Willy Wagenblast unter dem Applaus

seiner Familie, Freunde und einiger Wegbegleiter aus den Wohlfahrts-

verbänden von Peter Friedrich das Bundesverdienstkreuz am Bande an

das Revers geheftet bekam. Der Minister für Bundesrat, Europa und

internationale Angelegenheiten überbrachte dem Rielasinger Bürger

den Orden als Dankesbekundung des Staats für Wagenblasts heraus-

ragendes soziales Engagement im Ehrenamt in vielen Bereichen.

Einige davon führte Bürgermeister Ralf Baumert schon in seiner

Begrüßung an. Der 74-Jährige, der sich als Geschäftsführer der Kommunalen

Entwicklungsgesellschaft rund um den Bau der betreuten Seniorenwohnungen

St. Verena Verdienste erworben hat, war von Anfang an beim Ortsseniorenrat

tätig und hat sich in der Gemeinde im Freundeskreis Nogent-sur-Seine

engagiert.

Weit umfangreicher sind jedoch, wie Friedrich ausführte, Wagenblasts

Aktivitäten, sein Einsatz für Arme und Bedürftige außerhalb der Gemeinde.

Sie begannen, als sich der Kaufmann und Betriebswirt 2004 in den

Ruhestand zurückzog. Für Gartenarbeit eigne er sich nicht so recht, so die

lapidare Erklärung des neuen Bundesverdienstkreuz-Trägers. Wagenblast

hat sich lieber als Fahrer für die Singener Tafel engagiert, zwei Jahre später

war er Schatzmeister des Landesverbands der Tafeln Baden-Württemberg,

bald dann Schatzmeister des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. In

diesem Amt wurde er vor kurzem wieder bestätigt. In Deutschland gibt es

mittlerweile über 900 Tafeln. „Man kann sich vorstellen, welches Arbeits-

pensum er leistet“, betonte der Minister.

Bei der Singener Tafel habe Wagenblast die Kehrseite der Konsumgesellschaft

kennengelernt, so Friedrich in seiner Laudatio weiter: „Es ist gerade Willy

Wagenblast zu verdanken, dass die Idee der Tafel in der Region auf breite

Resonanz gestoßen ist“. Mittlerweile gebe es in Konstanz, Radolfzell und

anderen Orten im Kreis Tafelläden nach Singener Vorbild. „Willy Wagenblast

ist unermüdlich für das große und wichtige Sozialprojekt Tafel aktiv, es ist zu

seinem ganz persönlichen Projekt geworden“, sagte Minister Friedrich. „Es ist

seine Überzeugung, dass es Aufgabe und Pflicht nicht nur des Staates und

großer Organisationen, sondern auch jedes Einzelnen ist, etwas zu tun, um

bedürftigen Menschen zu helfen.“ Wagenblast ist mittlerweile auch Mitglied

der nationalen Armutskonferenz.

Neben dem Engagement für Menschen, die auf der Schattenseite der

Wohlstandgesellschaft leben – „heute weiß ich: Es sind Menschen wie Du

und ich,“ so Wagenblast in seinen Dankesworten an alle, die ihn unterstützt

haben – engagiert sich der Rielasinger auch für die Schwächsten der Schwachen

und hat den Verein ‚Wir helfen Kindern‘ ins Leben gerufen.

Unsere Demokratie lebe von Bürgern wie Wagenblast, die sich mitverantwortlich

fühlen für das Gemeinwesen, in dem sie leben, betonte Friedrich: „ Er engagiert

sich, um die Welt, in der wir leben, ein Stück menschlicher zu machen“.

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Südkurier Radolfzell

27.06.2015 Ramona Löffler

Radolfzeller Tafelladen hat Nachschub-Sorgen

Thema der Woche:

Die Tafel bekommt weniger Lebensmittelspenden, aber hat mehr Kunden.

Flüchtlinge machen inzwischen ein Viertel der Bedürftigen aus

Ein Team ehrenamtlicher Helfer sorgt dafür, dass die günstigen Lebensmittel gerecht an die Bedürftigen verteilt werden (von links): Christel Leitz, Doris Reuter, Susanne Hiltner, Dieter Aulenbacher, Hildegard Gallenschütz, Peter Korb, Sylvia Patzelt, Liman Bütüe und Horst Langer.                  

Ein Team ehrenamtlicher Helfer sorgt dafür, dass die günstigen Lebensmittel gerecht an

die Bedürftigen verteilt werden (von links): Christel Leitz, Doris Reuter, Susanne Hiltner,

Dieter Aulenbacher, Hildegard Gallenschütz, Peter Korb, Sylvia Patzelt, Liman Bütüc und

Horst Langer.

Weniger Nachschub, mehr Nachfrage: Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Radolfzeller

Tafelladens ist es oft nicht leicht, den Verkaufsraum für die Öffnungszeiten herzurichten.

Lebensmittelspenden sind weniger geworden, da die Konzerne knapper kalkulieren. Aber

die engagierten Bürger tun alles, um die Waren so einzuteilen, dass möglichst viele Bedürftige

– oder alle – etwas bekommen. Sie packen Obst gerecht in Tüten ab oder machen aus

einem Viererpack Joghurt zwei Zweierpackungen.

Die Gerechtigkeit der Verteilung ist das oberste Gebot bei der Tafel. Dort ist jeder gleich,

egal ob er aus Deutschland kommt, Migrant oder Flüchtling ist. Bevor der Laden öffnet,

sammelt Horst Langer, der zum Team des Ladens gehört, die Berechtigungskärtchen

aller Wartenden ein. Er mischt sie gut durch. Dann dürfen die ersten fünf, deren Karten

oben auf dem Stapel liegen, in den Laden. Alle anderen müssen warten. Im Verkaufsraum

steht auf einer Tafel, wie viel Wurst, Joghurt und Käse jeder nehmen darf.

„Wir haben großzügige Spender“, erklären Hildegard Gallenschütz und Susanne Hiltner,

die den Laden leiten. Dennoch hat der Laden insgesamt weniger Lebensmittel als früher

zur Verfügung. „Wir hoffen, dass es nicht noch weniger wird“, sagen die beiden. Die Helfer

schauen nun, wie es weitergeht. Was sie machen, falls die Warenmenge weiter sinkt,

wissen sie noch nicht. Seit der Eröffnung des Tafelladens vor fünf Jahren hat sich die Zahl

der Kunden, die an einem Öffnungstag vorbeischauen fast verdoppelt. Damals waren es

knapp 30, jetzt sind es meist um die 60. Das Team der Tafel hat sogar 260 registrierte

Berechtigte, doch nicht immer kommen alle zum Einkaufen, wenn der Laden am Mittwoch

und Freitag von 10 bis 12 Uhr öffnet. Rund ein Viertel der Kunden sind Senioren, die eine

kleine Rente haben, ein weiteres Viertel sind Bürger mit Migrationshintergrund. Ebenso

viele sind Flüchtlinge und Asylsuchende. Ihre Zahl sei im vergangenen Jahr gestiegen,

erzählt Hildegard Gallenschütz.

Der 35-jährige Nihrio Sabber ist einer der Flüchtlinge, die regelmäßig im Tafelladen einkaufen

kommen. Er spricht momentan noch kein Deutsch, da sein Asylverfahren noch nicht

entschieden sei und Deutschkurse gebe es vorher nur für Flüchtlinge unter 25 Jahren,

erklärt er im Gespräch mit dem SÜDKURIER auf Englisch. Er stammt aus dem Irak und

kam vor rund vier Monaten nach Radolfzell. Hier wohnt er in einem Heim, in dem neben

Asylsuchenden aus seinem Heimatland auch Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern

leben. Nihrio Sabber ist dankbar, dass es den Tafelladen gibt. „Die Leute sind hier sehr

freundlich und hilfsbereit. Hier gibt es gute und günstige Sachen“, sagt er. Während der

35-Jährige sich sofort gut mit den Helfern im Tafelladen verständigen konnte, gibt es bei

anderen oft erst mal eine Sprachbarriere. Die Ehrenamtlichen erzählen aber, dass es nach

Anfangsschwierigkeiten oft gut funktioniere und sich alle über die Hilfe aus dem Tafelladen

freuen.

Das Tafel-Team seinerseits freut sich über jede Spende, die über die Anlieferung aus der

Tafel-Zentrale in Singen hinausgeht. So kommen manchmal Bauern und bringen Waren,

die die Helfer günstig an Bedürftige weitergeben können. Die Nachbarschaft sei auch

hilfsbereit, erzählt Susanne Hiltner. „Sie sehen die Schlange vor dem Laden und fragen,

was wir noch brauchen können.“ Ein älterer Herr mit Garten habe zum Beispiel auch schon

zehn Gurken für den Laden gebracht. Es habe auch schon Bürger gegeben, die sich statt

Geburtstagsgeschenken Geldspenden an die Tafel gewünscht hätten. Jede Spende hilft

dem Laden.

So funktioniert der Tafelladen

Berechtigung:

Wer über ein niedriges Einkommen/Rente verfügt, Arbeitslosengeld II oder

Wohngeld bekommt, einen Sozialpass hat, Flüchtling oder Asylbewerber ist

oder Grundsicherung bekommt, hat Anrecht auf einen Berechtigungspass für

den Tafelladen. Ein Mitarbeiter der Tafel sammelt zu Beginn der Öffnungszeiten

alle Berechtigungskarten ein, mischt sie gerecht und lässt zunächst die ersten

Fünf, deren Karten oben liegen, herein. Wenn diese Fünf eingekauft haben,

dürfen die nächsten rein .

Waren für den Laden:

Der Radolfzeller Tafelladen gehört dem Verein Singener Tafel an, zu denen

auch die Läden in Singen, Konstanz, Stockach und Engen gehören. Die meisten

der angebotenen Waren werden zentral in Singen verwaltet und von dort aus

verteilt. Mit Backwaren ist die Tafel immer am besten versorgt. Obst, Gemüse

und Waren für die Kühltheke variieren stark und manchmal gibt es wenig. Dinge

wie Nudeln, Reis und Zucker sind eigentlich stark gefragt, aber bekommt der

Laden nur sehr wenig angeliefert oder gespendet. Auch Sachen wie Waschmittel

und Shampoo würde sich das Tafel-Team für den Laden wünschen, doch diese

werden sehr selten gespendet.

Private Spenden:

Wer Lebensmittel spenden möchte, kann in den Öffnungszeiten (mittwochs und

freitags von 10 bis 12 Uhr) bei der Tafel vorbeigehen oder an diesen beiden

Tagen zwischen 8 und 13 Uhr unter (01 52) 03 59 83 10 anrufen. (löf)

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Südkurier 02.02.2015  von Gerhard Waschkowitz

Tafelladen wird dringend benötigt

Die Nachfrage im Engener Tafelladen steigt. Mittlerweile gehören auch

Flüchtlinge zu den Kunden der Einrichtung.

Nudeln, Brot und Zahnpasta: (von links) Detlef Lohmann von Allsafe Jungfalk, Thomas Fürst und Thomas Heintschel von der Caritas, Udo Engelhardt, Vorsitzender der Tafel Singen und die Engener Tafelladen-Leiterin Beate Jörg zeigen einen Teil des Angebotes.

 

 

Nudeln, Brot und Zahnpasta:

(von links) Detlef Lohmann

von Allsafe Jungfalk, Thomas

Fürst und Thomas Heintschel

von der Caritas, Udo Engelhardt

Vorsitzender der Tafel Singen

und die Engener Tafelladen-

Leiterin Beate Jörg zeigen

einen Teil des Angebotes.

Bild: Waschkowitz

 

Der Tafelladen in Engen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Für sozial schwache

Familien und Einzelpersonen stellt die Einrichtung eine große Bereicherung dar.

Wie dringlich das Angebot der Tafel ist, davon berichtet die Leiterin Beate Jörg.

„Aktuell nutzen rund 35 Familien oder Personen unser Angebot regelmäßig, das

bedeutet etwa 100 Personen profitieren davon“, sagt sie. Die Zahlen würden

stetig steigen, und dabei seien die Flüchtlinge noch nicht einmal mit eingerechnet,

berichtet Jörg. Doch auch diese Bevölkerungsgruppe zähle mittlerweile zu ihrer

Kundschaft: „Die Flüchtlinge aus Welschingen kommen allerdings auch schon.“

Von Anfang an gut besucht

Der Tafelladen in Engen wurde 2009 in der Hauptstraße als Filiale der Tafel von

Singen eingerichtet. Er sei gleich gut frequentiert worden, erinnert sich Beate

Jörg an die Anfänge. Er gewährt sozial schwachen Familien und bedürftigen

Personen den verbilligten Einkauf gespendeter Waren des täglichen Lebens.

„Rund 20 Bedarfsgemeinschaften, von 110 bestehenden, haben ihn anfangs

regelmäßig genutzt“, erklärt die Leiterin. Nach dem Umzug 2013 in das Sozial-

zentrum der Caritas in der Schillerstraße habe sich die Teilnehmerzahl stetig

vergrößert. „Aus diesem Grund haben wir auch die Öffnungszeiten erweitert“,

sagt sie. Die Einrichtung steht Kunden mit einem Berechtigungs-Nachweis jeweils

Dienstag von 10 bis 12 Uhr und Donnerstag von 14 bis 15.30 Uhr offen.Regelmäßig

wird der Tafelladen in Engen von den drei Bäckern beliefert. Die Tafel aus Singen

fährt außerdem zwei Discounter an und liefert deren Waren auch nach Engen. „Wir

bekommen allerdings auch Waren-Spenden von Familien oder Einzelpersonen“,

berichtet Beate Jörg. Mit Sonderaktionen versucht der Tafelladen in Engen die

Bevölkerung zur Mithilfe und zu Spenden zu animieren. „Besonders erfolgreich war

die Aktion ‚Kauf zwei und spende eins‘ vor Weihnachten“, sagt sie. Die Menschen

hätten ihre Herzen weit geöffnet und zahlreich gespendet, lobt sie. „So konnten wir

unseren Kunden und besonders ihren Kindern viele Wünsche, gerade vor Weihnachten,

erfüllen“, sagt Beate Jörg.

Den Überfluss nutzen

Der Tafelladen kauft keine Waren, sondern sei von der Philosophie her auf Spenden

angewiesen, betont Beate Jörg. Schließlich sei genug da, man müsse nur den

Überfluss nutzen. „Und wir brauchen auch die zahlreichen fleißigen Hände der

Ehrenamtlichen, ohne die nichts gehen würde“, sagt die Tafelleiterin. In Engen

engagieren sich mehr als 30 Helfer und leisten rund 1000 Stunden aktive Hilfe

im Jahr. Der Tafelladen ist mitten in der Bevölkerung angekommen. Neben Sach-

Spenden freut sich die Tafel auch über Geldspenden. So erreichte die Tafel erst jüngst

ein Geldsegen in Höhe von 10 000 Euro von dem Unternehmen Allsafe Jungfalk. Das

Geld wird von den Verantwortlichen der Tafel sinnvoll investiert und zwar zum Wohle

der Kunden. Der Sitzplatz vor dem Tafelladen soll eine neue Markise erhalten und vor

Sonnenstrahlung geschützt werden. Schließlich nutzen die Tafelkunden diesen Ort neben

dem Einkauf zur Kommunikation und Geselligkeit, berichtet Beate Jörg.

Kontakt: Engener Tafelladen, Schillerstraße 10a, 78234 Engen, Telefon 07733 505226,

und im Internet:www.singenertafel.de

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Singener Wochenblatt 15.12.2014  von Oliver Fiedler

Stiftung setzt Zeichen für Tafel

Spende über 3.000 Euro für täglichen Einsatz

Willy Wagenblast, Hans-Jürgen Krüger, Ingrid Hempel, Dietrich H. Boesken und Udo Engelhardt  bei der Übergabe des Schecks der Bürgerstiftung an die Singener Tafel. swb-Bild: of

Willy Wagenblast, Hans-Jürgen Krüger, Ingrid Hempel, Dietrich H.

Boesken und Udo Engelhardt bei der Übergabe des Schecks der

Bürgerstiftung

an die Singener Tafel. swb-Bild: of

Singen (of). Durch eine Spende des Präsidenten der Singener

Bürgerstiftung konnte diese nun eine Zuwendung über 3.000 Euro an

die Singener Tafel übergeben. Ingrid Hempel, Jürgen Krüger und Dietrich

H. Boesken nutzten dabei den Übergabetermin, um sich vom Vorsitzenden

der Singener Tafel, Udo Engelhardt, und dem Kassier des Vereins, Willy

Wagenblast, ausführlich über das Projekt zu informieren, das wenigstens

etwas Not lindern hilft in der Region. An die 50 Gäste kämen inzwischen

täglich in das Tafelrestaurant, informierte Udo Engelhardt. Der Anteil der

Rentner sei dort inzwischen auf über 40 Prozent gestiegen. „Gerade ältere

Leute kommen aus Stolz nicht, obwohl sie eigentlich auch bedürftig seien“,

so Wagenblast weiter. Über 40 Mitarbeiter in ganz unterschiedlichen

Anstellungen arbeiten inzwischen für die Tafel, einschließlich des Ladens.

Dieser wird zunehmend nun auch von Flüchtlingen und Asylbewerbern

besucht. Wichtig sei einfach auch der Kontakt, den man hier im Laden

oder Restaurant zu anderen Menschen bekomme. Dafür wollte die

Bürgerstiftung nun ein Zeichen setzen. 

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Singener Wochenblatt 11.12.2014.   von Oliver Fiedler

Großzügige Geste

Hohentwielstichler spenden an Engener Tafelladen

Stellvertretend für die Hohentwielstichlerinnen übergaben Ingrid Franke und Angelika Meßmer der Leiterin des Engener Tafelladens, Beate Jörg, einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro.

Stellvertretend für die

Hohentwielstichlerinnen

übergaben Ingrid Franke

und Angelika Meßmer der

Leiterin des Engener

Tafelladens, Beate Jörg,

einen Spendenscheck in

Höhe von 500 Euro.

 

 

Engen (sam). Mit dem Erlös der Tombolas, die die Handarbeitsgruppe

der "Hohentwielstichler" bei ihren zweijährig stattfinden Patchwork-

Ausstellungen während der Hilzinger Kirchweih veranstalten, bedenken

die rührigen Damen schon länger wohltätige Zwecke in der Region. Nun

kamen 500 Euro dem Tafelladen in Engen zugute, worüber sich dessen

Leiterin, Beate Jörg, sehr freute. Seit etwas mehr zwei Jahren ist der

Laden nun schon im neuen Caritasgebäude an der Schiller-Strasse -

barrierrefrei und zentral gelegen. Seine insgesamt 24 freundlichen

MitarbeiterInnen engagieren sich  ehrenamtlich und kostenlos für den

guten Zweck. Da der Tafelladen keine Lebensmittel ankauft, wird das

Geld voraussichtlich in den laufenden Betrieb gesteckt werden.

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Südkurier 04.11.14  von Franz Domgörgen

Tafelläden von Flüchtlingsstrom überfordert

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Durch die wachsende Zahl der Flüchtlinge wächst die Zahl

der Tafelkunden rapide. Allein in Singen kamen in den

vergangenen Wochen 200 neue Kunden dazu.

Jetzt bitten die Läden um Hilfe.

Die fünf Tafelläden im Landkreis Konstanz, bei denen arme Menschen

Lebensmittel besonders günstig einkaufen können, sehen sich vor neuen

Herausforderungen. Denn die wachsende Zahl der Flüchtlinge führt den

Tafelläden verstärkt neue Kunden zu. Udo Engelhardt, Leiter der Singener

Tafel und Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, unter dessen Dach

die Tafelläden im Kreis organisiert sind, spricht von einem deutlichen

Anstieg der Asylbewerber unter den Tafelkunden. Allein in Singen seien in

jüngster Zeit weitere 40 Flüchtlingsfamilien hinzugekommen.

„Da diese Familien fast alle vier oder mehr, in der Spitze aus bis zu zehn

Familienmitgliedern bestehen, bedeutet das für die Singener Tafel, dass

innerhalb weniger Wochen mehr als 200 weitere Menschen Lebensmittel

über die Singener Tafel beziehen“, rechnet Engelhardt gegenüber dieser

Zeitung vor. Asylbewerber zählen grundsätzlich zum Kreis der Berechtigten,

die in den Tafelläden einkaufen dürfen.

„Asylbewerber sind willkommen“, sagt Engelhardt. Er macht aber auch klar,

dass die Tafeln sich auf die neue Entwicklung einstellen müssen. So sehen

sich zum Beispiel die ehrenamtlichen Helfer in den Verkaufsstellen vor

beträchtlichen sprachlichen Hürden. Anita Hoffmann, Leiterin der Konstanzer

Tafel am Gottmannplatz, ist deshalb froh, eine arabisch sprechende

ehrenamtliche Helferin im Team zu haben. Hinweise zur Tafelpraxis sind in

Konstanz am Tafelladen in fünf verschiedenen Sprachen ausgehängt.

Doch es ist nicht nur die steigende Zahl der Kunden, die die Organisatoren

der Lebensmittelverteilung derzeit beschäftigt. „Wir haben mehr Kunden und

bekommen von den Lebensmittelgeschäften weniger Waren“, erläutert die

Konstanzer Tafelladen-Leiterin Anita Hoffmann. Mitunter seien die Vorräte

schon knapp.
Ursache für den rückläufigen Warenfluss macht Udo Engelhardt an einer

veränderten Organisationspraxis fest. Er geht davon aus, dass der Lebensmittel-

handel weniger Überschüsse einplant. Durch die Akquirierung von Waren im

Großhandel könne das Manko zum Teil ausgeglichen werden, so Engelhardt.

Bei einer Zusammenkunft der Tafel-Verantwortlichen im Landkreis Konstanz

erörterten die Teilnehmer bereits in der Vorwoche die Lage. Die Runde

versicherte sich laut Engelhardt auch der eigenen Position in der Flüchtlingshilfe.

„Da sind wir die Spezialisten für Lebensmittel“, bekräftigt er. Er appelliert an

Handel wie private Produzenten, Lebensmittelspenden zur Verfügung zu stellen.

      3800 Menschen sind Tafel-Kunden

Die Idee: In Deutschland werden täglich viele Tonnen Lebensmittel

vernichtet, obwohl sie noch verzehrbar sind. Gleichzeitig gibt es auch hierzulande

Millionen Menschen, die nicht ausreichend zu essen haben. Die Tafeln schaffen

eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel: Sie sammeln qualitativ einwandfreie

Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und verteilen diese an sozial und

wirtschaftlich Benachteiligte – kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag.

Die Praxis: Im Landkreis Konstanz existieren fünf Tafelläden: in Konstanz,

Singen, Radiolfzell, Stockach und in Engen. In den beiden größten Städten

haben die Tafelläden an vier Wochentagen geöffnet, in den drei kleineren

Städten sind es zwei Öffnungstage. Die Tafeln im Landkreis Konstanz verteilen

monatlich rund 90 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige. Davon sind 70 Tonnen

in der Region akquirierte Spenden, 20 Tonnen sind Spenden, die über den Landes-

beziehungsweise Bundesverband vermittelt werden.

Die Berechtigten: In den Tafelläden dürfen Menschen, beziehungsweise Bedarfs-

gemeinschaften einkaufen, die von wenig Geld leben müssen. Dazu zählen Personen,

die einen Sozialpass vorlegen können, die länger arbeitslos sind, oder die von

sozialer Grundsicherung leben. Auch Asylbewerber dürfen in Tafelläden einkaufen.

Die Tafeln im Landkreis Konstanz versorgen derzeit rund 3800 Personen in rund

1700 Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln. (fdo)

Auch der Bundesverband Deutsche Tafel (Berlin) beobachtet die Entwicklung.

Natürlich seien die Tafelläden Anlaufstellen für Menschen, die aus Krisenländern

nach Deutschland kommen, stellt Verbandssprecherin Stefanie Bresgott fest.

„Fakt ist: Einige Tafeln melden eine massive Zunahme“, so Bresgott. Und die

Tafeln könnten nur verteilen, was ihnen zuvor gespendet worden sei.

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Südkurier Radolfzell vom 06.10.2014 von Georg Lange

Tafel-Aktion in Radolfzells guter Stube

Sind aktiv und schätzen das

bürgerliche Engagement

(von links): Udo Engelhart

(Vorsitzender der Tafeln im

Landkreis Konstanz),

Oberbürgermeister Martin Staab

und der Leiter der Freien

Evangelischen Gemeinde,

Hans Rohn.  

Bild: Georg Lange

Wie kann man auf die Not von Menschen aufmerksam machen?

Der Radolfzeller Tafelladen und die freie evangelische Glaubens-

gemeinschaft setzen auf Impulse durch eine Gratis-Suppen-

Speisung auf dem Seetorplatz.

Eine Woche früher als sonst feierte die Freie Evangelische Gemeinde ihr

Erntedankfest auf dem Seetorplatz in Radolfzell. Sie wollte damit die

Möglichkeit bieten, anders über den anstehenden Erntedank nachzudenken,

sagte der Gemeindeleiter der Glaubensgemeinschaft, Hans Rohn. Bei

kostenloser Kartoffel-Lauchremesuppe und einem Gemüseeintopf mit

Rindeinlage lud sie die Bürger Radolfzells zu einem Essen an einer langen

Tafel und unter freiem Himmel ein.

„Auch bei uns ist es nicht selbstverständlich, dass Menschen genügend zu

essen haben“, sagte der Christ. Gemeinsam mit dem Tafelladen organisierte

die Glaubensgemeinschaft zum dritten Mal eine derartige Speisung in

Radolfzell. Die Schlegele-Kings sorgten für die musikalische Unterhaltung.

Hilfe als Indikator für Stabilität

Die Idee der öffentlichen Tafeln findet in vielen Städten und Gemeinden

Anklang. „Die Ursache ist bedauerlich, aber wir müssen das nehmen wie

es ist“, sagte Oberbürgermeister Martin Staab in seiner Begrüßungsrede.

Es sei gut, dass öffentliche Tafeln Anklang finden, da sie Menschen verbinden,

Vertrauen schaffen und Vorbehalte auflösen. Er betonte, dass das gemeinsame

Engagement der kirchlichen Vereinigung mit dem Tafelladen etwas Besonderes

sei: „Erst eine Gesellschaft, die sich für andere einsetzt, ist lebendig und stabil.“

Martin Staab geht davon aus, dass dem in Radolfzell so ist, da sich viele

Menschen für andere einsetzen. Wichtig sei die Öffentlichkeit, die über eine

solche Aktion erlangt werden kann. Die Stadt Radolfzell unterstützt die Tafel-

Initiative, sie stellt eine Verkaufsräumlichkeit in der Markthallenstraße zur

Verfügung.Seit fünf Jahren erfährt der Tafelladen auf diese Weise eine

Unterstützung. „Er ist Teil der Radolfzeller Gesellschaft geworden“, sagte

der Vorsitzende des Tafelladens, Udo Engelhardt, der im Landkreis für die

Niederlassungen in Singen, Konstanz, Stockach und Radolfzell zuständig ist.

Der Vorsitzende der Tafel verspürt dabei „eine positive Betroffenheit“.

Sie erzeuge ein Bedürfnis, das nachhaltig geholfen werden müsse. Es

entstehe ein Netzwerk aus bürgerschaftlichem Engagement, das wiederum

ein neues Gemeinschaftsgefühl erzeuge. Die Krise der Armen sei somit eine

Chance für gemeinschaftliche Tätigkeiten. Das mache ihm Mut, weiterzumachen.

…und den Besuchern schmeckt's

160 Liter Gemüseeintopf und 50 Liter Kartoffel-Lauchcremesuppe hält der

gelernte Koch und Logistik-Chef im Tafellager Rielasingen, Richard Wiggenhausen

für die Besucher der Speisung am Seetor bereit – in einer Feldküchen-Gulasch-

kanone, die er aus dem Bestand der Nationalen Volksarmee der ehemaligen

DDR günstig erworben hatte. Das dunkle Olivgrün färbte er mit goldfarbigem

Hammerschlag um und setzte bunt gestreifte Jalousien an. Durchgängig erhielt

er Lob für seine Suppen. Eine gesättigte Passantin fragte ihn, für welches

Restaurant er arbeiten würde.

Die Initiatoren 

Die Freie Evangelische Gemeinde

organisierte zum dritten Mal zusammen mit dem Tafelladen eine öffentliche

Speisung. Die christliche Vereinigung finanziert die Unternehmung durch eine

Kollekte der Gemeindemitglieder. Wegen ihres Sonderstatus erhält sie übrigens

keine Zuwendungen durch Kirchensteuern. Die Mitgliedschaft besteht durch den

Glauben und nicht durch die Taufe.

Der Tafelladen

bietet armen Menschen die Möglichkeit, günstig Lebensmittel einzukaufen.

Betreut wird er von Hildegard Gallenschütz und Susanne Hiltner. 196 Personen

sind derzeit angemeldet. Der Laden ist am Mittwoch und Freitag zwischen

10 und 12 Uhr geöffnet.

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Singener Wochenblatt 06.08.2014 von Oliver Fiedler

Kunstgarten und Gartenkunst

AWO hat Beerengarten erfolgreich umgestaltet

Seit drei Jahren berwirtschaftet die Arbeiterwohlfahrt mit ihrem Projekt Tafelgarten den „Beerengarten“ im ehemaligen Gartenschaugelände. Die erste Bilanz, die von Udo Engelhardt, Reinhard Zedler, Singens OB Bernd Häusler, Reinhold Imhäuser und Andreas Syré (im Bild mit einigen Mitarbeitern) gezogen wurde, ist sehr positiv. swb-Bild: of

Seit drei Jahren bewirtschaftet

die Arbeiterwohlfahrt mit ihrem

Projekt Tafelgarten den

„Beerengarten“ im ehemaligen

Gartenschaugelände. Die erste

Bilanz, die von Udo Engelhardt,

Reinhard Zedler, Singens OB

Bernd Häusler, Reinhold Imhäuser

und Andreas Syré

(im Bild mit einigen Mitarbeitern)

gezogen wurde, ist sehr positiv.

swb-Bild: of

 

Singen (of). Die Gärten an der Schaffhauser-Straße bei der Zufahrt zum Singener

Festplatz sind ein Kunstwerk. Ein „erschuf“ sie die Schweizer Kunst-Ikone Pipilotti

Rist mit ihren Kolleginnen im Rahmen des Projekt „Hier, Da und und Dort“ der

Landesgartenschau 2000. Die Künstlerin selbst war aber eher nur Ideengeberin

gewesen. Nach der Gartenschau wurde der Garten verschiedentlich verpachtet und

zuletzt auch aus Mülllager missbraucht. Seit drei Jahren hat das Projekt „Tafelgarten“

der Arbeiterwohlfahrt nun diesen Künstlergarten übernommen und praktiziert dort

eine besondere Gartenkunst. Denn es geht den Initiatoren um Nachhaltigkeit im

mehrfachen Sinne, wie nun bei einem Medientermin am letzten Mittwoch durch Udo

Engelhardt als Vorsitzendem des Tafel-Vereins und Betreuer der AWO, dem AWO

Geschäftsführer Reinhard Zedler, Reinhold Imhäuser und Andreas Syré vom Tafelgarten

dargestellt wurde. Zum einen geht es darum, hier den Mitarbeitern des Tafelgarten

besondere Aufgaben zu geben, die sie als meist Landzeitarbeitslose wieder fit machen

sollen für Tätigkeiten im so genannten ersten Arbeitsmarkt, zu anderen werden dort

auch Beeren der verschiedensten Art, Tafeltrauben, Tomaten und Gemüse angebaut,

die wiederum in den Gewächshäusern des Tafelgartens beim Waldfriedhof zu Produkten

verarbeitet werden, die dann in den Tafelläden angeboten werden können. Darüber

hinaus ist das rund 1.350 Quadramtmeter große Gelände, auch noch Standort für

Beete der neuen AWO-Kindertagesstätte „Takatuka-Land“. „Die Kinder hönnen hier

selbst entdecken, wie die Natur funktioniert“, freut sich Reinhold Imhäuser über den

wöchentlichen Besuch, der auch seine Mitarbeiter auf besondere Weise herausfordert.

„Wir fördern den Tafelgarten schon seit 16 Jahren“, unterstreicht OB Bernd Häusler. Er

ist zufrieden mit dem, was hier umgesetzt wird, auch wenn der Anteil der Menschen, die

wieder zurück finden in Erwerbsarbeit, doch eher bescheiden ist. Oft geht es einfach

darum, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Das gelinge ganz gut, ist das Fazit. Und es

gbit schon Mitarbeiter, die von hier aus den Weg zurück gefunden haben in den ersten

Arbeitsmarkt. Vor Ort sieht man die Mitarbeiter eifrig an der Arbteit. In solch einem reich-

haltigen Garten, der zudem noch über Trockbeete, Eidechsenbiotop, Bienenhotel, Kräuter-

spirale und manches weitere Schmankerl verfügt, geht die Arbeit auch nie aus. Und ein

Grill vor dem Geräteschuppen macht deutlich, dass es hier auch noch um was ganz

anderes als Arbeit geht.
Der Garten entlockt manchem Passanten ein Lob, denn es ist aufgeräumt und richtig

vorzeigbar. Das Motiviert auch die Mitarbeiter. Wir hätten gerne noch viele weitere

Gärten aus den wir Ernten und die wir Pflegen könnten, meint Reinhold Imhäuser.

Wer solche Gärten hat, kann sich gerne Melden unter 07731/18 15 27.
Seit drei Jahren berwirtschaftet die Arbeiterwohlfahrt mit ihrem Projekt Tafelgarten den

„Beerengarten“ im ehemaligen Gartenschaugelände. Die erste Bilanz, die von Udo

Engelhardt, Reinhard Zedler, Singens OB Bernd Häusler, Reinhold Imhäuser und Andreas

Syré (im Bild mit einigen Mitarbeitern) gezogen wurde, ist sehr positiv.

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Südkurier Singen 23.06.2014  von Gudrun Trautmann

Wenn der hanseatische Kaufmann in der Singener Tafel kocht

Montags bei Trautmann: Der frühere Geschäftsführer des Warenhauses Woolworth in

Singen, Paul Wrobel, erzählt, warum er seit zehn Jahren einmal im Monat für die Singener

Tafel kocht.


Herr Wrobel, Lions und Rotary kennt man ja. Zonta und Round Table vielleicht

auch noch. Alles amerikanische Erfindungen, bei denen Wohltätigkeit eine große

Rolle spielt. Bei Kiwanis kommen aber die meisten Menschen ins Stocken.

Wofür steht Kiwanis?

Die Kiwanis-Bewegung hat ihren Ursprung ebenso in den USA. Wir sind eine internationale,

moderne Serviceorganisation von selbstständigen Clubs. Wir sind eine konfessionell und

politisch neutrale Organisation mit liberalen Grundwerten und sozialer Zielsetzung. So steht

es in unseren Statuten. Die Mitglieder stammen aus verschiedensten Berufszweigen und sind

in lokalen Clubs organisiert. Ein Kiwanismitglied muss grundsätzlich bereit sein, einen Teil

seiner Arbeitskraft und Freizeit für die Gemeinschaft und Förderung junger Menschen einzusetzen.

Und hier kommt Ihr Engagement für die Singener Tafel ins Spiel?

Hier kommt auch der SÜDKURIER ins Spiel. Als Sie vor zehn Jahren in einer Adventsaktion

die Bürger dazu aufriefen, für die Tafel zu kochen, da war mir klar, dass wir von Kiwanis

dabei sein würden. Ich brauchte keine Überredungskunst, um die Mitglieder unseres Clubs

dafür zu gewinnen. Damals haben wir für 40 Gäste gekocht. Weil ich die Verhältnisse in der

Tafelküche noch nicht kannte, habe ich sehr zum Leidwesen meiner Frau das meiste zu

Hause vorbereitet. Das habe ich aber nur einmal gemacht. Jedenfalls war die Aktion damals

so ein großer Erfolg. So haben wir in unserem deutsch-schweizer Club beschlossen, das als

feste Sozialaktion fortzusetzen und einmal im Monat für die Tafel zu kochen.

Wie viele Essen haben Sie in dieser Zeit für die Menschen mit kleinem Geldbeutel gekocht?

Im vergangenen Sommer hatten wir mal die Schnapszahl 7777 Essen erreicht. Das sind jetzt

natürlich wieder etliche dazu gekommen. Heute kochen wir jedes Mal 100 Portionen, weil wir

nicht nur die Tafelgäste bedienen, sondern auch die Beschäftigten im Tafellager und im –laden.

Wir haben auch beschlossen, dass wir alle Helfer einladen.

Heißt das, dass zu Ihrem Arbeitseinsatz auch noch die Lebensmittel gespendet werden?

Ja, der Club bezahlt immer die Rohstoffe.

Wie viele Mitglieder hat Ihr Club?

Wir sind 25 Mitglieder. Und alle stehen hinter dieser Aktion.

Wie muss man sich die Vorbereitungen vorstellen? Stehen alle 25 Kiwanis in der Tafelküche?

Nein. Den Einkauf und den Großteil der Vorbereitungen erledige ich. Einen oder zwei Tage

vor unserem Einsatz besorge ich die Lebensmittel. Das ist für mich eigentlich der anstrengendste

Teil. An dem Tag, an dem gekocht wird, beginne ich ganz früh in der Küche. Ich habe mir

ausbedungen, dass ich die ersten Stunden alleine arbeite. Erst ab 11 Uhr kann ich Helfer in der

Küche und bei den Vorbereitungen im Restaurant gebrauchen. Das akzeptieren auch alle.

100 Essen vorzubereiten, ist für eine Einzelperson aber eine besondere Herausforderung.

Ich würde mich davon überfordert fühlen. Wo haben Sie das gelernt?

Ich habe in meinem ersten Beruf ja Koch gelernt. Das war immer mein Wunschtraum. Meine

Eltern haben damals zwar versucht, mir diesen Gedanken auszureden. Sie haben mir alle

Nachteile wie Arbeitszeiten aufgezählt. Aber ich habe darauf beharrt und meine Lehre in dem

wunderbaren Hamburger Hotel „Waldschlösschen“ absolviert. Danach war ich für ein Jahr im

Hotel „Vier Jahreszeiten“. Das war ganz was Besonderes dort zu arbeiten. Ganz großes

Theater hinter den Kulissen. Da habe ich zwar nicht verdient, aber unglaublich viel gelernt,

auch was Benimmregeln angeht. Den Knigge musste man auswendig können. Das hat mir

bei meinen späteren Anstellungen in etlichen guten Häusern sehr geholfen.

Und trotzdem sind Sie dem Beruf irgendwann untreu geworden und in den

kaufmännischen Bereich eines Handelskonzerns gewechselt. Warum?

Ich wollte nicht in der Küche stehenbleiben, sondern träumte davon, selber mal so ein Haus zu

führen. Aber aus der Gastronomie heraus sah ich da wenig Chancen. Ich war eigentlich schon auf

dem Weg nach Südafrika, um etwas ganz anderes zu machen, als ich dem Hertie-Chef begegnete.

Er bot mir eine leitende Position in der Zentrale an. Das begann natürlich auf Assistentenebene.

Aber offensichtlich habe ich das Vertrauen nicht enttäuscht und bekam schon bald die Verantwortung

für den Einkauf und Revision. Das war eine große Ehre für mich. Ich musste viel reisen und hatte das

Qualitätsmanagement für 30 Hertie-Restaurants.

In Singen waren Sie aber Geschäftsführer des Bilka-Kaufhauses und später Woolworth.

Ja, ich war ehrgeizig und wollte Direktor werden. Ich hatte geglaubt, dass ich das aus der

Gastronomiebranche heraus niemals erreichen würde. Aber der damalige Hertie-Chef Paulsen

wollte mich halten und bot mir die Geschäftsführung des Warenhauses in Memmingen an. Es

folgten andere, darunter eben auch Singen. Hier haben wir uns als Familie so wohl gefühlt, dass

wir nach meiner Pensionierung unbedingt hier sesshaft werden wollten. Wir sind sehr glücklich in

Singen. Wir haben viele Freundschaften geschlossen, darunter auch in der Tafel. In den hanseatischen

Norden würde mich nichts mehr ziehen.

Apropos: Kochen Sie eigentlich auch zu Hause?

Nur sehr selten. Ich brauch zu viel Platz in der Küche. Da bin ich nicht so gerne gesehen.

Und meine Frau ist eine exzellente Köchin.

Zur Person

Paul Wrobel (70) wurde in Flensburg geboren und wuchs zusammen mit einem Bruder in

Hamburg auf. Sein Vater war Ingenieur bei der Marine. Er selber verfolgte aber schon sehr früh

das Ziel, Koch zu werden. Diesen Weg schlug er dann auch tatsächlich nach dem Abschluss der

Realschule ein. Er lernte in den besten Häusern und übernahm früh Verantwortung und hatte

Freude daran. Vom Ehrgeiz gepackt, strebte er nach Leitungsfunktionen. Er ließ keine Weiterbildung

aus. Doch dann kam seine große Chance bei den Kaufhausketten Hertie/Bilka und später bei

Woolworth. Hier rückte er zunächst in der Zentrale in die Rolle des Assistenten im Bereich Einkauf

und Personalführung und wurde dann schnell mit der Rolle des Abteilungsleiters im Bereich Einkauf

und Revision. Hier war er verantwortlich für das Qualitätsmanagement in 30 Hertie-Restaurants.

Doch das Ende der Karriereleiter war noch nicht erreicht. 30 Jahre lang leitete er als Geschäftsführer

Hertie- und später Woolworth-Häuser. So auch Woolworth in Singen. Seine Frau lernte Paul Wrobel

ebenfalls in der Hertie-Familie kennen. Sie war dort im Personalwesen tätig. Das Paar hat eine

Tochter, die in Zürich lebt.

Nach zahlreichen beruflichen Wechseln und Umzügen zog es die Familie wieder nach Singen. Im

Hegau fühlen sie sich wohl. Paul Wrobel ist Mitglied im Kiwanis-Club, der sich als Service-Club

sozialen Themen verpflichtet fühlt. In Singen engagiert er sich zusammen mit Kiwanis-Kollegen

seit zehn Jahren mit monatlichen Kochaktionen für die Singener Tafel. (gtr)

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Südkurier Singen 14.05.2014  von Michael Buchholz

Tafelläden stehen vor neuen Problemen

Beginnende Verteilungskämpfe und zurückgehende Spenden großer

Lebensmittelläden waren die Kernthemen der Hauptversammlung

des Vereins Singener Tafel.

Die einen halten sie für eine segensreiche Einrichtung, die anderen

empfinden es als Schande, dass es in einem wohlhabenden Land wie

Deutschland solche Institutionen überhaupt geben muss: die Tafelläden.

Bei der Hauptversammlung des Vereins Singener Tafel, zu dem auch

die Tafeln in Engen, Stockach, Radolfzell und Konstanz gehören, gab

es zwei beherrschende Themen. Zum Einen verändern sich die Nach-

schubwege, zum Anderen zeichnen sich Konflikte zwischen den Kunden-

gruppen ab, seit zunehmend Asylsuchende aus den Gemeinschaftsunter-

künften in Stockach und Konstanz bei den Tafeln einkaufen. Wie der

Vereinsvorsitzende Udo Engelhardt mitteilt, wird Ähnliches demnächst

auch in Singen zu erwarten sein. Den sich bereits abzeichnenden Konflikten

zwischen den unterschiedlichen Gruppen von Tafelkunden („Die Ausländer

nehmen uns die Lebensmittel weg“ oder: „Wir werden hier als Ausländer

diskriminiert“), wollen die Tafeln laut Udo Engelhardt schon im Vorfeld

eindeutig begegnen. Ein äußerliches Zeichen dafür seien neue Blechschilder

mit der Aufschrift „Respekt - kein Platz für Rassismus“, die gut sichtbar

vor den Tafeln angebracht werden sollen. Die Versammlung war sich einig

darin, dass alle Tafeln an dieser Stelle in den nächsten Monaten sehr

aufmerksam sein müssen, schreibt Udo Engelhardt.

167 Helfer (inklusive Vorstand) versorgen in fünf Tafelläden etwa 1500

Haushalte, das sind 3500 Personen, 1000 davon Kinder. Anhand der

Kundenstruktur im Singener Tafelladen lasse sich ableiten, dass die Zahl

der älteren Menschen, die nach einer Kundenkarte fragen, kontinuierlich

ansteigt. Mittlerweile seien 65 Prozent aller Antragsteller 50 Jahre und

älter, über die Hälfte seien aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr

erwerbsfähig. Engelhardt wünscht sich vom Landkreis günstige Fahrkarten

oder einen Sozialpass für Bedürftige aus Landgemeinden, die zum Einkauf

in die Städte fahren müssen. Wegen optimierter Logistik der lokalen Lebens-

mittelläden gehen dort die Warenspenden zurück. Dafür überreichen

zunehmend Privatpersonen und Initiativen Lebensmittelspenden. Kompensiert

wird das geringere Warenangebot der Supermärkte und Discounter auch durch

die Verteilung von Großmengen, die der Landes- und Bundesverband der

Tafeln von Herstellern und Großhandel erhalten. Mit der Aktion „Zu gut für die

Tonne“ schnitten sich die Tafelläden zwar ins eigene Fleisch, dennoch stehe

man zu den Aktivitäten gegen Lebensmittel- Verschwendung, sagt Udo Engelhardt.

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Südkurier Engen 08.04.2014

Wichtige soziale Arbeit

von Jürgen Waschkowitz

Auf fünf Jahre seines Bestehens blickt der Tafelladen

Engen im Caritasgebäude in der Schillerstraße zurück.

Das fünfjährige Bestehen ist Anlass für die Leiterin des Ladens,

Beate Jörg, eine Bilanz zu ziehen. „Der Engener Tafelladen ist

ein Kooperationsprojekt von Caritas Singen-Hegau und der

Singener Tafel“, erinnerte sie in einem Pressegespräch. Im Jahr

2009 wurde er in der Hauptstraße der Altstadt eröffnet. Seit

dem Umzug in das Sozialzentrum-Gebäude in der Schillerstraße

kämen immer mehr Menschen in Not in den Tafelladen, erklärte

Beate Jörg. „Aus diesem Grund haben sich die Öffnungszeiten

geändert.“ Die neuen Zeiten sind jetzt am Dienstag von 10 bis

12 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 15.30 Uhr. „Wir bedienen

in dieser Zeit rund 30 Bedarfsgemeinschaften, das sind Haushalte

mit Menschen in Not“, stellte die Leiterin vor. Die Kunden

bräuchten eine Kundenkarte und könnten besonders günstig

einkaufen. Beliefert wird der Tafelladen aus Singen, aber auch

von heimischen Betrieben, Bäckereien und Discountern, erklärt

Beate Jörg. „Außerdem haben die Menschen, die zu uns kommen,

auch die Möglichkeit der Beratung bei der Caritas-Sozialberatung

im Haus.“

Die Öffnungszeiten aufrecht zu halten sei nur mit dem ehrenamt-

lichen Engagement zahlreicher Helferinnen und Helfer möglich,

betont Beate Jörg. Aktuell hälfen 24 Helfer in den unterschiedlichs-

ten Bereichen des Tafelladens mit. „Pro Schicht sind sieben

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tafelladen oder bei der

Abholung von Ware aktiv“, lobt Beate Jörg. Großen Dank spendete

die Leiterin auch der Bürgerstiftung Engen, die für die Terrasse

Gartenstühlen spendiert habe: „Sie dienen unseren Kunden und

Mitarbeitern zur Pause und Erholung. “ Als allgemeines Dankeschön

plane der Tafelladen Engen aus Anlass seines fünfjährigen

Bestehens eine kleine Feier im Sommer für alle Sponsoren,

Unterstützer und Kunden, kündigte Beate Jörg an.

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Südkurier Singen 01.04.2014

Ausgezeichnete Ideen

 

 

 

 

B. Braun-Preis für Soziale

Innovationen geht gleich

zwei Mal in den Hegau:

an die Projekte Skipsy und

Kinderchanchen

Gleich zwei Initiativen aus dem Hegau wurden beim erstmals verliehenen

B. Braun-Preis für Soziale Innovationen im Aesculapium in Tuttlingen

ausgezeichnet. 10 000 Euro konnte die Initiative Skipsy aus Engen

entgegen nehmen, 7500 Euro das Projekt Kinderchancen aus Singen.

„Der mit 10 000 Euro dotierte erste Preis für Skipsy wird verliehen an ein

Gruppenangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien

mit psychisch kranken Eltern aus dem Raum Singen, Radolfzell und Höri,

heißt es in der Pressemitteilung zur Preisverleihung. Die Initiative Kinderchancen

Singen hat den zweiten Preis erhalten. In dem von der B. Braun-Sparte

Aesculap in Tuttlingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerich-

teten Wettbewerb werden Initiativen gewürdigt, die gesellschaftlichen

Problemen auf eine übergreifende und neue Weise wirksam begegnen.

„Kinderchancen Singen überzeugte durch ein hohes Maß an Prozesskom-

petenz und ein breites Portfolio an abgestimmten Aktivitäten zur Bekämpfung

von Kinderarmut“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Im Singener Verein

haben sich soziale Initiativen und Verbände, Vertreter von Schulen und Kinder-

tagesstätten, die Stadt Singen sowie Unternehmer und leitende Angestellte

zusammengeschlossen, um die Lebenssituation von Kindern in Singen

dauerhaft zu verbessern.

Da die eigentlich staatliche Aufgabe nicht mit der notwendigen Intensität

wahrgenommen werd, müsse dieses Engagement in besonderem Maße

gewürdigt werden, heißt es in der Begründung der Jury zur Auszeichnung.

„Die große Zahl und vor allem die Qualität der Bewerbungen zeigen das

überwältigende Engagement, den großen Einfallsreichtum und die spür-

wie sichtbaren Ergebnisse in einer lebendigen Zivilgesellschaft“, stellen

Aesculap-Chef Hanns-Peter Knaebel und Stephan A. Jansen, Präsident

der Zeppelin Universität, als Initiatoren des Preises fest.

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Südkurier Singen 03.02.2014 von Anna Maria Schneider

Singener Tafel hat noch viele

Aufgaben zu bewältigen

Bei der Tafel gibt es seit 15 Jahren mehr als nur Brot: Ohne die ehrenamtlichen Helfer wie Irma Li (von links) hätten Udo Engelhardt von der Singener Tafel und Willy Wagenblast vom Bundesverband Deutsche Tafel nicht so viel erreichen können.

Seit 15 Jahren ist der Verein Singener Tafel in der Region

aktiv und hat im ganzen Landkreis Tafelläden aufgebaut.

Trotz dieser intensiven Arbeit stehen die Helfer und

Verantwortlichen noch vor großen Herausforderungen.

Um viertel nach zehn sind bereits alle Sitzplätze besetzt. In dem

Restaurant des Singener Tafelladens wird im Gästeraum munter

geplaudert, in der Küche wird das Mittagessen gekocht. Es gibt

Suppe und Gnocchi. Im Tafelladen selbst kaufen bereits die ersten

Kunden ein, an der Brottheke herrscht reges Treiben. Die Singener

Tafel ist mehr als nur ein Lebensmittel-Geschäft für Bedürftige. Sie

ist ein Treffpunkt für viele Menschen, die aufgrund ihrer finanziellen

Situation nur am Rande der Gesellschaft ihren Platz haben. Seit nun

15 Jahren gibt es den Verein Singener Tafel. So viel Udo Engelhardt,

Vorsitzender des Vereins, und seinezahlreichen Helfer auch auf die

Beine gestellt haben, sie sehen sich noch immer vor großen Heraus-

forderungen.

Dabei geht es Udo Engelhardt bei seiner Arbeit nicht nur darum, den

Menschen mit Sachleistungen zu helfen. „Das Fehlen von sozialen

Kontakten und menschlicher Nähe ist mit rechtlichen Ansprüchen

nicht auszugleichen“, sagt er. In der Tafel erhalten Bedürftige nicht

nur günstige Lebensmittel, sondern sie erfahren auch Freundlichkeit,

ein offenes Ohr, Unterstützung und Beratung. Auch in Zukunft

möchte sich das Team der Tafel mehr in das soziale Netz der

Beratungsstellen, der Stadt Singen, des Arbeitsamtes und anderer

Institutionen integrieren. Die Tafel soll eine Art Anlaufstelle und

Wegweiser für Menschen in Not sein.

Die Singener Tafel in Zahlen

Mitarbeiter: In der Singener Tafel arbeiten insgesamt 57 Menschen.

Die meisten arbeiten als ehrenamtliche Helfer, aber auch Bufdis

(Bundesfreiwilligen Dienst), Bürgerarbeiter und Angestellte sind dort

tätig. Der Verein Singener Tafel ist Träger der Läden in Singen,

Konstanz, Stockach, Engen und Radolfzell. Insgesamt 181 Menschen

arbeiten dort.

Kunden: An den vier Tagen, die der Tafelladen geöffnet hat, besuchen

täglich zwischen 150 und 200 Kunden die Einrichtung. Der angeschlos-

sene Mittagstisch wird von jeweils 50 bis 70 Gästen am Tag in Anspruch

genommen. Aktuell haben 840 Haushalte in Singen einen Kundenausweis

für die Tafel. In Konstanz sind es 420, Stockach 225, Radolfzell 190

und Engen 130. Rund 3800 Menschen im Landkreis Konstanz beziehen

Lebensmittel von der Tafel.

Räume: Der Laden und das angeschlossene Restaurant haben eine

Größe von 180 Quadratmetern, das Lager in Rielasingen ungefähr 250

Quadratmeter.

Lebensmittel: Monatlich kommen bei der Singener Tafel etwa 50

Tonnen Lebensmittelspenden von Supermärkten zusammen. In Konstanz

fallen 15 Tonnen an, in Stockach fünf Tonnen. Vom Landes- und Bundes-

verband kommen nochmals etwa 20 Tonnen an Lebensmitteln. (ans)


Viele der Tafelkunden sind älter als 65 Jahre und von Altersarmut betroffen.

Auch für Udo Engelhardt sei es „erschreckend“ gewesen, wie sich die

Situation älterer Bürger dramatisch verschlechtert hätte. „Das Thema

Altersarmut wird uns sicher noch Jahrzehnte beschäftigen“, ist er sich sicher.

Vor allem in Singen sei die Lage verheerender als im übrigen Landkreis.

„Elf bis zwölf Prozent der Singener Bevölkerung beziehen Sozialleistungen.

Damit belegen wir im Landesvergleich einen der vorderen Plätze“, sagt Willy

Wagenblast vom Bundesverband Deutsche Tafel. Aus diesem Grund spüre

man die Auswirkungen von Altersarmut in Singen zuerst. Neben dem

Versuch, in Berlin politisch Einfluss zu nehmen, kümmern sich gerade einmal

zehn Mitarbeiter in der Bundeszentrale um die Tafelläden in der ganzen

Bundesrepublik.

Der Bundesverband schätze die Singener Tafel sehr, versichert Wagenblast.

Das angeschlossene Restaurant mit Mittagstisch und der Tafelgarten machen

sie zu einer bundesweiten Besonderheit. „Den Laden und das Restaurant in

einem Gebäude zu haben ist von hohem Wert“, sagt Engelhardt. Obwohl es

im Tafelladen und im Lager immer enger wird, sind die Verantwortlichen nicht

auf der Suche nach neuen Räumen. „Wir sehen uns als Teil des Sozialzentrums

am Heinrich-Weber-Platz, die Nähe zu den Beratungsstellen ist ein großer

Vorteil “, sagt er.

Einen Wunsch für die Zukunft hat der Tafel-Vorsitzende. Er könnte sich

vorstellen, in Singen eine Vesperkirche, ganz nach dem Modell aus Stuttgart,

zu veranstalten. Für eine bestimmte Zeit im Winter wird eine Kirche zur

Anlaufstelle für Bedürftige. Neben Essen und Versorgung bekommen Schutzlose

für die Zeit Obdach. „Das ist etwas, das würde sehr gut zu Singen passen“,

sagt Udo Engelhardt.

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Singener Wochenblatt 22.01.2014

Von Null auf angefangen

Singener Tafel besteht seit 15 Jahren

Idee ist aktueller denn je

Udo Engelhardt, Wolfgang Bangert und Britta Haupka blicken auf 15 Jahre Singener Tafel zurück.?swb-Bild: of

Udo Engelhardt, Wolfgang Bangert und Britta Haupka blicken

auf 15 Jahre Singener Tafel zurück.

swb-Bild: of,  von Oliver Fiedler

Singen (of). Am Samstag, 25. Januar, sind es genau 15 Jahre her, dass

sich der Verein Singener Tafel gegründet hatte. Der Geburtstag soll freilich

erst später gefeiert werden - im Sommer auf dem Weber-Platz vor dem

Tafelrestaurant. Die Gründungsmitglieder Udo Engelhardt (er ist seit diesen

15 Jahren auch Vorsitzender des Vereins Singener Tafel), Wolfgang Bangert

und Britta Haupka blätterten aus Anlass des Rückblicks in dem dicken Foto-

und Zeitungsartikelalbum, das in diesen Jahren entstanden ist.
Vorläufer der Singener Tafel war ein Arbeitslosentreff, den damals die AWO

angeboten hatte.
Doch Ende der 1990er Jahre fasste von Berlin aus die Tafel-Idee in ganz

Deutschland Fuß. Eine Reise nach Stuttgart, wo die erste Tafel im Land

entstanden war, brachte die Idee damals nach Singen, wo Armut immer

mehr ein Thema wurde. »Als klar wurde, dass sich die Arbeiterwohlfahrt

hier nicht engagieren wollte, haben wir einen eigenen Verein gegründet«,

beschreibt Udo Engelhardt das Klima damals. Ein eigener Verein, das war

auch eine Vorgabe der bundesdeutschen Tafelbewegung gewesen.

»Wir mussten damals ziemlich bei Null anfangen«, blicken die Gründer heute

zurück.
Ganz zu Anfang wurde schon ab dem 22. März zwei Mal in der Woche ein

Mittagessen in wechselnden Kirchenräumen geboten. Zum Start lieferte die

Kantine des Unternehmens Georg Fischer das Essen, und auch die Maggi

wie der Partyservice Holzinger unterstützten die Idee. Das Provisorium mit

den ständig wechselnden Adressen blieb erst mal für sechs Jahre bestehen.

Dann eröffnete sich die Möglichkeit, das ehemalige »Café Awocado« der AWO

am Heinrich-Weber-Platz als Mieter zu übernehmen. Dort konnte man auch

den Tafelladen platzieren, der zunächst in der Ekkehardstraße eröffnet hatte

und viel zu klein war.
Viel Pionierarbeit war nötig. »Wir mussten selbst herausfinden, welche Lebens-

mittel wir unseren Kunden anbieten können, welche Lagerbedingungen dafür

nötig sind«, so Britta Haupka. »Zuweilen wurden wir auch als Entsorgungs-

station für verdorbene Lebensmittel betrachtet.« Aus dem Pionier-Verein ist

ein mittelständisches Unternehmen geworden. Auch die Tafel bietet wie der

reguläre Handel inzwischen eine »Kühlkette« zur optimalen Lagerung der

Lebensmittel an, die den Tafelkunden dann für zehn Prozent des üblichen

Preises zur Verfügung stehen.
170 Mitarbeiter (oft wird ihnen hier auch »Arbeit« geboten), doch nur einer

davon ist hauptamtlich angestellt: Richard Wiggenhauser ist für die Koordination

des »Großhandels« im Austausch mit den anderen Tafeln in Baden-Württemberg

zuständig. Ein »Umsatz« von 250.000 bis 300.000 Euro im Jahr steht in der

Bilanz.
Inzwischen deckt die Singener Tafel fast den ganzen Landkreis ab. 2005 kam

die Konstanzer Tafel dazu, 2007 die Stockacher, 2009 die Radolfzeller, und seit

2010 gibt es auch in Engen einen Tafelladen. Fünf Lieferwagen sind für die Tafel

unterwegs, davon vier mit Kühlung. »Wir haben beim Tun gelernt«, macht Udo

Engelhardt deutlich.
Die Zahl der Vereinsmitglieder liegt seit den Gründungsjahren stabil bei 140.

Die Tafelidee ist aktuell notwendiger denn je, was die Nachfrage betrifft. Kreisweit

werden durch den Verein rund 1.600 Haushalte versorgt. Bedürftig wären

wahrscheinlich noch viel mehr.

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Südkurier Singen 28.12.2013

Ein Heiliger Abend, der im Gedächtnis bleibt

Ehrenamtlicher Einsatz an Heiligabend. Unser Bild zeigt (v.l.): Dalal El Bachir,

Irene Matt, Christian Ribler, Fatma Belfatmi und Holger Schlie

Für Menschen mit schmalem Geldbeutel sind hohe Festtage wie

Weihnachten eine besondere Herausforderung. Die Singener

Tafel und die Familie Ribler sorgten dafür, dass der Heilige Abend

zu einer gelungenen Feier wurde.

Auch in diesem Jahr waren die Helfer der Singener Tafel in der

Weihnachtszeit sehr aktiv. Neben Geschenkaktionen für die Kunden

der Singener Tafel und deren Kinder waren die Angebote zu Kaffee und

Kuchen an den Adventssonntagen in diesem Jahr besonders gut besucht.

Dies wohl auch, weil die Tafel durch Schüler der Singener Jugendmusikschule

und Vorleser der Singener Lesegesellschaft e.V. unterstützt wurde. Die

Krönung war dann das Weihnachtessen am Heiligen Abend. Die Metzgerei

Ribler hat für die Gäste der Singener Tafel gekocht, die Lebensmittel

gespendet und alles aufs Beste gerichtet.
49 Gäste hatten sich für das Weihnachtsessen angemeldet. Manche hatten

den Termin vergessen oder noch andere Einladungen erhalten. Dafür durften

die Tafelhelfer andere Gäste begrüßen, die mit Freude und Dankbarkeit an

den langen Tafeln im Tafelrestaurant Platz genommen haben. Mit den

Helfern der Tafel waren es dann letztlich 52 Personen, die sich vom

gespendeten Essen der Familie Ribler verwöhnen ließen. So etwas bleibt in

Erinnerung. Viele Gäste nahmen sich deshalb auch die Speisekarte mit, um

anderen davon zu berichten zu können oder einfach als schöne Erinnerung

für sich selber.
Das Festessen bestand aus einer Kürbiscremesuppe, verschiedenen Blattsalate

der Saison, Vinaigrette und Yoghurtdressing, Pariser Brot als Vorspeise. Zum

Hauptgericht gab es Rinderrouladen in Burgundersoße, Serviettenknödel,

hausgemachte Spätzle, Apfelrotkraut, Rosenkohl. Für die muslimischen Gäste

und Helfer gab es Hähnchenkeulen. Der Nachtisch war ein Mousse von Bratäpfeln.

Dieses Weihnachtsessen war auch für die Singener Tafel etwas ganz Besonderes.

Helfer und Gäste waren sichtlich bewegt und konnten mit einem sehr guten

Gefühl in den Heiligen Abend gehen.