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Presse

Singener Wochenblatt  06.09.2010

Singen: Supertalent singt für Singener Tafel

Michael Hirte tritt am 21. November

in der Singener Stadthalle auf

Singen (swb). In kürzester Zeit eroberte Michael Hirte die Herzen

eines Millionen-Publikums im Sturm. Egal ob Pop oder Klassik: Allein mit seinem

Mundharmonika-Spiel verzaubert der Brandenburger die Massen. Sein Leben verlief

indes längst nicht immer so erfolgreich. Nach einem schweren Autounfall als

LKW-Fahrer fällt Hirte für zwei Monate ins Koma, bekommt ein steifes Bein und

erblindet auf dem rechten Auge. Nachdem er keinen Job mehr bekommt, wird er

Hartz-IV Empfänger und geht als Straßenmusiker durch die Fußgängerzone von Potsdam.

In der RTL-Castingshow „Das Supertalent“ begeistert er mit seinem „Ave Maria“

die Zuschauer und die Jury und wird mit 72 Prozent der Stimmen zum Supertalent

2008 gewählt. Mit zwischenzeitlich mehr als 800.000 verkauften Tonträgern ist

Michael Hirte einer der erfolgreichsten deutschen Interpreten. Sein Debütalbum

brachte ihm 3-fach Platin und er bekam die „Goldene Henne“ verliehen.

Jetzt kommt Michael Hirte am 21. November zu einem großen Benefiz-Konzert zu

Gunsten der Singener Tafel in die Stadthalle Singen. Der Organisator, Arne Mortsiefer

erklärt: „Es gibt wohl kaum einen authentischeren Gaststar als Michael Hirte. Viele

der Tafel-Kunden haben ein ähnliches Schicksal erlebt. Hirte war selbst bedürftiger

Tafel-Kunde in Potsdam und hat geholfen, Lebensmittel zu verteilen“. 

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Südkurier Engen / Kreis Konstanz  21.07.2010

Die Tafeln

Am Dienstag von 10 bis 12 Uhr ist der Laden geöffnet und wird von durchschnittlich

30 berechtigten Haushalts-Personen besucht. Rund 75 Personen werden mit günstigen

Lebensmitteln versorgt.

In Engen gibt es 120 Bedarfsgemeinschaften mit Ausweis. 20 Bäckereien unterstützen

die Tafelläden im Landkreis, in Engen alle drei Bäckereien. Dazu kommen zehn

Metzgereien, fünf Gemüsehändler, 25 Supermärkte und 25 Discounter, Tankstellen und

Drogerien. Zur Erntezeit beliefern auch Privatpersonen den Tafelladen.

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Südkurier Engen 21.07.2010

Einsatz für Bedürftige

Der Tafelladen Engen ist seit 18 Monaten erfolgreich in Betrieb

Mit einer Urkunde bedankte sich

Udo Engelhardt (rechts) vom Tafelladen Engen bei den Lebensmittellieferanten

und den 14 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Bild: jw

Engen (jw) Auf 18 Monate erfolgreichen Einsatz für sozial schwache und

bedürftige Familien kann der Tafelladen Engen zurückblicken. In einer kleinen

Feierstunde bedankten sich die Verantwortlichen bei den zahlreichen ehrenamtlichen

Helfern und den örtlichen Lebensmittellieferanten.

„Der Engener Tafelladen ist eine glückliche und sehr erfolgreiche Kooperation

zwischen dem Caritas-Verband Singen-Hegau und der Singener Tafel“, stellte

Brigitte Ossege-Eckert, Leiterin des Sozialdienstes der Caritas, bei der Begrüßung

der Gäste im Tafelladen in Engen fest. „In Engen ist der Tafelladen nicht nur

Anlaufstelle für Menschen mit wenig Geld, sondern auch ein sozialer Treffpunkt

für diese Klientel.“ Der Tafelladen in Engen solle nicht ein Almosenladen sein,

sondern ein Ort für den Erwerb günstiger Lebensmittel und strukturellen Hilfe

durch Beratung.

„Als wir vor 18 Monaten diesen Tafelladen eingeweiht haben, waren wir nicht

unbedingt sicher, ob das neue Angebot reibungslos in Engen funktionieren würde“,

erinnerte Bürgermeister Johannes Moser. Aber es sei die richtige Entscheidung

gewesen einfach zu beginnen. Die sozial schwachen Mitbürger fänden hier eine

gute Anlaufstelle, um sich günstig mit guten Lebensmitteln zu versorgen. Das

allerdings sei nur möglich, „weil wir in Engen eine große Schar bereitwilliger

Lebensmittellieferanten gefunden haben“, lobte Uwe Engelhardt, Vorsitzender

der Singener Tafel. „Ohne Lebensmittellieferanten geht auch kein Tafelladen“,

machte er klar. Stellvertretend für alle Geschäfte, Discounter und Privatpersonen

überreichte er Markus Grecht und Jürgen Waldschütz, sowie Susanne Hendriks

eine Dankesurkunde des Tafelladen-Verbandes. Beate Jörg von der Gemeinde-

Caritas stellte mit imponierenden Zahlen das großzügige Engagement der Helfer

in Engen vor. „Es gibt 14 Personen, die sich in Engen ehrenamtlich engagieren

und in den vergangenen 18 Monaten haben sie über 2000 Einsatzstunden im

Engener Tafelladen geleistet.“

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Südkurier Konstanz 15.07.2010

Ein großes Brot für 30 Cent

Seit fünf Jahren hilft der Tafelladen Bedürftigen

und feiert das am Samstag mit einem Fest

Anita Hoffmann hat vor fünf Jahren den

Tafelladen in Konstanz mit aufgebaut. Hier zeigt sie ein Foto vom Team

der ersten ehrenamtlichen Helfer. Bild: Rindt

Konstanz – Der Konstanzer Tafelladen erleichtert derzeit rund 1000 Bedürftigen

das Leben. Das Geschäft, in dem arme Menschen mit Berechtigungsschein zu

Tiefstpreisen Lebensmittel einkaufen können, wurde vor fünf Jahren eröffnet.

Die Konstanzer Tafel erinnert daran mit einem Fest am Samstag, 17. Juli,

von 11 bis 14 Uhr vor dem Laden am Gottmannplatz. Unter anderem treten die

Stimmungsmusiker der Radolfzeller Band „Get back“ auf. Die Rentnerin Anita

Hoffmann hat den Tafelladen in Konstanz zusammen mit zwei Helferinnen aufgebaut.

Die frühere Dekanatssekretärin an der Universität Konstanz hatte kaum den

Ruhestand erreicht, da wurde sie gefragt, ob sie in Konstanz einen Tafelladen

aufbauen möchte. Dieser sammelt und verwertet einwandfreie Ware, die Geschäfte

entsorgen wollen, etwa weil die Verpackung einen Knick hat. Hoffmann nahm die

Aufgabe an. Sie und ihre Mitstreiterinnen lernten von der damals schon etablierten

Singener Tafel, die auch mit Sachgütern beim Aufbau des Ladens in Konstanz half.

Am Gottmannplatz fanden die Tafel-Organisatoren freie Räume. Die ersten 20

ehrenamtlichen Helfer gewann der Tafelladen über eine Anzeige im Südkurier.

Das Team der Helfer ist inzwischen auf 45 Personen angewachsen.

„Der Zusammenhalt ist einfach toll.“ Die meisten, die sich für den Tafelladen

engagieren, sind Rentner. Sie sortieren und arrangieren die bei Konstanzer

Supermärkten eingesammelten Lebensmitteln im Tafelladen. Sie putzen Obst und

Gemüse und präsentieren es optisch ansprechend.

 

Nach etwa drei Jahren hatte der Tafelladen rund 800 Berechtigungsscheine zum

Einkauf herausgegeben, heute sind es etwa 500, trotz der nachweislich gestiegenen

Armut. Anita Hoffmann kann sich auch nicht erklären, warum die Kundenzahlen

gesunken sind. Sie weiß nur, die rund 1000 Menschen, die von den im Tafelladen

gekauften Waren leben, sind froh um das Angebot. Der Tafelladen gibt Waren zu

10 bis 30 Prozent des Ladenpreises ab. Ein Kilo Brot kostet beispielsweise 30 Cent.

Zu den Kunden gehören viele ältere Menschen, aber auch Alleinerziehende und

jüngere Arbeitslose. Viele schätzen den Laden auch als Treffpunkt, um mit anderen

ins Gespräch zu kommen. Voraussetzung für den Einkauf ist der Nachweis der Armut.

Das Einkommen oder die Rente dürfen nicht über 900 Euro liegen. Rückblickend auf

die fünf Jahre Tafelladen sagt Anita Hoffmann: „Der Laden ist eine Bereicherung.

Tonnen von Lebensmittel würden ansonsten auf dem Müll landen.“ Aktuell hofft der

Tafelladen auf Spenden für den Kauf eines neuen, stromsparenden Kühlschranks mit

Tiefkühlfach.

Der Konstanzer Tafelladen am Gottmannplatz ist montags, dienstags, donnerstags und

freitags von 12 bis 15 Uhr geöffnet.

Spenden: Sparkasse Bodensee, Konto: 241 20 396, Bankleitzahl: 690 500 01

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Südkurier Singen 09.07.2010

Strenge Regeln im Tafellager

Singen/Hegau – Schokolade, Kaffee oder Waschmittel haben in der

Singener Tafel Seltenheitswert. Diese Spenden sind noch rarer als

die begehrten Frischeprodukte wie Fleisch, Wurst, Milch oder Käse.

Endkontrolle: Bevor die gespendete

Ware das Lager in Rielasingen verlässt, prüft Elke Weingärtner (rechts)

die Haltbarkeit und Unversehrtheit der Verpackung. Bilder: Sabine Tesche

Wenn solche Waren im Lager der Singener Tafel in Rielasingen eingehen,

wachsen die Begehrlichkeiten. Kein Wunder, sind doch 90 Prozent der

Beschäftigten im Tafellager selbst Bedürftige mit einem schmalen Geldbeutel.

Produkte, die Mangelware sind, würde jeder von ihnen gerne in seinen eigenen

Einkaufskorb legen. Die Versuchung ist groß, die Beherrschung dank strenger

Regeln noch größer. Die Berechtigten im Lager können einkaufen wie jeder

Tafelkunde. „Allerdings nur an dem Tag, an dem sie auch arbeiten und nur so

viel, wie ihr Haushalt an einem Tag verbrauchen kann“, erklärt der Tafelchef

Udo Engelhardt. So wird die größtmögliche Gerechtigkeit gewährleistet und

sichergestellt, dass auch in den Tafelläden die attraktiven Produkte landen.

Ein ausgeschiedener Mitarbeiter reklamiert nachträglich Unregelmäßigkeiten.

„Vielleicht aus Frust“, vermutet Engelhardt enttäuscht. „Erst Anfang der Woche

waren unangemeldeten Lebensmittelkontrolleure des Landratsamtes bei uns.

Sie fanden keine Mängel. Das Job-Center geht solchen Beschwerden nach,

hat aber ebenfalls keine Kritik an der Tafelarbeit geäußert.“

Tatsächlich sei der Mitarbeiter-Einkauf in allen Tafeln Deutschlands ein heikles

Thema. „Wer erwischt wird, wie er Ware an der Kasse vorbeijongliert, muss gehen“,

sagt der Tafelchef. „Da hilft auch das Argument nicht, dass die Ware ja ohnehin

vernichtet würde.“ Das widerspricht nämlich den strengen Hygienevorschriften.

Es könne ja sein, dass jemand ein verdorbenes Produkt verzehrt und anschließend

erkrankt. „Einmal mussten wir eine Frau entlassen, weil sie gestohlen hat“, sagt der

Logistikchef Richard Wiggenhauser. „Zwei Frauen wurden verwarnt, weil sie weit

über ihren Bedarf eingekauft haben.“ Doch das Vertrauensverhältnis im Lager ist gut.

Die meisten Hartz-IV-Empfänger sind froh über diese Arbeit.

Gegen Mittag herrscht emsige Geschäftigkeit im Lager. Vier kleine Lieferwagen

haben die gespendeten Waren aus dem ganzen Landkreis eingesammelt: kistenweise

Salat, Tomaten, Erdbeeren und Brot im Überfluss. Backwaren gibt es immer genug,

da darf sich auch jeder bedienen. Obst und Gemüse sind schnell verderbliche

Saisonware. Jetzt kommen die zwölf Ehrenamtlichen und 1,50-Euro-Jobber zum Einsatz.

Jeder Salatkopf wird in die Hand genommen und gesäubert. Die Erdbeeren werden von

Hand verlesen und dann im Kühlhaus gelagert, bis sie an die fünf Tafelläden im Kreis

verteilt werden. „Wir sind hier in einer glücklichen Lage“, sagt Udo Engelhardt.

„Wir haben hier viele Lebensmittel produzierende Betriebe im Landkreis.

“ Davon profitieren die Bedürftigen. Allein in Singen versorgt die Tafel rund

1800 Menschen, die an der Armutsgrenze leben.

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Südkurier Singen 09.07.2010

Ein bisschen Leben

Die Singener Tafel ist eine soziale Einrichtung im besten Sinne:

Menschen ohne Arbeit können (zum geringen Lohn von 1,50 Euro)

für ein paar Monate einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und

erleben dafür Wertschätzung. Menschen mit kleinem Geldbeutel

können Produkte zu einem geringen Preis einkaufen, die sie sich

sonst nicht leisten könnten.    

(Gudrun Trautmann, Südkurier)

Es ist ein Kreislauf, der allein von Spenden und ehrenamtlichem Engagement lebt.

Ohne die beständige Großzügigkeit von Handel, Industrie und ehrenamtlichen

Helfern würde das System nicht funktionieren.Einige der Spender, wie zum

Beispiel die Randegger Ottilinquelle, sind vom ersten Tag dabei. Die Ursprungsidee

stammt aus Amerika, wo das soziale Netzwerk längst nicht so gut ausgebaut ist

wie in Deutschland. Aber auch bei uns hat es Risse bekommen. Auch bei uns

wächst die Zahl derer, die nur mit Zweit- und Drittjobs ihre Familie über Wasser

halten können, weil ihr erster Beruf zu schlecht bezahlt wird. 900 Berechtigungsscheine

hat die Tafel allein in Singen ausgestellt. Jeder Schein ist ein Zeichen der Armut

seines Besitzers und der dazu gehörenden Familie. Die Tafel ist ein sichtbarer

Indikator für den schwindenden oder wachsenden Wohlstand einer Gesellschaft.

Sie ermahnt uns zu Demut und Bescheidenheit.

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Wochenblatt Singen 07.07.2010

Energiesparlampen für die Tafelkunden

Von: Oliver Fiedler

Bundesweite Aktion von Osram soll beim Energiesparen helfen

Mike   Vogler von der Tafel Singen mit den Energiesparlampen, die ab   Donnerstag verschenkt werden. swb-Bild: pr Mike Vogler von der Tafel Singen mit den Energiesparlampen,

die ab Donnerstag verschenkt werden. swb-Bild: pr

Singen (swb). In einer bundesweiten Initiative hat die Firma Osram,

den Tafeln im  Landkreis Konstanz, eine Palette  Energiesparlampen gespendet.

Diese  Aktion soll dazu beitragen, dass Geld, Stom und CO 2 gespart werden  kann.

Ab Donnerstag den 8. Juli werden diese Lampen in den Tafelläden  abgegeben,

so lange der Vorrat reicht. Eine tolle Initiative, in die  richtige Richtung meint

Mike Vogler, ehrenamtlicher Helfer der Singener Tafel.

In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation „Die Tafel“ spendet

OSRAM 20.000 Energiesparlampen vom Typ Duluxstar Classic und Dulux Superstar

im Wert von 100.000 € an bedürftige Personen. Damit können Privathaushalten bis zu

7,2 Millionen kWh Strom und damit über 1,5 Millionen Euro über die gesamte

Lebensdauer sparen. Und auch die Umwelt profitiert von einer Reduktion von

bis zu 3.600 Tonnen CO2.   

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06.07.2010  Südkurier Singen

Schulranzen für die Singener Tafel

Singen (sk) Die Singener Tafel sucht gut erhaltene Schulranzen. Diese werden an Kinder

aus Familien mit wenig Geld weiter gegeben. Die Tafel freut sich über alle Angebote,

besonders sind aber Ranzen für Grundschüler gefragt. Vom 28. bis 30. Juli werden die

Ranzen und anderer Schulbedarf kostenlos an die zukünftigen Schüler abgegeben.

Die Schulranzen können direkt bei der Singener Tafel am Heinrich-Weber-Platz,

in der Zeit von 8 bis 16 Uhr, abgegeben werden. Infos unter: 07731/183310.

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Südkurier Stockach 17.06.2010

Stockacher Tafel zu Gast in Berlin

Zum Bundestafeltreffen fuhren auch die Stockacher Tafel-Mitglieder

und trafen im Straßenchor einen alten Bekannten.

Wiedersehen in Berlin: Die Stockacher Tafelmitarbeiter

treffen beim Auftritt des Straßenchors einen alten Bekannten, nämlich Chorleiter Stefan Schmidt,

links von Renate Ibbeken (Mitte), rechts Willy Wagenblast, Kreisschatzmeister der Tafel Konstanz.

Stockach (sk) Gemeinsam mit den Tafeln aus Konstanz und Singen besuchten Mitarbeiter der

Stockacher Tafel das „Bundestafeltreffen“ in Berlin. Unter der Schirmherrschaft von

Bundesfamilienministerin Kristina Köhler kamen 40 000 ehrenamtliche Helfer von 833 Tafeln

aus dem Bundesgebiet nach Berlin. Auf dem Alexanderplatz war eine 200 Meter lange Tafel

aufgebaut. Dort „tafelten“ alle Tafel-Verantwortlichen, ehrenamtlichen Helfer, Berliner Bürger

und Prominente.

Reante Ibbeken, Vertreterin der Stockacher Tafel freute sich besonders über den Auftritt des

„Straßenchors Berlin“. Als der Chor die Bühne betrat, sah sie ein bekanntes Gesicht wieder:

Stefan Schmidt aus Hindelwangen lebt seit acht Jahren in Berlin und leitet diesen Chor.

Der Straßenchor besteht aus Obdachlosen, Drogenabhängigen, Hartz-IV-Empfängern und

sozial engagierten Menschen. Stefan Schmidt bat die Gäste aus seiner alten Heimat zum

Mitsingen auf die Bühne: „Ich habe erlebt, dass alle Chormitglieder mit viel Leidenschaft

und Menschlichkeit ihre Lieder singen und war davon sehr stark berührt“, erinnert sich Renate Ibbeken.

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Singener Wochenblatt 13.04.2010

Hausener Ortschaftsrat bekochte die Singener Tafel

Von: Oliver Fiedler

Acht Räte im Einsatz für 50 Essensportionen

Da   waren die Küchenschürzen noch sauber:

Da waren die Küchenschürzen noch sauber:

Singen (swb). Der Ortschaftsrat Hausen bekochte Gäste in Singener Tafelrestaurant. 

Hilfreich war hierbei, dass „Chefkoch Norbert Richard“ die Speisen vorbereitet hat,

sodass in der doch kleinen Küche der Tafel die Endzubereitung erfolgen konnte. 

Dennoch wurde zeitig mit dem zubereiten begonnen, galt es doch über 50 Mittagessen

zu kochen und pünktlich auszugeben.

Auf dem Speisezettel stand: Käsesspätzle mit gedünsteten Zwiebeln und Petersilie dazu

ein gemischter Salatteller, als Nachtisch Quarkcreme mit Himbeeren und Zitronenmelisse

garniert. Etwas, so die Aussage von Wally Braunbarth, der guten Küchenfee des

Tafelrestaurantes, nicht auf der Speisekarte sonst zu finden ist.

Die Aufgaben waren schnell verteilt, sodass alle 8 Ortschaftsräte in der Küche beschäftigt

waren. Augenscheinlich war der Hunger der Gäste doch größer, als gedacht. Die Quarkcreme

als Nachtisch bereitgestellt, fand rasch ihren Abnehmer. Die Käsespätzle, punktgenau gegart

wurden ebenso restlos aufgegessen, wie die Salate.

Sehr positiv überrascht waren die Ortschaftsräte über die vielen persönlichen Dankesworte

der Tafelgäste und das Lob über die Zubereitung der Speisen. Anschließend galt es abzuwaschen,

und die Küche wieder in einem ordentlichen Zustand zu verlassen. Wally Braunbarth war mit den

Köchinnen und Köchen vom Ortschaftsrat aus Hausen mehr als zufrieden. Von Interesse war für

die Kommunalpolitiker der Tafelladen als Einkaufsmöglichkeiten, sowie das Warenangebot.

Einem Anderen geben was erbraucht.

Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr. Jetzt- nicht irgendwann.

Mit diesem Motto wirbt die Singener Tafel um Mithilfe in der Bevölkerung.

Nicht vergebens! Die Hausener waren sich einig.

Sie kommen wieder und bekochen die Gäste bei anderer Gelegenheit.

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Südkurier  Singen 06.04.2010

AWO-Ortsverein kocht für die Singener Tafel

Die Vorstandsmitglieder des AWO-Ortsvereins Singen Claudia Rehling, Maria Hanuschke,

Roland Lukiewski (von links) und Danielle Rupp (ganz rechts) kochten für die Besucher

der Singener Tafel Gulasch mit Reis und Salat.

Der Ortsverein spendete 500 Euro für einen neuen Herd.

Wally Braunbart von der Tafelküche (zweite von rechts)

und die Besucher lobten das Kochteam

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Südkurier Singen  16.03.2010

Mehr Mittagessen für arme Menschen 

Singener Tafel freut sich nach SÜDKURIER-Bericht über unverhofft

starke Unterstützung für ihr wichtiges Essen-Projekt

Die Singener Tafel kann bald noch mehr tägliche Mittagessen für Menschen mit

wenig Geld anbieten. Eine Aktion, die der SÜDKURIER unterstützte, hatte so

großen Erfolg, dass die Tafel ihr Essensangebot deutlich verbessern kann. Schon

in wenigen Wochen wird es soweit sein. Der Herd der Tafel-Küche am Heinrich-

Weber-Platz war nicht mehr zeitgemäß und dem Ansturm der täglich rund 50

Bedürftigen fast nicht mehr gewachsen. Die ehrenamtlichen Hilfskräfte bekommen

die Mittagessen kaum noch zumutbar organisiert und gekocht. „Es muss also ein

neuer Herd her“, sagt Udo Engelhard, der Chef der Tafeln im Landkreis. Ein Aufruf

im SÜDKURIER kurz nach Weihnachten hatte großen Erfolg, berichtet Engelhard jetzt.

„Wir bekamen durch den Zeitungsbericht sehr schnell viel Unterstützung für unsere

Herd-Aktion“, schildert Engelhard. Die Thüga-Energienetze stifteten spontan gleich

die Startspende über 1000 Euro. Weitere Unterstützer mit namhaften Beträgen kamen

in den folgenden Wochen hinzu. Etwa die Firma Widmann, die ebenfalls mit 1000 Euro

Förderung dabei ist. Hinzu kamen Einzelspenden von Bürgern.

„Insgesamt kamen bis jetzt knapp 9000 Euro an Hilfe zusammen. Das ist großartig“,

freut sich Engelhard. Auf rund 10 500 Euro wird sich der Gesamtbedarf für die

Küchenverbesserung belaufen. Geplant sind neben einem neuen Herd nun außerdem

ein Kombidämpfer und ein Kipp-Bräter. „Das macht unseren ehrenamtlichen Helfern

in der Küche das Zubereiten erheblich einfacher“, weiß Engelhard. Und Zeit ist beim

Mittagessen-Zubereiten wichtig. „Wir haben jeden Tag einen gehörigen Andrang.

Es werden eher mehr als weniger Menschen, die unser Mittagessen-Angebot brauchen“,

sagt er. Diese können künftig noch besser versorgt werden.

Derzeit laufen die technischen Vorbereitungen für die Küchen-Optimierung am Heinrich-

Weber-Platz. Genehmigungen für Abluft-Rohre sind noch nötig, doch da habe die Stadt

unbürokratische Hilfe zugesagt und auch die Hegau-Baugenossenschaft als Hausbesitzer

unterstütze das Projekt, bedankt sich Engelhard. In wenigen Wochen schon sollen dann

der Herd und die weiteren Einrichtungen in Betrieb gehen. „Dann wird es ein leckeres

Probe-Essen für alle Unterstützer geben“, verspricht der Tafel-Chef.

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Südkurier Singen 08.03.2010

Kinderarmut geht alle an

Singen (sgr) Gerda Hotz, Armutsforscherin am Institut für Sozialarbeit und

Sozialpädagogik in Frankfurt, zeigte am Beispiel der Stadt Monheim am Rhein,

was Kommunen tun können, um der Kinderarmut entgegenzutreten. Monheim

hat 43 300 Einwohner und damit eine vergleichbare Größe wie Singen.

Bild: Germann-Röhm

Dort hatte man bereits im Jahr 2002 über die Arbeiterwohlfahrt ein Projekt mit

dem Namen „Monheim für Kinder“ (Mo.Ki) initiiert. „Damals haben die Gemeinden

überhaupt noch nicht zugegeben, dass es bei ihnen Kinderarmut gibt“, betont die

Referentin. Die Förderung und Bildung vom Baby bis zum Auszubildenden in fünf

Bausteinen ist in Monheim seit 2002 zu einem großen Netzwerk von inzwischen

70 Initiativen gewachsen. So habe sich die Übergangsquote auf das Gymnasium

inzwischen deutlich verbessert. Es gibt zwar keine konkreten Zahlen, aber in Singen

sind schätzungsweise 20 Prozent der Kinder von Armut betroffen, sagte Udo Engelhardt,

der Vorsitzende der Singener Tafel. Seit Dezember trifft sich aus diesem Grund ein

„Runder Tisch“ aus Vertretern der AWO, des Vereins „Widmann hilft Kindern

in der Region“, der Freunde des Singener Sports, der Tafel, der Caritas Singen-Hegau

und des Vorschulvereins.

„Wir haben bewusst bisher nur freie Initiativen in diesem runden Tisch und möchten

der Stadt damit klar machen, dass es eine Bürgergesellschaft gibt“, so Udo Engelhardt.

Er hat jedoch Bedenken, dass sich die Situation weiter verschlechtern könnte, wenn

die Stadt Singen bestimmte Bereiche möglicherweise an den Kreis zurückgibt, wie

derzeit von den Mitgliedern des runden Tisches vermutet wird.

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Singener Wochenblatt 06.03.2010

Gemeinsam gegen Kinderarmut

Von: Johannes Fröhlich

Vortrag und runder Tisch zur Prävention in der Singener Tafel

Gerda Horn referierte bei der Singener Tafel

Gerda Holz referierte bei der Singener Tafel

Singen (kl). Die Singener Tafel hat eine Initiative ins Leben gerufen: mit der

»Aktion Miteinander« wurde ein runder Tisch zur Prävention von Kinderarmut eingerichtet.

Ziel ist es, die negativen Folgen der familiären Armut in Singen zu minimieren, indem sozial

schwachen Familien Hilfestellungen etwa im schulischen und freizeitlichen Bereich für ihre

Kinder angeboten werden.  Um das Projekt besser auf die kommunalen Bedürfnisse

abstimmen zu können, lud die Tafel am vergangenen Samstag zu einem Informationsabend

mit Gerda Holz. Die Sozialwissenschaftlerin vom ISS Frankfurt am Main referierte bereits zum

zweiten Mal in Singen. Das Thema Kinderarmut betrachtet Holz mit einem lachenden und

weinenden Auge. Mit Sorge beobachtet sie die Entwicklung innerhalb der Bundesrepublik

Deutschland. Die Frage der Armut habe sich nicht entspannt, im Gegenteil, sie sei in den

letzten Jahren zunehmend prekärer geworden. Dies macht die Sozialwissenschaftlerin an

verschiedenen Studien fest, die einen Zuwachs sogenannter »working poors« belegen.

Damit wird derjenige Anteil der Bevölkerung bezeichnet, der trotz Erwerbsarbeit akut

von Armut betroffen ist. Und gerieten Eltern in eine derart prekäre Situation, so seien auch

deren Kinder unweigerlich mit den Folgen von Armut konfrontiert. »Kinder haben Rechte

und sind keine Privatangelegenheit«, fordert Holz deshalb und erinnert, dass es die erste

Pflicht eines Sozialstaates sei, Armut zu bekämpfen. Dass die Folgen von Kinderarmut

schon wesentlich früher spürbar sind, als erst mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter weiß

die Soziologin aus ihren statistischen Erhebungen. Ihr Vorschlag zur Abhilfe: eine

kontinuierliche Präventionskette, die bereits mit der Geburt beginnt. Dass das Konzept

erfolgreich sein kann, beweist eine Studie in Monheim am Rhein. Dort hat es sich die

Stadtverwaltung zum Ziel gesetzt, das stigmatisierte Thema Kinderarmut öffentlich zu erörtern.

Die Strategie ist ein facettenreiches Präventions- und Bildungsprogramm, das gleichermaßen

die gesamte Kommune mit einbindet. Den Idealismus zu mehr Interaktivität und vernetzter

Kooperation legt Gerda Holz auch Singen ans Herz: Kinderarmut könne nur dann effektiv

bekämpft werden, wenn die Kommune erkennt, dass es eben ihre Aufgabe sei, dies zu tun.

»Kommunen müssen und können handeln. Vor Ort muss es weitergehen, da hier die direkte

Lebenswelt der Menschen ist.« Dass die Stadt Singen aufgrund der angespannten Wirtschaftslage

Uberlegungen anstellt, Aufgaben an den Kreis oder das Land abzutreten, beurteilt die

Wissenschaftlerin kritisch. Man müsse genau überlegen, wo man eventuell effektiver arbeiten

könne. Auch Tafelvorsitzender Udo Engelhardt wünscht sich für sein Projekt eine größere

Kooperationsbereitschaft seitens der Stadt. Er scheut sich nicht deutliche Worte zu finden und

warnt davor, zu viel Verantwortung abzuschieben: »Dann hat unsere Initiative schlechte Karten.«

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Südkurier 05.03.2010 Radolfzell

Spende statt Geburtstags-Sträuße

Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe und des Global

Nature Fund überreichten eine Spende in Höhe von 1000 Euro an die Radolfzeller Tafel.

Die Mitarbeiter der beiden in Radolfzell ansässigen Umweltorganisationen haben dafür

auf Blumen zum Geburtstag verzichtet. Udo Engelhardt, Vorsitzender der Singener Tafel,

und Hildegard Gallenschütz vom Radolfzeller Tafelladen nahmen den Scheck entgegen.

Engelhardt und seine Mitstreiter haben viele Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Bedürftigen.

Respektvoll sprechen sie deshalb auch von „Kunden“, die die Tafelläden aufsuchen.

„Wer zum Beispiel als Einzelperson monatlich weniger als 900 Euro zur Verfügung hat,

bekommt vom Tafelladen eine Kundenkarte“, erklärt Engelhardt. Für Familien gelten

höhere Einkommensgrenzen. Für wenig Geld können qualitativ einwandfreie Lebensmittel

erworben werden, die im Handel nicht mehr verkauft werden können. Der Tafelladen kann

von den Betreibern zwar mietfrei genutzt werden, laufende Kosten fallen trotzdem an.

Für den Laden wurde unter anderem ein Kühlgerät angeschafft, die Spende der

Umweltschützer ist daher sehr willkommen.

Insgesamt beziehen die Tafeln monatlich etwa 60 Tonnen Lebensmittel, die von

Supermärkten, Produzenten und Großhändlern gespendet werden. Von Rielasingen

aus werden die Lebensmittel im gesamten Kreis Konstanz verteilt.

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Südkurier  03.03.2010

Die Ladenkette für Arme

Tafeln versorgen Tag für Tag eine Million Menschen in Deutschland.

Die erste Tafel, die in der Region eröffnete, befindet sich in Singen.

Um 11.30 Uhr ist die Schlange übersichtlich geworden. Ein kleines Grüppchen

wartet vor dem Singener Tafelladen schweigend darauf, herein gewinkt zu werden.

Der Laden ist klein. Das Gemüseregal hat außer Kartoffeln und ziemlich braunen

Bananen nicht mehr viel zu bieten. Im Kühlfach liegt nur noch Margarine und eine

Menge Aufback-Kräuterbrot. Wer eine Chance auf die beliebten Milchprodukte

haben will, muss früher kommen. Dann aber heißt es, sich einreihen in eine gut

50-köpfigen Traube von Wartenden.

Die Singener Tafel ist der regionale Vorreiter einer Idee, die sich inzwischen

weithin durchgesetzt hat. Ein recht dichtes Netz von Ausgabestellen für Bedürftige

durchzieht die Bodeseeregion, den Schwarzwald und das Hochrhein-Gebiet.

Dass Singen den Anfang machte, liegt an der sozialen Struktur der Hohentwiel-Stadt.

Hier zeigte sich Armut schon früh deutlicher als anderswo. Die großen Fabriken

der Stadt zogen einst viele ungelernte Arbeiter, auch aus dem Ausland, an. Jetzt

kann der regionale Arbeitsmarkt mit diesen Menschen und ihren Nachkommen

nichts mehr anfangen.

„Es gibt für Geringqualifizierte fast keine Jobs mehr und wenn, dann zu schlecht bezahlt,“

sagt der Vorsitzende der Singener Tafel, Udo Engelhardt, illusionslos. Ihre Chance,

endgültig aus Hartz IV herauszukommen, geht gegen Null. Der Tafelladen und das

benachbarte Tafel-Restaurant sind für sie häufig die einzige Möglichkeit, ihre

Lebensqualität ein wenig anzuheben.

Elvira Sterk hat gerade zwei prall gefüllte Einkaufstaschen vom Tresen genommen.

Vier Euro hat die 58-Jährige dafür bezahlt. „Hier wird man immer freundlich behandelt“,

sagt sie, was nahelegt, dass sie auch anderes kennt. Sie ist dezent geschminkt, trägt einen

beigen Steppmantel und spricht den typischen Tonfall der Russlanddeutschen. Elvira kam

vor neun Jahren mit ihrer Familie aus Kasachstan. Ihr Mann ist schwer krank und auch für

sie selbst bietet der Arbeitsmarkt hier keine Perspektiven. Sie lebt von Hartz IV und ist

heilfroh über alles, was sie günstig im Tafelladen mitnehmen kann. „Man kauft, was man

kriegt, und das kommt auf den Tisch.“ Eine ältere Dame mit dicker Strickmütze pflichtet

ihr bei. „Zuhause zu überlegen, was ich essen will, habe ich mir längst abgewöhnt.

Es gibt, was es eben gibt.“

Mehr als eine Million Menschen werden bundesweit von Tafel-Einrichtungen unterstützt.

Dafür ist erheblich mehr Aufwand nötig, als mal eben beim Bäcker nebenan die Brötchen

von gestern abzuholen. Ein Blick auf die Infrastruktur der Singener Tafel macht das deutlich:

Gut 50 Tonnen gespendete Waren treibt der Verein pro Monat um. In Rielasingen hat er eine

Lagerhalle angemietet, vier Transportfahrzeuge, teils mit Kühleinrichtungen, sind für die

gute Sache unterwegs. Mehr als 40 Ehrenamtliche sind allein in Singen aktiv, hinzu kommen

zehn sogenannte 1-Euro-Jobber.

Der hohe Organisationsgrad der Tafeln ruft auch Skeptiker auf den Plan. Der Furtwanger

Soziologie-Professor Stefan Selke ist der bekannteste unter ihnen. „Die Tafeln waren einmal

eine Graswurzelbewegung, heute haben sie fast konzernartige Strukturen“, kritisiert er. Eine

Ladenkette für Arme sei entstanden. Selke fürchtet, die Tafeln nehmen den Druck aus der

Debatte um die Armut. Die staatliche Aufgabe, den Menschen ein würdiges Leben zu

ermöglichen, würde immer mehr auf die Tafeln abgeladen. Dort aber seien die Menschen

keine Anspruchsberechtigten, sondern schlicht „Almosenempfänger“.

„Herr Selke hat von der Praxis keine Ahnung,“ behauptet der Singener Tafelchef Udo Engelhardt.

Dennoch, auch in seiner Brust schlagen zwei Herzen. Zum einen freut er sich, dass so viele Arme

von der Hilfe der Tafeln profitieren. Zum anderen weiß auch er, dass die hohe Zahl der

Bedürftigen ein sozialstaatliches Trauerspiel ist. Auch er kennt Arbeitslose, die bei Klagen

über zu wenig Geld von ihrem Fallmanager an die Tafel verwiesen werden. Ein Verdienst

der Tafeln sei aber, die Armut im Land sichtbar zu machen. Niemand kann sie leugnen.

Im Laden nebenan schieben sich gerade die letzten Kunden dieses Vormittags durch die Tür.

Vielen ist anzusehen, dass sie nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Im Tafelladen

werden sie mit herzlichem Respekt bedient – nicht zuletzt weil viele Ehrenamtliche hier

selbst Hartz IV beziehen.

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Südkurier 04.03.2010 Politik

Was der Tafelkritiker bemängelt

Stefan Selke, 42, wirft den Tafeln vor, Almosen zu verteilen, statt sich für Arme einzusetzen.

Der gebürtige Rheinfelder ist Soziologie-Professor an der Fachhochschule Furtwangen

University und schrieb das tafelkritische Buch „Fast ganz unten“.Herr Selke, die Tafeln

sorgen dafür, dass einwandfreie Lebensmittel nicht auf den Müll wandern, sondern bei

Bedürftigen ankommen.

Genial, oder?

Das ist genial in der Ursprungsidee, vielleicht auch charmant. Die Ursprungsidee

der Tafel ist ja, das Ökologische und das Soziale zu verbinden. Der ökologische

Gedanke war, Lebensmittel nicht wegzuwerfen. Dies ist in unserer Kultur hochgradig

mit einem Tabu belegt. Das zweite ist der soziale Gedanke, nämlich umzuverteilen,

was gebraucht wird. Allerdings hat sich dieses Leitbild „Das Überflüssige umverteilen“

verwandelt in ein Leitbild, das man nennen könnte „Das Fehlende ersetzen“. Da sind

wir auch schon am Kern der Kritik zu Tafeln. Die Ursprungsidee der Tafel ist nur

deswegen charmant, weil es eine natürliche Grenze gibt. Da Tafeln zunehmend

versuchen, Schwankungen auszugleichen, zukaufen und weitere Angebote machen,

werden sie schleichend zu Vollversorgern im sozialen Bereich. Das ist etwas völlig anderes.

Wie kommen Sie zu der These, dass die Tafeln die Armut nicht bekämpfen,

sondern verfestigen?

Ich bringe das auf die Formel, dass Tafeln eine sehr erfolgreiche Armutsbewältigung leisten.

Die Armut an sich bekämpfen sie allerdings nicht. Sie behandeln nur die Symptome, aber

nicht die Ursachen. Deswegen muss es erlaubt sein, die Frage zu stellen, wie nachhaltig

diese Hilfe ist. Meine Kritik richtet sich vor allem auf zwei Dinge: Das konzernartige

Wachsen des Systems und eben auch die politischen Verflechtungen.

Wälzt die Politik eigene Aufgaben auf die Tafeln ab?

Ja, es gibt Symboliken, die das zeigen. Die deutlichsten sind die Schirmherrschaften von

Politikern. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Tafeln einen staatlichen Auftrag hätten.

Das führt überall zu Fehlwahrnehmungen. Viele glauben, Tafeln seien so etwas wie eine

staatliche Einrichtung.

Sie halten es für ein offizielles Zusatzangebot zu Hartz IV?

Genau. Und sie leiten daraus auch Rechte und ein Anspruchsverhalten ab. Generell haben

wir aber bei den Tafeln das Problem, dass wir kaum Fakten über den Erfolg ihrer Arbeit

haben. Das ist eine schockierende Diskrepanz zwischen der Verbreitung eines Phänomens

und einer nicht vorhandenen Datenlage. Ich bin kein Radikalkritiker der Tafeln und will

sie auch nicht abschaffen. Aber ich möchte, dass wir dafür sorgen, dass es bald eine

belastbare empirische Datenbasis gibt. Dann können wir bewerten, wie groß der Nutzen

wirklich ist.

Machen die Tafeln aus Anspruchsberechtigten Almosenempfänger?

Das empfinden die Menschen ganz klar so. Die meisten sagen, Tafeln sind für sie nur die

„angenehmere Abhängigkeit“. Ich arbeite derzeit an einer Sozialreportage, für die ich

durch Deutschland reise und mit den sogenannten „Kunden“ der Tafeln spreche. Die

einhellige Meinung ist: Es ist eine Demütigung, es ist eine fremdbestimmte Versorgung,

es ist eine Notlösung. Aber es ist ganz klar das Bewusstsein da: Mir wäre es lieber,

ich könnte mich selbst versorgen. Da kommt auch immer wieder die Forderung:

Baut nicht die Tafeln aus, sondern löst das Armutsproblem!

Nimmt der Lösungsdruck auf die Politik durch die Tafeln ab?

Die Tafeln geben letztendlich nichts anderes als ein Almosen. Die Interessenvertreter

der Tafeln sagen, durch ihre Existenz zeige man doch das Problem auf. Das sei eine

politische Botschaft. Ich sage: Die Tafeln machen nicht die Armut sichtbar, sondern

sich selbst. Sie stellen keine politischen Forderungen, knüpfen keine Bedingungen an

ihre Arbeit. Ich finde das hasenfüßig und doppelmoralisch. Die Tafeln erwecken den

Eindruck, die Leute sind da gut aufgehoben. Ich nenne das Pannendienst der Gesellschaft.

Welche Rolle spielen die Spender?

Die Spender haben die komfortabelste Rolle. Das Image der Tafeln ist ja (noch) recht

gut, auch wenn es erste Skandale gibt. Das können Spender für sich nutzen und sich als

sozial verantwortungsbewusst präsentieren. Sie haben also nicht nur einen geldwerten

Vorteil, weil sie die Entsorgungskosten für überflüssige Waren sparen, sondern auch

einen Imagevorteil. Der Aufwand ist gering, der Nutzen groß. Auch deshalb sage ich:

Die Tafeln arbeiten nicht daran, sich überflüssig zu machen. Sei arbeiten an irreversiblen

Strukturen. Das hat sich schon fest eingespielt.

Fragen von Karina Christen

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Südkurier  04.03.2010 Politik

Was der Tafelchef entgegnet

Gerd Häuser, 61, ist seit 2007 Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher

Tafeln. Der frühere Bundestagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt sieht seinen

Verband als Nothilfeeinrichtung und als echte Lobby für die Armen im Land.

Herr Häuser, wie viele Menschen nutzen die Tafeln?Zurzeit sind es regelmäßig

über eine Million Menschen aller Altersstufen.

Wer sind Ihre Kunden?

Das sind in der Regel Hartz-IV-Empfänger.

Wir geben ja nur an Bedürftige ab, was diese nachweisen müssen.

Darunter sind immer mehr Alleinerziehende und Familien, die voll arbeiten, aber nicht vom

Verdienten leben können. Das gab es früher gar nicht. Das liegt an der Zunahme von Billigjobs.

Der Tafel-Kritiker Stefan Selke sieht Sie als Almosenverteiler.

Das ist kein Almosenbereich. Die theoretische Nachhaltigkeit interessiert eine Mutter nicht.

Für sie ist wichtig, dass sie dank der Lebensmittelspenden ein wenig spart, mehr am sozialen

Leben teilnehmen oder ihr Kind im Sportverein anmelden kann. Sie braucht die Hilfe jetzt.

Bis wir alles durchdiskutiert und dann noch die Welt verändert haben - das dauert zu lange

für die, die akut arm sind.

Wie eng sind die Tafeln mit der Politik verflochten?

Der Staat ist zuständig für die Daseinsvorsorge. Er ist natürlich daran interessiert, einen Teil

dieser Aufgabe an die Bürgergesellschaft abzugeben. Da es eine 100-prozentige staatliche

Daseinsvorsorge niemals geben kann, ist das auch in Ordnung. Wir sind auf keinen Fall Teil

der deutschen Sozialpolitik. Das können wir auch gar nicht, weil unsere Hilfe nicht berechenbar ist.

Wir wissen nie, wie viele Lebensmittel wir morgen reinkriegen.

Lässt der Druck auf die Politik durch die Tafeln nach?

 

Die US-Regierung unter Reagan hat damals weder Behinderten noch sozial Schwachen Geld

gegeben. Dennoch gab es keinen Aufstand von unten. Dass es diesen geben könnte, ist eine

theoretische Vorstellung. Den Aufstand der Armen gibt es nicht. Wir agieren übrigens durchaus

politisch. Wir fordern Ganztagsschulen, kostenloses Essen in den Schulen. Wir haben einen

umfangreichen Forderungskatalog und wir warnen dringend vor einer anschwellenden Altersarmut.

Empfinden Sie sich als Lobby der Armen im Land?

Was wir in unserer täglichen Arbeit erleben, müssen wir auch nach außen tragen. Wir können

nicht nur versorgen, das ist mir zu unkritisch. Wir sind jetzt so weit, dass unsere Stimme auch

gehört wird, deshalb müssen wir sie auch erheben. Die soziale Gerechtigkeit ist für mich das

zentrale Thema. Wenn das nicht funktioniert, identifizieren sich die Menschen nicht mehr mit

dieser Gesellschaft. Hier liegt ein Riesenproblem.

Wenn Sie die Abschaffung der Armut fordern, fordern sie zugleich die Abschaffung

ihres Verbandes.

Wer die Abschaffung von Hilfsangeboten wie die der Tafeln fordert, sollte wissen, dass Armut

dadurch nicht verschwindet. Wir sind da, weil wir gebraucht werden. In einem derart reichen

Land wie dem unseren müsste das jedem Sozialpolitiker die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Wenn wir tatsächlich nicht mehr gebraucht werden sollten, machen wir morgen gerne dicht.

Die Formel, weil es uns gibt, müssen wir bleiben, gilt für uns nicht. Wir sind schließlich

kein Unternehmen.

Ist das Helfen nicht auch ein Stück Selbstzweck geworden?

Das wäre zutiefst menschlich, aber dagegen müssen wir uns wehren. Ich muss aber ganz

ehrlich sagen, dass ich auf längere Sicht nicht sehe, dass man die Tafeln abschaffen könnte.

Da muss man nur einen Blick in den Armutsbericht der Bundesregierung werfen:

Acht Millionen Menschen in Deutschland sind von Armut betroffen oder bedroht.

Ich halte es für wichtig, dass alle Menschen am sozialen Leben teilnehmen können.

Wichtig ist uns im Übrigen auch die ökologische Komponente. Unzählige Lebensmittel

werden verteilt - und nicht weggeworfen.

Ärgern Sie sich über Tafelkritiker wie Stefan Selke?

Nein, ich halte ihn für wichtig. Ohne Kritik würden wir vielleicht in eine

Selbstgefälligkeit abtauchen. Er hat ja Recht, wenn er Extremfälle skizziert und

davor warnt, dass das die Regel wird. Natürlich passieren Fehler. Wir sind auch

nur Menschen. Und wir müssen unseren Standpunkt ständig überprüfen. Ich habe

damit kein Problem. Dass Herr Selke sich und seine Thesen auch gezielt vermarktet,

ist eine andere Sache.

Fragen von Karina Christen

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Südkurier Singen 20.02.2010

Hartz IV zwingt zum Sparen                                        

Arbeitslose schildert ihre Situation

Hartz-IV-Empfänger müssen genau auf ihr Geld achten .

Foto: dpa 

„Arbeit muss sich wieder lohnen.“ Mit diesem markigen Satz hat Außenminister

Guido Westerwelle eine neue Sozialdebatte angestoßen und insbesondere die

Hartz-IV-Empfänger in ein negatives Licht gerückt. Doch was ist, wenn jemand

unbedingt arbeiten will, aber partout keinen Job findet? Und wie geht es den

Betroffenen bei der aktuellen Diskussion über ihre Bezüge? Der SÜDKURIER

hat sich mit einer arbeitslosen alleinerziehenden Mutter und dem Vorsitzenden

der Singener Tafel, Udo Engelhardt, darüber unterhalten.

Natalia (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) hat eine achtjährige Tochter,

die sie allein erzieht, und ist seit fast einem Jahr arbeitslos. Sie bekommt Hartz IV

– 359 Euro für sich, 251 Euro für ihre Tochter. Vor einem halben Jahr kam sie über

ihr Job-Center zum Singener Tafelladen, wo sie für 1,50 Euro in der Stunde

mitarbeitet und etwas dazuverdienen kann.

Was das Leben als Hartz-IV-Empfänger aus ihrer Sicht bedeutet, beschreibt sie kurz

und bündig: „In erster Linie heißt es sparen, sparen, sparen.“ Lebensmittel kauft sie

größtenteils bei der Tafel. Bei Kleidung oder Schuhen für ihre Tochter muss in der

Regel das Billigste reichen. Größere Anschaffungen oder besondere Extras, etwa ein

gemeinsamer Kino-Besuch von Mutter und Tochter, sind kaum drin.

 

Einfach nur zuhause sitzen und sich mit der Situation abfinden, ist nicht Natalias Sache.

Seit Monaten ist sie auf Jobsuche. Eine Teilzeitstelle sucht sie, damit sie sich weiterhin

am Nachmittag um ihre Tochter kümmern kann. Frustrierend seien die Bemühungen bisher

verlaufen, denn das Ergebnis wäre immer das Gleiche: „Entweder gab es gleich eine Absage,

oder es hieß, ich bekomme bald eine Antwort. Es kam dann aber nichts.“

Ihr Einsatz im Tafelladen bietet in diesem drögen Alltag Abwechslung. Hier kann sie soziale

Kontakte knüpfen und sich mit dem 1,50-Euro-Stundenlohn die Kasse ein bisschen aufbessern.

Doch leider sei dieses Engagement zeitlich auf ein halbes Jahr begrenzt, obwohl Natalia

gerne länger bei der Tafel bleiben würde. Und was kommt danach? „Ich suche eben weiter

nach einem Job. Was bleibt mir anderes übrig“, sagt die junge Frau.

Wie Udo Engelhardt, Vorsitzender der Singener Tafel, erklärt, sei die Situation von Natalia

keineswegs ein Einzelfall: „90 Prozent der Hartz-IV-Empfänger wollen nichts anderes als

arbeiten. Von ihnen versteht es niemand, wenn es heißt, sie bekämen zu viel Geld oder wären faul.“

Was die Höhe der Bezüge von Hartz-IV-Empfängern angeht, hält Engelhardt fest:

„Kein Mensch kann weniger haben als Hartz IV.“ Ganz abgesehen davon sei die Bedeutung

von Arbeit für die psychische Gesundheit nicht zu unterschätzen.

Die gegenwärtige Diskussion um Hartz-IV-Bezüge ist nach Engelhardts Meinung in erster

Linie Polemik: „Es wird pauschal davon ausgegangen, dass Hartz-IV-Empfänger nicht arbeiten

wollen.“ Natürlich gebe es solche Fälle, wenn auch sehr vereinzelt, erklärt der Vorsitzende

der Singener Tafel. Daher warnt er vor einer „gefährlichen Sozialneid-Debatte“.

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Südkurier Landkreis Konstanz  10.02.2010

Fast 500 Zusatzjobs weniger

Weil der Bund Zuschüsse kürzt, streicht das Job Center des Landkreises Konstanz die

Eingliederungshilfe für knapp 500 Ein-Euro-Jobber. Leidtragende sind beispielhafte

soziale Projekte wie Fairkauf oder die Tafel, die auf die Arbeitskräfte angewiesen sind.

Archivbild: Tesche Foto:

Die beiden ehrenamtlichen Helferinnen Nina Birth (links) und Elvira Heinze kontrollieren

im Lager der Singener Tafel das gespendete Gemüse, bevor es in den Laden kommt.

Wenn die Tafeln im Landkreis weniger Ein-Euro-Jobber einsetzen können, kommt auf

die Ehrenamtlichen noch mehr Arbeit zu. Die akute Notlage ist Folge politischer

Entscheidungen: Der Bundeshaushalt sieht für das laufende Jahr Kürzungen im Sozialbereich

vor. Für das Job Center des Landkreises Konstanz, das sich um Langzeitarbeitslose kümmert

und Menschen ohne Job wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranführen soll, bedeutet das

Zuschuss-Einbußen von einer Million Euro. Für Eingliederungshilfen stehen 2010 noch

sieben Millionen Euro zur Verfügung (2009: acht Millionen). In seinem vorläufigen

Haushaltsplan hat das Job Center deshalb die Unterstützung für sogenannte Ein-Euro-Jobber

um 50 Prozent gekürzt, wie Job Center-Geschäftsführer Ignaz Wetzel bestätigt. Kreisweit

waren im vergangenen Jahr rund 1000 Ein-Euro-Jobber im Einsatz. Streicht das Job Center

hier 50 Prozent der Eingliederungshilfe, bliebe rechnerisch noch Geld für knapp 500 dieser

Arbeitskräfte. „Sollte es dabei bleiben, müsste ein Fairkauf-Standort geschlossen werden“,

sagt Matthias Ehret, Vorstand des Caritasverbandes Konstanz. Er ist sicher: Eine Kürzung

von 50 Prozent ist nicht zu verkraften. Ehret erinnert daran, dass Fairkauf vor zwölf Jahren

eigens zu dem Zweck gegründet wurde, um Menschen den Einstieg ins Arbeitsleben zu

erleichtern. 60 vom Job Center über Eingliederungshilfen bezahlte Männer und Frauen,

kümmern sich an den Standorten Konstanz und Singen um die soziale Firma Fairkauf.

Ehret setzt im Folgenden auf Verhandlungen mit dem Job Center, um ein Desaster zu

verhindern. „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagt er. Auf die Ein-Euro-Jobber

sind auch die Tafeln angewiesen, die bedürftigen Menschen einen Mittagstisch anbieten und

Hartz IV-Empfängern Lebensmittel zu besonders günstigen Preisen zu verkaufen.

Hier machen sich die Hilfskräfte zum Beispiel in der Küche oder als Fahrer nützlich.

Die Tafel müsste den Verlust der Ein-Euro-Jobber durch ehrenamtliche Kräfte ausgleichen.

Das könne schwierig werden, befürchtet Udo Engelhardt, Vorsitzender des Trägervereins

der Tafeln. Engelhardt kritisiert zugleich, dass hier die Chance vertan wird, etwas für

Langzeitarbeitslose zu tun. Ein Arbeitsangebot wie bei der Tafel strukturiere für diese

Menschen den Tag, werde als sinnvolle Beschäftigung empfunden und stärke die Motivation.

Am 23. Februar reden Freie Wohlfahrtsverbände wegen der Kürzungen noch einmal mit dem

Job Center. Dessen Geschäftsführer signalisiert Gesprächsbereitschaft. An den Etatdaten

könne sich im Lauf des Jahres durchaus noch was ändern.

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Singen/Rielasingen-Worblingen 22.01.2010

Senioren helfen Tafel

Drei Frauen und zwei Männer des Ortsseniorenrates Rielasingen-Worblingen trafen sich am

Dienstagvormittag in der Küche der Singener Tafel zum Kochen. Für fast 50 Mittagessen war

ein typisch alemannisches Gericht vorgesehen: Wienerle und Linsen mit Spätzle als Hauptgericht,

ein Rosinenzopf als Dessert. Drei Frauen und zwei Männer des Ortsseniorenrates Rielasingen-Worblingen

trafen sich am Dienstagvormittag in der Küche der Singener Tafel zum Kochen. Für fast 50 Mittagessen

war ein typisch alemannisches Gericht vorgesehen: Wienerle und Linsen mit Spätzle als Hauptgericht, ein

Rosinenzopf als Dessert. Die Wienerle waren von den Metzgereien Weisser und Muffler aus

Rielasingen-Worblingen und die Spätzle vom Edeka-Markt Münchow gespendet. Der gute Zopf wurde

von Herrn Storz aus Rielasingen-Worblingen gebacken. Den Senioren ging es viel zu langsam mit dem

alten Herd. Der Duft des frischen Mittagessens lockte schon um 11.30 Uhr viele hungrige Gäste an.

Offenbar hatte es allen Gästen gut geschmeckt. Durch die Aktionen „Kochen für die Singener Tafel“

wird die Arbeit der Singener Tafel, welche vor allem auf Lebensmittel- und Sachspenden angewiesen ist,

erheblich unterstützt. Für den Vorstand der Singener Tafel war dies wieder ein Anlass, sich möglichst

schnell um die Anschaffung eines neuen Gasherdes zu kümmern. Allerdings fehlen zur Finanzierung des

Herdes noch einige Euro. Spenden hierfür werden gerne noch angenommen auf dem Bankkonto der

Singener Tafel Nr.: 3 60 36 02 BLZ 692 500 35, Kennwort „Herd“.

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Südkurier Radolfzell-Böhringen 16.01.2010

Adventszauber macht Freude

Die Organisatorinnen des Adventszaubers, Marilena Mangili (links)

und Beate Giesinger, bei der Geldübergabe an Udo Engelhardt vom Tafelladen in Radolfzell. Foto: Mangili

Zum fünften Mal organisierten Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit Ortsverwaltung, Feuerwehr

und Musikverein den Böhringer Adventszauber. Bei dieser Veranstaltung verzieren 100 Böhringer Kinder

und ihre Familien mit selbstgebasteltem Schmuck den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. Der Erlös geht an

die Jugendkapelle des Musikvereins Böhringen, an die Ortsverwaltung zur Sanierung des Abenteuerspielplatzes

und an den Tafelladen in Radolfzell. Bei den Tafelläden gibt es warmes Mittagessen und einen kleinen Laden mit

Lebensmitteln für arme Leute. Die Tafelläden in Singen und Konstanz bestehen seit 1999 beziehungsweise 2005,

der Radolfzeller Tafelladen wurde 2009 eröffnet.

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Südkurier Singen  12.01.2010

Singener Tafel bietet nun auch Kinderbücher an

Tafelmitarbeiter Roland Lukiewski bestückt die neue

Bücherecke und steht den Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Wiesendanger

Ähnlich wie im Lebensmittelbereich, gibt es auch in der Buchbranche Überschüsse und Restposten.

Häufig wandern aus diesem Grund viele Bücher direkt in die Entsorgung. Das Projekt

„Kinderbücher für die Tafeln“ der Kultur-Stiftung „Selbstlos“ hat es sich nun zur Aufgabe gemacht,

eben diese Bücher einem guten Zweck zukommen zu lassen. Ein Partner der Initiative ist die Tafel in

Singen. Seit kurzer Zeit befinden sich in deren Gastraum zwei Bücherregale, die mit Kinder- und

Jugendbüchern verschiedenster Themen bei den Kunden aufwarten. Teils können sie kostenlos

mitgenommen werden, teils sind sie für einen geringen Unkostenbeitrag von 50 Cent pro Buch zu haben.

Die Mitarbeiter der Singener Tafel stehen ihren Kunden beratend zur Seite, wenn es um die Wahl eines

geeigneten Buchs geht. In Deutschland gibt es etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche, die aufgrund

der finanziell schwierigen Lage ihrer Eltern keine Möglichkeit haben, eigene Bücher zu besitzen.

Das Projekt „Kinderbücher für die Tafeln“ möchte, dass für die Buchbranche Spenden genauso

selbstverständlich werden, wie sie es seit Jahren für die Lebensmittelbranche sind.

„Mit den Büchern erreichen wir einen anderen Kreis von Menschen, die Hilfe brauchen“, erklärt

Udo Engelhardt, Leiter der Singener Tafel. Denn mit dem Stöbern nach Büchern sei nicht so viel

Scham verbunden, wie dies beim Einkauf im Tafelladen der Fall sei. Gerade Kinder und Jugendliche

kämen durch das Buchangebot eher in die Räume der Tafel, so Engelhardt. „Bis jetzt müssen wir die

Leute schon noch ein bisschen auf unser neues Angebot hinweisen“, meint Engelhardt, „aber die Bücher

werden gerne angenommen.“ Häufig seien es auch Großeltern und Eltern, die ein Buch für ihre Kinder

mitnähmen. Viele seiner Kunden, erläutert Engelhardt, wären in einer normalen Buchhandlung durch

das große Angebot komplett überfordert. Die überschaubare Auswahl an Büchern in der Tafel sei

dagegen für viele Menschen genau richtig. Für die neue Bücherecke ist Tafel-Mitarbeiter Roland

Lukiewski verantwortlich. „Gerade haben wir wieder zwei neue Paletten mit Büchern bekommen:

Schön ist es auch, dass sehr ausgewählte Literatur in die Tafeln kommt“, erklärt Lukiewski.

Mit der Einrichtung der Bücherecke in der Tafel möchte Engelhardt einen Impuls für mehr

Bildungsbewusstsein auch in finanziell schwieriger Lage setzen. Gerade für Kinder aus

fremdsprachigen Familien sieht er eine echte Chance im neuen Bücherangebot.

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Süddkurier Singen  0.01.2010

Kindertagesstätte spendet

Bild: HFR

Ein voller Erfolg war die Spendenaktion der Kindertagesstätte Twielfeld. Insgesamt wurden

21 Weihnachtspäckchen an Kinder verschenkt, deren Familien von der Singener Tafel unterstützt

werden. In einer Projektwoche unterstützten große und kleine Helferinnen und Helfer die Erzieherinnen,

die Spenden zu sortieren, Kartons zu befüllen und natürlich durfte auch ein Weihnachtsgruß auf den

selbstgebastelten Karten nicht fehlen. Ein großer Dank geht an die Eltern der Kindertagesstätte, die

großzügig Spielzeug, Schulbedarf, Kleidung und Süßes für die Mädchen und Jungen der bedürftigen

Familien spendeten. Und die Kinder der Tagesstätte freuten sich, armen Kindern etwas Gutes tun zu können.

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Südkurier Singen 29.12.2009

Singener Tafel braucht neuen Herd

Der Ofen ist schon lange defekt und nun heizen die Platten des Elektroherdes nicht mehr richtig.

Deshalb benötigt die Singener Tafel dringend einen neuen Herd, um ihre Kunden weiter

verköstigen zu können. Erste Spender haben sich bereits gefunden, weitere werden aber noch

händeringend gesucht.

Foto: Helene Wiesendanger. 

Lena Gregorincic kocht für die Singener Tafel. Der alte Herd mit seinen Macken erschwert ihr die

Arbeit unnötig. Ursprünglich war der große Elektroherd der Singener Tafel für den Restaurantbetrieb

vorgesehen. Hierfür war es wichtig, dass verschiedene Einzelgerichte gleichzeitig auf dem Herd

zubereitet werden konnten. „Für Großmengen, wie sie bei uns hergestellt werden, eignet sich der

Herd hingegen nicht. Für uns ist es wichtig, dass eine große Menge an Wasser, beispielsweise für

einen Eintopf, schnell erhitzt werden kann. So viele Platten brauchen wir gar nicht“, gibt Udo Engelhardt,

Leiter der Singener Tafel zu verstehen. Ein großes Problem sei zudem der defekte Backofen.

„Warmhalten oder überbacken ist schon länger nicht mehr möglich“, so Udo Engelhardt.

Der Betrieb der Tafel steht und fällt mit dem Herd. Insgesamt kommen pro Jahr 12 500 Essen aus

der Tafelküche. Täglich bereiten die Mitarbeiter etwa 50 Portionen zu. „Gerade das Selberkochen

ist auch für unsere Gastköche sehr attraktiv und stellt für uns eine erfreuliche Kostenersparnis dar“,

erklärt Engelhardt. Mittlerweile kocht die Tafel zudem einmal wöchentlich für den zweiten Mittagstisch

des Nachbarschaftstreffs „Lilje“ mit. „Wir würden dieses Angebot gerne noch ausweiten“, so Engelhardt,

„aber ohne einen neuen Herd wird das nicht funktionieren.“

Das Problem soll ein neuer Gasherd lösen, welcher für die Bedürfnisse der Tafelküche wesentlich besser

geeignet ist, als der alte Elektroherd. Dafür benötigt dieser mindestens vier Flammen, eine Abzugshaube,

ein Abzuggebläse und einen Backofen. Im Haus ist bereits eine Gas-Heizung vorhanden, von welcher aus

nur noch eine Leitung in die Küche gelegt werden muss. Für die Übernahme dieser Arbeit hat sich die

Firma Widmann schon im Voraus bereiterklärt. Für die Anschaffung eines neuen Herdes gibt die Thüga

Energienetze GmbH ein Startkapital von 1000 Euro. Laut Kostenvoranschlag beläuft sich die

Anschaffungssumme auf insgesamt 8500 Euro. „Für uns wäre es jetzt sehr wichtig, dass großzügige

Spender auf uns zukämen, um die Anschaffung eines neuen Herdes möglichst schnell zu bewerkstelligen“,

erklärt Engelhardt.

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Südkurier Singen 24.12.2009

Hilzinger Familienkreis kocht für Tafel

Nachschlag gefällig? Heike Pyczak, Carmen Gigl, Attina Freudenthaler und Manuela Hägele vom

Hilzinger Familienkreis kochten für die Singener Tafel. Der Gemüseeintopf schmeckte den rund

50 Gästen so gut, dass viele Nachschlag wollten. Zum Dessert gab es einen fruchtigen Obstsalat.

Sämtliche Zutaten für die Kochaktion wurden vom Hilzinger Vitaminmarkt gespendet. Bei dieser

Aktion stellte sich heraus, dass die Tafel einen neuen Gasherd benötigt, jedoch das Geld fehlt.

Spenden für einen Herd sind willkommen.

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Südkurier 23.12.2009 Radolfzell-Stahringen

Schüler backen für die Tafel

Schön verpackt haben die Kinder ihre selbstgebackenen

Weihnachtsplätzchen. Jetzt werden die Päckchen an die Radolfzeller und Stocker Tafel verschenkt.

Radolfzell-Stahringen – Fröhliche Weihnacht überall, tönt es durch die Lüfte froher Schall.

Dieses alte Weihnachtslied kommt einem in den Sinn, wenn man in den vergangenen Tagen

in die Grundschule Stahringen hineinschnupperte. Dort herrschte ein emsiges Treiben: während

die einen konzentriert mit ihrem Lehrer Unterricht machen, wanderten andere grüppchenweise

hinauf in die Lehrerküche, die zur Backstube umfunktioniert wurde. Dort warteten acht

Kilogramm Plätzchenteig darauf, von den Schulkindern ausgerollt, ausgestochen und mit

Zuckerguss und diversen Zuckerkügelchen in hübsche und köstliche Plätzchen verwandelt zu werden.

Die Schulkinder der Klassen 1 bis 4, Mütter und Lehrerinnen gaben ihr Bestes. Mit hochroten Wangen

und viel Eifer waren sie bei der Sache, wallen und stechen, was das Zeug hält, um aus den von den

Eltern gestifteten Teigmengen hunderte von Plätzchen zu machen. Nachdem die Plätzchen ausgekühlt

sind, werden sie von den Kindern in Päckchen gepackt und mit Weihnachtsband verschlossen. Diese

vielen Päckchen nehmen nun nicht die Schüler zu sich nach Hause, sondern sie werden der Radolfzeller

und Stockacher Tafel geschenkt. So soll Eltern und Kindern, die sich so einen „Luxus“ wie

Weihnachtsgebäck nicht leisten können, eine kleine Freude bereitet werden und ein bisschen von

dem Weihnachtsduft auch bei ihnen Einzug halten.

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Südkurier Singen 21.12.2009

Reithinger kocht für Tafel

Für den Mittagstisch der Singener Tafel kochte das Team der Firma Immobilien

Reithinger mit Unterstützung von Partyservice Helmut Henninger ein leckeres Mittagessen.

Reithinger Immobilien übernahm die Kosten für das Material und griff handwerklich, also

waschend, schnibbelnd und rührend dem Chefkoch unter die Arme. Dessen Werken, sein

Menüvorschlag und die Vor- und Zubereitung wurde mit einer Spende an das Singener

Kinderheim St. Peter und Paul abgegolten. Somit profitieren beide Einrichtungen, die Tafel

und das Kinderheim, vom sozialen Engagement.

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Wochenblatt Hegau 9.12.2009

Begegnungen auf Augenhöhe

Ein Jahr Engener Tafelladen

Engen (mu). »Armut ist keine Schande« - diese Botschaft zu vermitteln ist

Udo Engelhardt, dem Vorsitzenden der Singener Tafel und dem Team des

Engener Tafelladens, ein ebenso dringliches Anliegen wie die gute Versorgung

ihrer Kunden. Deshalb sei es wichtig, so Engelhardt, die Hemmschwelle zum

Tafelladen weiter zu senken. Seit einem Jahr hat der Engener Tafelladen in

der Altstadt einmal in der Woche geöffnet und versorgt mittlerweile gut hundert

Haushalte aus der Kommunalgemeinschaft Engen mit günstigen und qualitativ

guten Produkten. »Das sind 25 bis 30 Haushalte in der Woche, also 80 bis 90

Menschen«, weiß Beate Jörgs vom Caritasverband Singen-Hegau, die in Engen

vor Ort ist. Gemeinsam mit 14 ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert sie den

Öffnungstag. »Ohne unsere Ehrenamtlichen ginge das alles nicht«, weiß die

Sozialpädagogin. Neben Lebensmitteln, die von den ortsansässigen Bäckereien,

Privatleuten und Discountern geliefert werden, wird im Engener Tafelladen

auch ein sozialer Beratungsdienst für Menschen in Not über die Caritas

Singen-Hegau angeboten. Je nach Bedarf können zusätzliche Termine mit der

Sozialpädagogin Brigitte Ossege-Eckert vereinbart werden. »Der Tafelladen

dient auch als Kommunikationstreff für die Menschen«, erklärte Peter Winkler,

Vorsitzender der Caritas Singen-Hegau. Denn nicht allein die materielle Not

macht den Menschen zu schaffen. Viele brauchen Beratungen für Behörden-Kontakte,

Anträge für Sozialleistungen und Informationen über mögliche Perspektiven auf

dem Arbeitsmarkt. Oder sie brauchen einfach jemanden zum Reden und sich

auszutauschen. Der Großteil der Bedarfsgemeinschaften, die das Angebot des

Tafelladen nutzen, ist von Hartz IV betroffen. Doch auch ältere Bürger mit geringer

Rente sind berechtigt zum Kauf im Ladentafel. »Bei der Altersarmut ist die

Dunkelziffer noch sehr hoch«, weiß Udo Engelhardt und betont: »Der Tafelladen

ist nichts Abwertendes.« »Die Armut ist angekommen«, erklärt Beate Jörg und

weiß aus vielen Erfahrungen, wie schnell man unverschuldet ins soziale Abseits

gerät. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Geldbeutel, die ganze Person und

ihr Umfeld leiden darunter. Deshalb sind Begegnungen auf Augenhöhe mit anderen

besonders wichtig. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen kommen aus allen sozialen

Schichten und helfen den Tafelladen-Kunden nicht nur mit Lebensmittel. Der

Kontakt von Mensch zu Mensch, unabhängig von seiner sozialen Stellung, spielt

eine gleichbedeutende Rolle. Um das Projekt Tafelladen für die Zukunft aufzustellen,

setzt Peter Winkler auf Kooperation. Eigene Konturen bewahren und bestehende

Konzepte und Strukturen nutzen, lautet seine Devise. Deshalb unterstützt er das

Miteinander von Caritas, Singener Tafel, der Stadt und weiteren Organisationen.

Wer den Tafelladen in Engen unterstützen möchte, kann sich beim Caritasverband

Singen-Hegau e.V. (Telefon 07771-9185943) oder der Singener Tafel e.V.

(Telefon 07731-183310) informieren.

Von: Ute Mucha

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Südkurier Singen,   05.12.2009

Beliebte Gastköche: Kiwanis bei der Singener Tafel

In der Adventszeit bekommt die Singener Tafel Unterstützung von vielen Gastköchen.

Unternehmen und Organisationen und Privatleute möchten den weniger gut gestellten

Menschen ebenfalls einen schönen Advent bereiten.

Foto: Singen – Im Advent unterstützen viele Unternehmen,

Organisationen und Privatleute die Singener Tafel. Für einen Tag übernehmen sie die

Regie in der Tafelküche und zaubern für die Gäste ein köstliches Essen. Bis Weihnachten

werden unter anderem die Azubis der Sparkasse Singen-Radolfzell, die Lebenshilfe und

der Obstbaubetrieb Hägele für die Tafel den Kochlöffel schwingen. Nachdem der

SÜDKURIER vor vier Jahren zum ersten Mal im Rahmen einer Weihnachtsaktion zu dieser

Mithilfe aufgerufen hatte, ist das Gastkochen im Singener AWO-Gebäude zu einer festen

Institution geworden.

Seit dieser Aktion haben es sich die Mitglieder von Kiwanis zur Aufgabe gemacht, die

Tafelgäste einmal im Monat zu bekochen. Der Organisation liegt vor allem das soziale

Engagement am Herzen. Im Dezember kochen sie gleich zwei Mal. „Nächste Woche werden

wir hier ein großes Weihnachtsmenü kochen“, erklärt Thomas Weber von Kiwanis. Heute

gibt es etwas Herzhaftes zum Durchwärmen. Paul Johann Frobel ist der geheime Chefkoch

des Clubs und hat für die Tafel mit Hilfe seiner Freunde frischen Gemüseeintopf gekocht.

„Zum Dessert gibt es ein Sahne-Quark-Baiser mit Sauerkirschen“, erläutert Frobel.

„Wenn wir für die Tafel kochen, entlastet das den Betrieb hier sehr. Wir bringen sämtliche

Zutaten selbst mit und übernehmen dann die Küche“, gibt Weber zu verstehen.

Udo Engelhardt, Leiter der Singener Tafel, weiß, dass die Tafel nur zum einen Teil als

Essensausgabe fungiert: „Die Tafel ist ein Kommunikationspunkt. Für ältere, teils auch

behinderte Menschen ist der Besuch bei uns häufig die einzige Chance am Tag unter

Menschen zu kommen.“ Die etwa 100 Stammbesucher der Tafel freuten sich immer sehr

auf den Besuch der Kiwanis-Hobbyköche, so Engelhardt. (wis)

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Wochenblatt Radolfzell 02.12.2009

Tafelladen für Radolfzell

Günstige Lebensmittel erhalten hier Bedürftige

Neben dem Einkaufen hat der Tafelladen auch eine Kommunikationsfunktion: Soziales Miteinander beginnt beim Gespräch untereinander. Neben dem Einkaufen hat der Tafelladen auch eine

Kommunikationsfunktion: Soziales Miteinander beginnt beim Gespräch untereinander.

Radolfzell (li). Jetzt gibt es in der Markthallenstraße 16 auch einen Tafelladen für

Radolfzell, der jeweils freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet hat.
Bei der offiziellen Vorstellung in der vergangenen Woche machte Vorsitzender Udo

Engelhardt im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt deutlich, wie wichtig

diese Einrichtung im aktuellen sozialen Umfeld ist. Mit dem Radolfzeller Tafelladen

wird die letzte Lücke im Kreis Konstanz vom Trägerverein geschlossen.
Begonnen hat alles vor über zehn Jahren in Singen: Bedürftige Menschen wie Kleinrentner,

kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Empfänger von Harz IV, Menschen mit

Grundsicherung, Asylbewerber, Wohnsitzlose und Flüchtlinge können hier zu ganz

günstigen Preisen einkaufen. Sie brauchen eine Kundenkarte, die im Tafelladen

freitags von 9 bis 10 Uhr ausgestellt wird. Finanznachweise sind mitzubringen.

Für Einzelpersonen liegt die Einkomensgrenze bei 900 Euro, bei einer Familie mit

zwei Kindern bei 1580 Euro. In Radolfzell gibt es derzeit etwa 750 Hartz-IV-Empfänger.

Das verdeutlicht die Bedeutung der Einrichtung, die im früheren Querklecks untergebracht ist.
Engelhardt spürte bei der Eröffnung den enormen Informationsbedarf in Radolfzell.

Die Diakonie hat bereits im Vorfeld Betroffene gezielt auf die Tafel angesprochen.

Nachgefragt wurde vor allem die Herkunft der Lebensmittel. Hier ist die Tafel auf die

Spenden von Erzeugern oder Herstellern angewiesen. Vier Fahrzeuge sammeln derzeit

die Lebensmittel kreisweit ein. In Rielasingen ist das große Lager, wo zum Beispiel das

Gemüse so gerichtet wird wie es das Lebensmittelgesetz verlangt. Die Tafel unterliegt

hier der üblichen Wirtschaftskontrolle.
Die Frage nach dem Verfallsdatum kam natürlich auch. Hier werden keine Lebensmittel

nach dem Limit verkauft. Dafür profitiert der Tafelladen von Großhändlern, die Ware

weit vor dem Ablauf nicht mehr an Wiederverkäufer verkaufen können. Es gibt aber auch

Paletten falsch etikettierter Waren oder Dosen oder beschädigte Kartons.
Viele Firmen unterstützen die Tafeln schon seit Jahren aus Überzeugung.

Viele Radolfzeller Bäcker sorgen künftig jeden Freitag mit leckeren Backwaren und Brot.
Von: Hans Paul Lichtwald

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Südkurier Engen  19.11.2009

Essen in der Gemeinschaft

Engen (jw) Der Tafelladen Engen und der Engener Kochclub laden zum

gemeinsamen Mittagessen für bedürftige Menschen am Sonntag, 22. November,

um 12 Uhr ins katholische Gemeindezentrum, Hexenwegle 2 in Engen ein.

Immer mehr Menschen müssen mit einem geringen Einkommen auskommen.

Die Zahl der alleinstehenden Personen nimmt zu. 41,3 Prozent aller

Alleinerziehenden müssen von Hartz IV leben. Diese Fakten und der Wunsch,

Gutes zu tun, sind Anlass für die Einladung des Tafelladen-Teams zu einem

gemeinsamen Mittagessen. Unterstützt wird das Tafelladen-Team durch den

Engener Kochclub, der das Mittagessen zubereitet. Eingeladen sind Menschen

mit geringem Einkommen, Alleinstehende und Alleinerziehende mit ihren Kindern.

Auf sie warten ein warmes Mittagessen mit anschließendem Kaffee und Kuchen.

Im Unkostenbeitrag von einem Euro pro erwachsene Person sind Essen und

Getränke enthalten.

Kuchenspenden werden gern entgegen genommen und können im Caritasbüro Stockach,

07771/91 85 943 (Frau Jörg) angemeldet werden. Die Kuchen können am

Sonntag, 22. November zwischen 11 und 12 Uhr im Gemeindezentrum beim

Tafelladen-Team abgegeben werden.

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Südkurier Singen 17.10.2009

„Wir fühlen uns geehrt“

Die Singener Tafel bekommt im zehnten Jahr ihres Bestehens den Agenda-Preis,

der mit 2500 Euro dotiert ist. Er soll Projekte fördern, in denen sich Bürgerinnen

und Bürger der Stadt aktiv an der Problemlösung im Sinne der Nachhaltigkeit

beteiligen. Das Team der Singener Tafel mit Udo Engelhardt (fünfter von links)

freut sich sehr über den Agenda-Preis 2009.

Horst Scheu (dritter von rechts) und Bernd Karcher

(rechts) nahmen für ihre Projekte eine Anerkennungsurkunde

entgegen. Mit im Bild auch OB Oliver Ehret

(Vierter von rechts) und Udo Klopfer von der Sparkasse.

Foto: sgr

 

Mit dem Agenda-Preis möchte die Stadt Singen den Gedanken der Nachhaltigkeit in

den Köpfen der Bürger verankern, so Oberbürgermeister Oliver Ehret bei der

Preisverleihung im Bürgersaal des Rathauses. Dank der Sparkasse Singen-Radolfzell,

die 1500 Euro zum Preis beisteuert, werden seit 2004 immer 2500 Euro als Agenda-Preis

vergeben. Acht Bewerbungen hatte es dieses Jahr gegeben. Schon gleich zu Beginn seiner

Rede ließ Laudator Peter Voncken die Katze aus dem Sack: „Der Agenda-Preis geht an

die Singener Tafel!“ „Gäbe es die Singener Tafel nicht, man müsste sie schnellstens erfinden“,

erklärte er. Die Singener Tafel hatte sich vor zehn Jahren mehreren Zielen verschrieben.

Sie wollte überschüssige Lebensmittel vor dem Wegwerfen retten und sie Menschen mit

wenig Geld zur Verfügung stellen. Auch sollten Menschen bei der Mitarbeit in der Tafel eine

sinnvolle Beschäftigung bekommen. „Die Tafelidee, die in Singen so vorbildlich umgesetzt

wurde, ist vor allem eins: nachhaltig“, so Voncken. Die Stadt ehre hiermit einen „wichtigen

Mosaikstein in der sozialen Wirklichkeit dieser Stadt, die einfach mehr von Armut als von

Reichtum geprägt ist.“ Udo Engelhardt, Vorsitzender der Tafel nahm den Preis mit seinem

Team entgegen: „Wir fühlen uns geehrt“.

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Südkurier Singen 26.08.2009

Sie kochen für Bedürftige

Um Bedürftigen aus Singen eine Freude zu bereiten, haben

ehrenamtliche Frauen sich bereit erklärt, für die Singener-Tafel

ein Mittagessen zu kochen. 40 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

sind zurzeit im Singener HBH-Klinikum im Lotsen-Bücherdienst

und in der Kinderklinik tätig. Aber sie tun noch mehr. Um

Bedürftigen aus Singen eine Freude zu bereiten, haben 17 dieser

Damen sich bereit erklärt, für die Singener-Tafel mehrmals ein

schmackhaftes Mittagessen zu kochen.

Unter Federführung von Gertrud Klopfer wurden vier Gruppen

gebildet, die vor kurzem an vier verschiedenen Tagen für die

Bedürftigen der Singener-Tafel jeweils ein leckeres Essen zubereitet haben. Die Freude stand den „Essern“

ins Gesicht geschrieben. Besonders haben sie sich über den leckeren Kuchen zum Nachtisch gefreut.

Sämtliche Damen waren bis Ende des Jahres 2008 Mitglieder beim Sozialdienst katholischer Frauen

(SKF) Singen. Aufgrund bekannter Unstimmigkeiten bei der Hauptversammlung haben diese ihre

Mitgliedschaft gekündigt und wurden zum Wohle der Patienten als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im

HBH-Klinikum Singen aufgenommen.

Sie machen mit:

17 Frauen sind bei der Aktion dabei: Gertrud Klopfer, Ursel Steinhoff, Heidi Brütsch, Doris Berni,

Ilse Maillard, Ulrika Schwarz, Urte Zylla, Ida Schmid, Belinda Semsi, Birgit Rokweiler, Hilde Widmann,

Brigitte Hiebsch, Marlies Greuter, Helga Kuhn, Anita Graf, Maya Wiese, Annemarie Bernhard.

________________________________________________________________________________________________________________________________                      Südkurier 13.05 2009  Rielasingen-Worblingen

Die Tafel macht sich breit

Erfolgreich beenden konnte der Singener Tafel-Verein die Suche nach neuen, größeren Lagerräumen

für das Sammeln und Verteilen der Ware für die Tafelläden im Kreis Konstanz. „Die alten Lagerräume

sind schlicht zu eng geworden“, weiß Udo Engelhardt als Chef des Tafelvereins. In Rielasingen wurden

nun die passenden Räume gefunden, umgebaut, hergerichtet und eröffnet.

Willy Wagenblast und Udo Engelhardt (von rechts) begrüßten

Bürgermeister Ralf Baumert zur Einweihung des neuen Zentrallagers der „Tafeln“ in Rielasingen.

„Zur Einweihung des Tafellagers in Rielasingen-Worblingen war alles gut vorbereitet“, berichtet

Vorstandsmitglied Willy Wagenblast. Alle fünf Tafelfahrzeuge aus Singen, Konstanz und Stockach standen

frisch gewaschen aufgereiht vor dem frisch geputzten neuen Tafellager an der Hardbergstraße in Rielasingen.

Nur das Wetter machte den Lager-Einweihern einen Strich durch die Rechnung. Die Gäste mussten bei

strömendem Regen begrüßt werden. Zur Einweihung kamen neben Bürgermeister Ralf Baumert etliche

Gemeinderäten, der Ortsseniorenrat und die Grundstücksnachbarn im Rielasinger Gewerbegebiet an der

Hardbergstraße.

Zuerst berichtete Engelhardt als Vorsitzender der Singener Tafel, wie das ehemalige Werkstattgebäude

renoviert wurde: „Mauern wurden eingerissen, Böden betoniert, Leitungen gelegt, Wände gestrichen.“

Dann konnte der Umzug mit Kühlzelle, Regalen, Büro und den vielen Lebensmitteln erfolgen.

„Diese Arbeiten wurden fast ausschließlich in eigener Regie mit eigenen Mitarbeitern geleistet“, betont

Willy Wagenblast als Vorstandsmitglied im Bundesverband der Tafeln und lobte die gute Zusammenarbeit

der Tafeln im Landkreis Konstanz. Er ermunterte die Anwesenden, beim Mittagstisch in Singen einmal für

die Bedürftigen zu kochen, worauf sich die Gemeinderäte Rudolf Caserotto und Simon Feuerstein sofort

bereit erklärten.

Baumert - über das Internet gut vorbereitet - freute sich, dass das Zentrallager ausgerechnet in Rielasingen

errichtet wurde und überreichte Udo Engelhardt als Geschenk das Gemeindewappen. Anschließend konnten

die sehr interessierten Gäste die Räumlichkeiten des Lagers besichtigen. Bei Grillwurst und frischen Salaten

wurde noch lange über die Tafelarbeit diskutiert.

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Südkurier Engen, 14. April 2009

100 Tage Engener Tafel

Engen (sk) Die ersten Lebensmittel hat das Team des Engener Taffelladens kurz vor Weihnachten zum

ersten Mal an Engener Bürger mit wenig Geld ausgegeben. Jetzt sind die ersten 100 Tage vorüber

und es kann eine erste Bilanz gezogen werden.

Seit Dezember hat der kleine Laden immer dienstags von 10 bis 12 Uhr seine Tür geöffnet und während

dieser Zeit kommen regelmäßig zwischen 20 und 25 Kunden in den Tafelladen, um dort einen Teil ihres

Lebensmittelbedarfes zu decken. Im Sortiment sind Brot und Backwaren, Milch und Milchprodukte sowie

Wurstwaren, Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern, Trockenprodukte wie Nudeln, Suppen,

Konserven. Der Tafelladen in Engen ist ein gemeinschaftliches Projekt der Singener Tafel und des

Caritasverbandes Singen-Hegau. Beide Vereine bringen eigene Kernkompetenzen ein. Die Singener Tafel

ist für den Betrieb des Tafelladens verantwortlich und die Caritas ergänzt das Angebot durch Sozialberatung.

Seit Eröffnung des Tafelladens im Januar 2009 wurden für 45 Bedarfsgemeinschaften Kundenkarten

ausgestellt, Tendenz steigend. Einkaufsberechtigt sind Bürger mit geringem Einkommen und Menschen,

die vom Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Sozialhilfe leben müssen. Kundenkarten werden immer

dienstags von 9 bis 10 Uhr, im Caritasbüro in Engen, Hauptstraße 31, Eingang Spendgasse ausgestellt.

Aktuell engagieren sich im Engener Tafelladen 17 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Die Eingewöhnungsphase für Helfer und Kunden ist beendet, man kennt sich und man achtet sich und es

ist inzwischen auch gelungen die Hemmschwelle zum Besuch des Ladens zu verringern.

Das Team und die Singener Tafel sind weiterhin bemüht möglichst viele und gute Lebensmittel im Laden

anzubieten um auch noch mehr Bürgern ein attraktives Angebot bieten zu können. Bislang sind die beiden

Partner, Caritas und Tafel, mit dem erreichten sehr zufrieden. Das Engagement der Helfer aus Engen und

den umliegenden Gemeinden ist vorbildlich. Die Unterstützung der Engener Lebensmittelbetriebe und Bäcker

lässt nichts zu wünschen übrig und es konnten auch mehrere kleine und größere Geldspenden verzeichnet

werden, die erheblich zur Stabilisierung des Engener Tafelladens beigetragen haben. Weitere Informationen

zum Engener Tafelprojekt gibt es auch telefonisch unter den Nummern 07771/9185943 und 07731/183310.

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* Singener Wochenblatt,  1. April 2009

Dem Nächsten dienen

Singener Tafel feiert 10-jähriges Bestehen

Singen (frö). Die Singener Tafel hatte am vergangenen Donnerstag Grund zum Feiern.

Man traf sich im Bürgersaal, um das 10-jährige Bestehen zu begehen. Viele Freunde und Gönner waren

gekommen, die Stimmung war festlich. Der Baraka-Weltchor unter der Leitung von Rainer Dost stimmte

mit Liedern in den Abend ein. Am 23. März 1999 wurde die Tafel mit dem ersten Mittagstisch geboren.

Damals habe man nicht über Probleme geredet, sondern nach konkreten Lösungswegen gesucht, sagte

Udo Engelhard, begrüßte die Gäste und sprach allen, die die Tafel in den letzten Jahren unterstützt haben,

seinen Dank aus. Man habe einen umfangreichen Warenaustausch auf den Weg gebracht, damit habe

man das soziale Netz enger knüpfen können, sagte Engelhardt. Auch Hans-Peter Storz als Vertreter der

Kirchen überbrachte Glückwünsche. "Eine Kirche, die nicht dient, diene zu nichts", zitierte Storz einen

Theologen. Er nannte den Einsatz für die Armen lebendigen Glauben. "Mittlerweile ist die Tafel als Institution

gefestigt", sagte Storz. Die Kirchen stellen Gutscheine zur Verfügung und böten regelmäßig Gespräche an.

OB Oliver Ehret freute sich, dass die Tafel als Einrichtung so erfolgreich arbeitet. "Viele Menschen würden

durch das Raster fallen, wenn es die Tafel nicht gäbe", sagte der OB. Man habe eine Idee mit Leben gefüllt.

Dabei gäbe es kein Jammern, sondern ein aktives Tun. Die Tafel bietet Bedürftigen ein Mittagessen für 1.50 € an.

Im Jahr 2008 wurden 12.600 Essen ausgegeben. Der Tafelladen verzeichnet täglich über 150 Kunden.

Die Singener Tafel hat 55 Mitarbeiter und mittlerweile auch einen Azubi. Seit 2008 gibt es eine Schultafel,

hier werden bedürftige Kinder materiell bei der Einschulung unterstützt. Im Kreis gibt es mittlerweile auch

Tafeln in Konstanz, Stockach und Engen. Bundesvorstand Willi Wagenblast erklärte, wie Sponsoren gefunden

werden, wie Preise verhandelt werden und wie Beratung und Unterstützung funktionieren. Die Entwicklung

wurde noch einmal von Udo Engelhardt skizziert. Die Tafel ging aus dem Arbeitslosentreffen der AWO hervor.

"Die Idee der Tafeln in Deutschland war bahnbrechend", sagte Engelhardt. Er betonte die Unabhängigkeit des

Vereins. Die Tafel habe 4 Ziele: Verhindern dass Lebensmittel vernichtet werden, den Mittagstisch zur

Verfügung stellen, Arbeitslätze schaffen und das Gemeinwesen durch Verantwortung stärken. Engelhardt

legt den Schwerpunkt auch auf die Aufklärung, was Armut konkret bedeutet. "Jeder tut das, was er am besten kann",

erinnerte Engelhardt. Die Tafel bewegt jeden Monat 60 Tonnen Lebensmittel, das ist eine enorme Größe.

Wolfgang Bangert ehrte im Anschluss noch einige verdiente Mitarbeiter.

Danach sang der Chor noch einmal zm Abschied.

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Südkurier Singen 31.03.2009

Selbstlose Hilfe

Ihr zehnjähriges Jubiläum feierte die Singener Tafel mit Gästen und Helfern im Bürgersaal des Rathauses.

Die Idee, die aus Amerika nach Deutschland kam, ist bundesweit in mittlerweile 852 Städten etabliert.

Im Landkreis Konstanz profitieren rund 6000 Menschen von der Initiative, für die sich 150 Helfer engagieren.

Die Singener Tafel feiert ihr zehnjähriges Bestehen.

Im Vorstand engagieren sich (von links) Inge Schönenberger, Marieluise Schmautz, Willy Wagenblast,

Rosmarie Classen, Richard Wiggenhauser, Udo Engelhardt, Anita Hoffmann, Martin Jenett,

Renate Ibbeken, Wolfgang Bangert und Regine Keller. Foto: sgr

An den Wänden im Bürgersaal hingen Transparente mit der Aufschrift „Essen, wo es hingehört – Die Tafeln“.

Dieser Slogan ist seit der Gründung der ersten Tafel 1993 in Berlin zu einem Selbstläufer geworden.

Am 23. März 1999 war es auch in Singen soweit, und der erste Mittagstisch für Arme und Bedürftige konnte

im St. Anna-Saal ausgegeben werden. Im Januar 1999 hatte sich der Verein „Singener Tafel“ unter Vorsitz

von Udo Engelhardt gegründet. „Niemand hätte vor zehn Jahren geahnt, dass ein solch großes Netzwerk aus

einer Arbeitsloseninitiative entstehen konnte“, sagte Engelhardt, der auch heute noch Vorsitzender ist.

Dies hätte man ohne die Unterstützung des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt niemals geschafft.

Bis zum Mai 2005 wurde der Mittagstisch wechselweise in Gemeindesälen Singener Kirchengemeinden

ausgegeben, bis das ehemalige Café Awocado für die Tafel zur Verfügung stand. Der Tafelladen, der seit

November 1999 an fünf Tagen die Woche Lebensmittel zu vergünstigten Preisen verkauft, ist ebenfalls

direkt nebenan am Heinrich-Weber-Platz. „Die Tafeln im Landkreis sorgen dafür, dass monatlich rund

60 Tonnen Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt werden“, sagte Oberbürgermeister Oliver Ehret.

Es sei unumstritten, dass man Initiativen wie die Singener Tafel mehr denn je brauche.

„Noch besser wäre es, wenn Voraussetzungen geschaffen würden, damit Tafeln nicht mehr gebraucht würden“,

unterstrich Willy Wagenblast, der sich als Kassierer und im Bundesvorstand der Tafeln einbringt.

Die Initiative, die vor allem durch das ehrenamtliche Engagement der rund 150 Helfer lebt, hat sich inzwischen

weit auf den Landkreis ausgedehnt, und es wurden auch Arbeitsplätze geschaffen.