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Information zur Realität von Menschen mit wenig Geld und ihren Kindern

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Singener Wochenblatt 16.12.2016 | Stefan Mohr

Unterstützung für Vesperkirche allerorten

Eine Lawine der Unterstützung zieht sich durch Singen und die Region Eine Lawine der Unterstützung

zieht sich durch Singen und die

Region für die 2. Vesperkirche

vom 15. bis 29. Januar 2017.

swb-Bild: stm

 

 

 

 

 

 

600 Helfer beim Mittagstisch der Herzlichkeit Singen (stm). Vom 15. bis 29.

Januar hat das »Festmahl der gegenseitigen Wertschätzung« in der Singener

Lutherkirche zum zweiten Mal für alle Bürger seine Türen weit geöffnet. Blickt

man auf die Unterstützer der Vesperkirche, die sich am Donnerstag trafen,

zeigt dies eindrucksvoll das tolle Miteinander in der Hohentwielstadt. Der

Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) und die Singener Tafel als Organisa-

toren freuen sich über die breite Unterstützung in der Bevölkerung mit 600

Helfern – noch einmal hundert mehr als im letzten Jahr - und einem „Who is

Who« der Sponsoren, die auch 2017 dieses Mittagstisch der Herzlichkeit

möglich machen, wie Pfarrerin Andrea Fink erklärte.

An den 15 Tagen der Vesperkirche werden an den festlich geschmückten 22

Tischen in der Singener Lutherkirche 300 Essen ausgegeben. Suppe, Haupt-

gericht – eines davon vegetarisch - Kaffee und Kuchen für einen Euro. Dank

der Unterstützung der Stadt werden diesmal alle Kirchenbänke ausgebaut, um

von Anfang genügend Platz zu haben. Denn eingeladen sind nicht nur die

Bedürftigen – vielmehr ist es gerade das Ziel der Vesperkirche diese in die Mitte

der Gesellschaft zu rücken, wie Udo Engelhardt betonte. 2016 seien die Hälfte

der Gäste Menschen mit wenig Geld gewesen. Die andere Hälfte habe im Schnitt

sieben Euro pro Essen bezahlt, so Engelhardt.

Der Schatzmeister der Vesperkirche, Willy Wagenblast, zeigte sich angetan von

der Spendenbereitschaft. Dennoch brauche man insgesamt 40.000 Euro. Noch

habe man die 26.000 Euro für den Essenszuschuss noch nicht zusammen.

Wagenblast hob aber auch die Spende an Arbeit hervor. Sponsoren wie beispiels-

weise Elma oder der Lions Club Radolfzell-Singen unterstützen die Vesperkirche

nicht nur finanziell, sondern auch mit Manpower. Dank Georg-Fischer konnte

auch das leidige Problem des Spülens gelöst werden.

Die grenzenlose Hilfsbereitschaft in der Region für die Vesperkirche zeigen aber

auch die Spenden von Judo-Club oder Hegau-Gymnasium, die Erlöse aus Veran-

staltungen zur Verfügung stellten. Auch die Einnahmen aus der Reservierungs-

gebühr für den Neujahrsempfang wird der Vesperkirche zur Verfügung gestellt,

wie OB Bernd Häusler bekräftigte. Wie Ingrid Hempel von der Bürgerstiftung

erklärte, sei »eine Lawine der Hilfsbereitschaft« in Singen ausgelöst worden.

Wer noch einen Kuchen spenden möchte, wendet sich bitte an folgende E-Mail

Adresse vesperkirche-singen(at)web.de.

Spenden sind unter dem Stichwort »Vesperkirche« auf dem Konto der

Volksbank Schwarzwald Baar Hegau unter der IBAN-Nummer

DE 27 69 49 0000 0100 1001 00 erwünscht.

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Südkurier Singen 15.12.2016 Karin Zöller

Erfolgreiche Aktion geht in die zweite Runde Vesperkirche in Singen startet wieder

Die Lutherkirche wird ab 15. Januar für zwei Wochen zum Gasthaus.

Landesbischof Cornelius Bundschuh hat sich zum Eröffnungsgottes-

dienst angekündigt. Aufgrund der guten Resonanz und Nachfrage

gibt es dieses Mal mehr Plätze in des Vesperkirche.

Organisatoren und Sponsoren freuen sich auf die zweite Singener Vesperkirche, die vom 15. bis 29. Januar stattfindet. Nach dem großen Erfolg beim ersten Mal hoffen alle erneut auf zahlreiche Gäste in der zum Gasthaus umgebauten Lutherkirche. Bild: Karin Zöller

Bei der ersten Singener Vesperkirche im Januar 2016 wurden die Organisatoren vom großen Zuspruch überrascht. Aus den geplanten 120 Essen wurden 300 Portionen täglich und es musste mehr Platz geschaffen werden. Archivbild: Karin Zöller

Hochmotiviert und

voller Vorfreude

blicken Organisatoren

und Sponsoren der

zweiten Singener

Vesperkirche entgegen.

Für zwei Wochen –

vom 15. bis 29. Januar

– wird die Lutherkirche

im kommenden Jahr

erneut zum Gasthaus

am Weg und damit zu

einem Ort der Begegnung

für Menschen aus allen

Schichten. Nach der

positiven Resonanz bei der ersten Aktion sollen nun gleich alle Kirchenbänke

ausgebaut werden, um genügend Platz für alle Gäste zu haben. Im Presse-

gespräch war die Erleichterung spürbar: Die erfolgreich verlaufene erste

Vesperkirche hatte auch Befürchtungen ausgelöst, ob das Großprojekt ein

zweites Mal gestemmt werden könne. Umso mehr freute sich Andrea Fink,

dass es gelungen sei, auch die Finanzierung der zweiten Ausgabe mithilfe von

Sponsoren zu sichern.

„Es kostet richtig viel Geld. Die Spenden werden gebraucht“, betont die

Pfarrerin der gastgebenden Kirche. Demnach engagieren sich nicht nur viele

Helfer und Sponsoren, die bereits beim ersten Mal dabei waren. Es haben auch

einige neue Unterstützer ihre Hilfe – finanziell oder durch tatkräftigen Einsatz –

zugesagt. Die Zahl der Helfer sei von 500 auf 600 gestiegen. Besonders froh

zeigten sich die Organisatoren über das neue Engagement der Singener Firma

Georg Fischer. Das Werk stellt für die großen Mengen Geschirr Spülmaschinen

aus der Kantine zur Verfügung.

Auch die Stadt sei ein wertvoller Partner, unter anderem beim Ein- und Ausbau

der Kirchenbänke und in vielen logistischen Dingen. „Ohne diese Hilfe könnten

wir das Ganze nicht stemmen“, sagt Andrea Fink. OB Bernd Häusler verkündete

eine erfreuliche Neuigkeit: „Wir unterstützen die Vesperkirche zusätzlich mit

rund 2500 Euro“, erklärt er. Diese Spende entstehe aus Reservierungsgebühren

vom Neujahrsempfang und die geplante Gage für die Dieter-Rühland-Band, die

darauf verzichte. Trotz Unterstützung etlicher Sponsoren würden weitere

Spenden gebraucht, sagt Willy Wagenblast, der für die Finanzen der Vesperkirche

zuständig ist. So seien zum Beispiel die Kosten in Höhe von 26 000 Euro für

täglich bis zu 300 Essensportionen, die im Haus am Hohentwiel frisch gekocht

werden, noch nicht ganz abgedeckt.

Udo Engelhard freute sich, dass die Hälfte der Gäste der ersten Vesperkirche

Bedürftige gewesen seien. Das Angebot sei von vielen Tafelgästen angenommen

worden. Auch alleinstehende Menschen, die sonst keine Kontakte hätten, seien

gekommen, erklärt der Vorsitzende der Singener Tafel. In Gesprächen sei oft

das gute Essen gelobt worden. „Das Wichtigste ist für viele Bedürftige jedoch der

Austausch, die Begegnung und vor allem Wertschätzung, die sie nirgendwo sonst

erfahren“, betont er. Mit Landesbischof Cornelius Bundschuh hat sich zum Eröff-

nungsgottesdienst am Sonntag, 15. Januar, ein besonderer Gast angekündigt:

„Mit seinem Kommen will er ein Zeichen für die Vesperkirchen im Land setzen“,

erklärt Andrea Fink.

Die Vesperkirche

Die zweite Singener Vesperkirche findet vom 15. bis 29. Januar 2017 statt. In

der zum Gasthaus umgebauten Lutherkirche gibt es täglich von 11.30 bis 14

Uhr ein warmes Mittagessen inklusive Getränken und Kuchen zum symbolischen

Preis von einem Euro. Zusätzliche Spenden sind willkommen. Die Vesperkirche

ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem sich die Stadt Singen, viele Firmen und

Stiftungen beteiligen. Die Organisation liegt federführend beim Arbeitskreis

christlicher Kirchen (ACK) und der Singener Tafel. Es werden noch Helfer und

Sponsoren gesucht. Informationen unter Telefon (0 77 31) 6 25 43 (Lutherkirche)

oder im Internet:www.vesperkirche-awo.konstanz.de

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Singener Wochenblatt 3.11.2016

Eine Million Sterne auf dem Weber-Platz

Viele tausend Kerzen werden in Singen im Rahmen der Aktion Eine Million Sterne entzündet.

Viele tausend Kerzen werden in Singen im Rahmen der Aktion

"Eine Million Sterne" entzündet.

swb-Bild: of/Archiv

Jährliche Aktion der Caritas mit vielen Partnern Singen. Der Caritasverband

Singen-Hegau und Schirmherr Oberbürgermeister Bernd Häusler laden

herzlich zur „Eine Million Sterne- Aktion“ auf dem Heinrich Weber Platz ein.

Schon seit vielen Jahren organisiert der Caritasverband Singen-Hegau e.V.

in Singen ein Lichtermeer aus Kerzen und unterstützt mit der Aktion die Arbeit

von Caritas International.

Am Samstag, 12. November von 14 bis 18 Uhr, wird auf den Heinrich-Weber-

Platz mit Musik, einem kleinen Programm, Freunden und Mitarbeitern eingeladen.

Viele leuchtende Kerzen erinnern an Menschen, die nicht vergessen wurden und

werden sollen.

Acht Marktstände laden zum Verweilen ein und bieten neben Grillwurst, Pommes

und Glühwein auch „Eine Welt Produkte“ und selbstgebackene Kuchen an.

Informiert wird über das Projekt „Eine Million Sterne“ und die Flüchtlingsarbeit im

Verband.

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Südkurier Singen 20.10.2016 Karin Zöller

Arme haben schlechte Chancen

Ein Diskussionsabend zum Thema Armut in Singen zeigt viele

Probleme auf. Betroffene und Politiker debattieren.

Am Diskussionsabend im Wichernsaal zum Thema Armut nahmen auch viele Betroffene sowie im sozialen Bereich tätige Menschen teil. Einige Anwesende nahmen die Gelegenheit wahr, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Bild: Karin Zöller

Immer mehr Menschen, darunter viele Alleinerziehende, sind von Armut

betroffen. Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum, die Zahl der Obdachlosen

steigt und es wird eine Zunahme bei Altersarmut erwartet. Betroffene fühlen

sich allein gelassen oder – beispielsweise bei der Wohnungssuche – benach-

teiligt und bei einigen, im sozialen Bereich tätigen Menschen entsteht ein Gefühl

von Machtlosigkeit. Dies alles kam beim Diskussionsabend im Wichernsaal in

Singen zum Thema "Vom Wohlstand ausgeschlossen" zur Sprache. Dabei ging

es vor allem um Chancen für den Ausstieg aus der Armut.

Bei der Veranstaltung, die der Arbeitskreis Armut der Wohlfahrtsverbände im

Kreis Konstanz im Rahmen der landesweiten Aktionswoche "Armut bedroht

alle" organisiert hatte, rief Udo Engelhardt zu Entschiedenheit und Mut auf, um

das bestehende System zu durchbrechen. "Wir können nicht so weitermachen,

obwohl wir sehen, dass es immer mehr Menschen in Armut gibt", betonte der

Vorsitzende der Singener Tafel und wies auf die Situation vor Ort hin:

"Jedes fünfte Kind in Singen wächst in armen Verhältnissen auf und hat schlechte

Bildungs- und Zukunftschancen", sagte er. Auch Wohnraum sei zur Erhöhung

der Chancen wichtig.

Die hohe Bedeutung von Bildung für die Teilhabe stand an diesem Abend außer

Frage und wurde von Referent Michael Hartmann bestätigt: "Wissen ist Macht",

betonte der Soziologe und Elitenforscher. In seinem 30-minütigen Vortrag machte

er auf die trotz guter Konjunktur gleich bleibende Kluft zwischen Arm und Reich

aufmerksam und belegte anhand vieler Zahlen das wachsende Ungleichgewicht.

"Es gibt eine außergewöhnlich hohe Zahl von Milliardären und eine hohe Konzen-

tration von Vermögen in Deutschland", stellte er fest.

Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten die Bürgermeisterinnen Ute Seifried aus

Singen und Monika Laule aus Radolfzell, die Landtagsabgeordneten Jürgen Keck

(FDP) und Dorothea Wehinger (Grüne) sowie Peter Fischer, DGB-Geschäftsführer

der Region Südwürttemberg. Moderator Jörg Braun, Leiter der SÜDKURIER-Lokal-

redaktion Singen, sorgte mit gezielten Fragen für den lokalen Bezug. "Es ist er-

schreckend, wie viele Menschen in der Region Grundsicherung beziehen", betonte

Jürgen Keck. Dies betreffe auch etliche Rentner trotz vieler Arbeitsjahre. Peter

Fischer forderte eine Rentenreform: "Es ist ein gesellschaftlicher Skandal, wie

mit alten Menschen umgegangen wird", sagte er mit Blick auf das niedrige Renten-

niveau und erntete viel Beifall.

Dorothea Wehinger lobte zum einen das ehrenamtliche, soziale Engagement vieler Besserverdienender für Menschen in Armut. Zum anderen verwies sie auf die

Unterstützung der Landesregierung, wie zum Beispiel durch Förderung des Wohn-

baus. Auf die Frage von Jörg Braun, warum die Landesregierung dann die Grund-

erwerbssteuer erhöhen wolle, kam eine klare Aussage: "Das wollen wir nicht",

erklärte Wehinger.

"Auch viele junge Familien brauchen bezahlbaren Wohnraum", waren sich die

beiden Bürgermeisterinnen einig, dass dies nicht nur ein Thema von Armut sei.

Ute Seifried berichtete aber auch von Gesprächen mit Vermietern bei Leerstand.

Monika Laule verwies auf die wichtige Beratung für Menschen mit drohender

Obdachlosigkeit. Aus dem Publikum, darunter etliche Betroffene, kam der Wunsch,

den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.

Zur Person

Referent Michael Hartmann (64) war bis 2014 Professor für Soziologie mit

den Schwerpunkten Elite-, Industrie-, Betriebs- und Organisationssoziologie an

der Technischen Universität Darmstadt. In aktuellen Forschungen beschäftigt

er sich vorrangig mit internationalen Eliten und der zunehmenden Kluft zwischen

Arm und Reich. Er hält im ganzen Bundesgebiet Vorträge über das Thema Armut –

und die Kluft zu den Reichen. (zöl)

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04.08.2016 Singener Wochenblatt

Gelungene Premiere im Singener Süden

„Markt der Möglichkeiten“ mit über 30 Beteiligten

 

 

 

 

 

 

 

 

zum Auftakt des ersten "Markt der Möglichkeiten" wurde gar ein

Südstadtlied präsentiert. swb-Bild: of

Singen (of). Ein erstes „Highlight“ konnte die Aktion „Singens Starker Süden“

mit ihrer ersten größeren Aktion verbuchen. Über 30 Marktstände wurde

rund um das Siedlerheim aufgebaut, wo wiederum bereits das Festzelt für

die Feier zum 40. Geburtstag der Einrichtung stand, was am Sonntag darauf

gefeiert wurde. Ziel der Organisatoren, die sich in der Arbeitsgruppe „Singens

starker Süden“ zusammengefunden hatten, eben einem breiteren Publikum

einmal auszuzeigen, was es im Singener Süden bereits gibt: einige kirchliche

Gruppen waren darunter, aber auch zum Beispiel die Energiesparberater der

Caritas, die Haushalten dabei helfen, Energie und damit auch Energiekosten

zu sparen. Auch Elternbeiräte von  Schulen und Kindergärten einschließlich

der Schulsozialarbeiter und die Schulen selbst waren mit von der Partie.

Präsenz zeigte auch das erste Projekt von „Singens starker Süden“, die

fahrende Fahrrad-Reparaturwerkstatt, die insgesamt für „mehr Fahrradfahren“

in Singen Südstadt werben möchte. Auf der Bühne war ein spannendes

Programm angesagt. Die Kinder des Familienzentrum St. Nikolaus und der

Kitas aus dem Singener Süden hatten gar ein eigene „Südstadt-Lied“ aus

der Taufe gehoben, das den Stolz auf diesen Stadtteil zum Ausdruck bringen

soll. Tanzgruppen der Hebelschule und vom „Südpol“, die Trommelgruppe

„Africans vom Bodensee“ oder auch die Tanzschule „Colors of Dance“ wie

Lieder zum Akkordeon von Josef Hartmann von der Wessenbergschule

sorgten für einen sehr unterhaltsamen Nachmittag. Für das leibliche Wohl

sorgten Mitarbeiter und Helfer der Tafel. Im Siedlerheim gab es sogar noch

alte „Super 8“-Filme über die Fastnacht im Singener Süden zu sehen, die

Emil Sräga einst vor vielen Jahrzehnten einst gedreht hatte und heute große

Dokumente geworden sind. Udo Engelhardt, bei dem die organisatorischen

Fäden des Projektteams zusammenlaufen, zeige sich zufrieden. Schließlich

ging es darum sich einmal kennen zu lernen, weil es doch im Singener Süden

zwischen den einzelnen Quartieren doch eher weniger Kontakte gibt und alle

ein wenig „für sich“ bleiben. Froh sind alle Beteiligten darüber, dass es mit

dem Gelände des Siedlerheims eine für solche Anlässe eigentlich ideale Fläche

gibt. „Für weitere Aktivitäten von „Singens starker Süden“ bietet sich unser

Heim da als das Zentrum an“, meinte der Vorsitzende der Singener Siedler,

Christian Siebold. Schließlich steht auf der „To do“-Liste der Organisations-

teams zum Beispiel auch die Premiere eines kleinen Weihnachtsmarkts.

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Südkurier Singen 16.02.2016  Karin Zöller

Singener Vesperkirche begeistert

Die Verantwortlichen der ersten Singener Vesperkirche freuen sich über den großen Erfolg (von links): Schatzmeister Willy Wagenblast, Pastor Reiner de Vries, Udo Engelhardt von der Singener Tafel, Pfarrerin Andrea Fink und Pfarrer Robert Geßmann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Verantwortlichen der ersten Singener Vesperkirche freuen sich

über den großen Erfolg (von links): Schatzmeister Willy Wagenblast,

Pastor Reiner de Vries, Udo Engelhardt von der Singener Tafel,

Pfarrerin Andrea Fink und Pfarrer Robert Geßmann.

Bild: Karin Zöller

Die Organisatoren der ersten Singener Vesperkirche ziehen eine äußerst

positive Bilanz. Es habe Begegnungen auf Augenhöhe gegeben und viel

mehr Besucher als erwartet.

Die äußerst positive Resonanz, die die erste Singener Vesperkirche erfahren

hat, übertraf sämtliche Erwartungen der Organisatoren:

„Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Andrea Fink im Rückblick auf das 15-tägige

Gemeinschaftsprojekt, für das der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) und

die Singener Tafel die Federführung übernommen hatten. Bis zu 300 Gäste

seien täglich in die zum „Gasthaus am Weg“ umgebaute Lutherkirche ge-

kommen. Dort habe es viele Begegnungen gegeben, stellt die Pfarrerin der

Luthergemeinde fest.

Als die Vesperkirche am 17. Januar zum ersten Mal ihre Pforten öffnete,

gingen die Organisatoren voller Optimismus von etwa 200 Gästen pro Tag

aus. Doch von Anfang an kamen bis zu 100 Gäste mehr, was für das fleißige

Küchenpersonal vom „Haus am Hohentwiel“ eine enorme Herausforderung

bedeutete. Der große Zuspruch überraschte alle und sorgte auch für eine

steigende Zahl engagierter Helfer. Begeisterte Besucher boten ihre Hilfe an,

und aus dem Helferkreis wollten etliche mehrfach zum Einsatz kommen.

„Es war einfach überwältigend. Wir danken allen Helfern, Kuchenspendern und

Sponsoren“, betont Andrea Fink.

„Die Mischung war ein ganz tolles Ergebnis“, erklärt Udo Engelhardt. Unter

den Besuchern seien zirka 40 Prozent Menschen mit wenig Geld, etwa 25

Prozent ältere, einsame Menschen und 35 Prozent Normalverdiener gewesen,

die an der Vesperkirche interessiert waren oder das Projekt unterstützen

wollten, erläutert der Vorsitzende der Singener Tafel.

Dadurch seien Menschen mit wenig Geld in die Mitte der Gesellschaft gesetzt

worden. „Das war eine seltene Erfahrung für die Tafelgäste“, verweist er darauf,

dass Menschen, die an der Armutsgrenze leben, meist unter sich bleiben würden.

Viele Gäste hätten das Essen gelobt und sich über Begegnungen auf Augenhöhe

gefreut, so Engelhardt.

„Eigentlich haben wir nur gemeinsam gegessen und getrunken“, sagt Robert

Geßmann. Doch dadurch sei auf vielen Ebenen etwas geschehen. Die Vision des

Miteinanders sei greifbar gewesen, stellt der Pfarrer der alt-katholischen

St.-Thomas-Gemeinde fest. Viele Besucher hätten das Ambiente genossen,

betont Reiner de Vries. Mehr als einmal habe er den Satz gehört: „So müsste

Kirche eigentlich sein“, erklärt der Pastor der Singener Friedenskirche.

Die Abrechnung ist noch nicht fertig und damit alles wasserdicht ist, sollen auch

noch zwei unabhängige Prüfer zum Einsatz kommen. Trotz Mehrkosten geht

der Finanz-Beauftragte Willy Wagenblast von einem Überschuss aus, der in die

Vesperkirche 2017 einfließen soll. „Aber auch im kommenden Jahr sind wir auf

Hilfe von Sponsoren angewiesen.“

Die Fortsetzung

Nach dem großen Erfolg soll es im kommenden Jahr mit der Vesperkirche vom

15. bis 29. Januar 2017 weitergehen. Dann sollen voraussichtlich alle Kirchenbänke

ausgebaut werden, um Platz für viele Gäste zu schaffen. Zuvor soll es aber noch

mehrere Gelegenheiten geben, die bei der Vesperkirche entstandene Gemeinschaft

zu pflegen. Ein Termin steht mit dem Erntedankfest am 8. Oktober auf dem

Heinrich-Weber-Platz bereits fest.

Informationen im Internet: www.vesperkirche.awo-konstanz.de

 

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Südkurier Singen 11.12.2015

Gerlinde Kretschmann will in der Singener Vesperkirche mithelfen

Die Gattin von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und

Schwester der Grünen-Landtagskandidatin Dorothea Wehinger, kündigt

einen Arbeitseinsatz gemeinsam mit ihrer Schwester in der Singener

Vesperkirche an

Prominente Hilfe für das Projekt der Singener Vesperkirche, die vom 17. bis

31. Januar kommenden Jahres in der evangelischen Lutherkirche in Singen

zum ersten Mal angeboten wird.

Wie die Luthergemeinde mitteilt, hat Baden-Württembergs First Lady, Gerlinde

Kretschmann, tatkräftige Unterstützung für einen Tag angekündigt. Zusammen

mit ihrer Schwester Dorothea Wehinger, der Landtagskandidatin der Grünen

im Wahlkreis Singen/Stockach, will die Gattin von Ministerpräsident Winfried

Kretschmann bei der Essensausgabe mitarbeiten. „Das genaue Datum steht

noch nicht fest“, erklärt Pfarrerin Andrea Fink. Die Seelsorgerin der Lutherpfarrei

freut sich zudem über weitere Mithilfe: Auch Singens Bürgermeisterin Ute

Seifried habe bereits ihren Einsatz für einen Tag zugesagt.

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Südkurier Singen 08.12.2015  

Singen Firmen für die Vesperkirche

Eine Vesperkirche wird vom 17. bis 31. Januar in der Lutherkirche angeboten.

Beim Essen sollen hier die Menschen zusammenfinden.

Zu den Unterstützern gehören: Karosseriebau Alicke; Bürgerstiftung Singen;

Spitznagel und Kollegen; Dietrich H. Boesken Stiftung, Thüga Energie; Züblin;

Tanzkreis Liebfrauen; Volker Mußgnug, Architekten; MWK Freie Architekten;

Dr. Gerd Springe; Spedition TransLog International; Südstern Bölle; Allianz

Versicherungshaus Burzinski; Kumpf und Arnold; C + C Netzhammer; Randegger

Minneralbrunnen; Sparkassenstiftung; Singen aktiv; Freie evangelische

Gemeinde; Lions-Club; Bäckerei Stadelhofer; Singener Tafel; Liga der freien

Wohlfahrtspflege; Netzwerk Kirche und Arbeitswelt.

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Singener Wochenblatt  02.04.15   Oliver Fiedler

Grünes Licht für Vesperkirche

Ätestenrat stimmt mehrheitlich für Projekt im Janaur 2016

Singen (swb). Der Ältestenkreis der Luthergemeinde hat mehrheitlich beschlossen, dass

das Projekt Vesperkirche im kommenden Januar in der Lutherkirche umgesetzt werden

kann.Das gab Pfarrerin Andrea Fink nach der Sitzung des Gremiums bekannt.

Das Projekt wird von vielen Partnern und Institutionen gemeinsam getragen und durch-

geführt werden: Initiatoren sind die Kirchen der ACK gemeinsam mit der Singener Tafel.

Bei dem Infoabend Mitte März wurde deutlich, dass inzwischen viele weitere Partner

mit im Boot sind: Oberbürgermeister Bernd Häusler sagte zu, dass der Bauhof der Stadt

Singen den Ausbau/Einbau und Transport der Kirchenbänke übernehmen würde. Das

Essen könnte vom Haus am Hohentwiel gekocht werden. Auch  Diakonie, Caritas, AWO

und Johanniter haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Natürlich braucht es für die Durchführung viele ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer –

mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten! Für die Finanzierung wird der Organisations-

ausschuss auf Sponsorensuche gehen und sich um Spenden bemühen.

Die intensive Planung und Mitarbeitergewinnung wird im Sommer/Frühherbst stattfinden,

aber schon jetzt ist die Bevölkerung eingeladen, sich bei diesem spannenden Projekt

zu beteiligen!

Ganz konkret bedeutet Vesperkirche: Einmal im Jahr ist  die Kirche 2  bis 4 Wochen

lang  in der Mittagszeit geöffnet. Alle Bevölkerungsgruppen  sind eingeladen, hier eine

warme Mahlzeit einzunehmen und einander zu begegnen. Von Armut betroffene

Menschen  ebenso wie andere. Menschen aller Konfessionen und Religionen, Familien

und Alleinstehende, Menschen, die gerne mit anderen zusammen sind.

Sie werden an festlich gedeckten Tischen empfangen und von ehrenamtlichen Helfer-

innen und Helfern bedient. Diese besondere Art von Gemeinschaft im Kirchenraum hat

eine große Symbolkraft. Hier wird Kirche noch einmal auf ganz neue Weise wahr-

nehmbar und erkennbar, ist das, was Gäste der Vesperkirche immer wieder vermitteln.

Und viele Menschen bekommen hier auch noch einmal einen ganz neuen Blick darauf,

was Armut konkret heißt, so die Initiatoren.

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Südkurier Singen  30.10.2014   Susanne Gehrmann Röhm

Hilferuf von Betroffenen: Im Kreis fehlt es an bezahlbaren Wohnungen

Auf Einladung der freien Wohlfahrtsverbände berichten Betroffene

von ihren negativen Erfahrungen bei der Wohnungssuche. Kinder

zu haben oder Ausländer zu sein, seien oft Gründe für eine Absage.

Bei der Veranstaltung „Gemeinsam gegen Wohnungsnot“ erzählen auch Betroffene mit ihren Betreuern von den Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Wolfgang Heintschel (rechts) vom Caritasverband moderierte den Abend in der Gems.

Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Thomas Poreski, aus Reutlingen staunte

nicht schlecht, dass es im Landkreis Konstanz ein gutes Netzwerk gibt: Denn die

Liga der freien Wohlfahrtsverbände hatte in den Saal des Kulturzentrums Gems

eingeladen, um auf das Thema Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Zahlreiche

Betroffene, die teilweise auf der Straße gelebt haben und keine Wohnung finden,

berichteten über ihre schwierige Situation.

Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände hatte gemeinsam mit dem Deutschen

Gewerkschaftsbund (DGB) bereits vor zwei Jahren begonnen, auf das Thema

Armut im Landkreis Konstanz aufmerksam zu machen, sagte der DGB-Kreis-

vorsitzende Klaus Mühlherr zu Beginn. „Gemeinsam, nicht einsam gegen

Wohnungsnot“, stand auf den Plakaten zur Veranstaltung. „Warum machen wir

das?“, fragte Moderator Wolfgang Heintschel, Geschäftsführer des Caritas-

Verbandes Singen-Hegau, denn der Spaßfaktor sei bei diesem Thema doch

gering. „Wir wollen den Betroffenen zeigen, dass sie nicht allein sind und Ideen

sammeln, was man lokal tun könnte.“

An diesem Abend ging es aber vor allem um das Zuhören. Die Szenarien der

Betroffenen, die sich auf die Bühne trauten, waren ganz unterschiedlicher Natur.

Da war der junge Flüchtling aus Afghanistan, der seit fünf Jahren in Deutschland

lebt, jetzt eine Ausbildung macht und mit seiner Frau und seinem Bruder in einer

kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung lebt. „Eine größere Dreizimmerwohnung für

1200 Euro hätten wir schon bekommen können, doch die wäre viel zu teuer“,

erzählte der junge Mann. „Dabei ist er ein Musterbeispiel für eine gelungene

Integration“, sagte sein Betreuer Mitja Frank von der mobilen Jugendarbeit

Konstanz. Claudia Zwiebel vom Frauenhaus Singen berichtete über die ganz

spezielle Situation, in der Frauen mit Kindern ins Frauenhaus kommen. „Wir

haben eine Daueranzeige in der Zeitung geschaltet, denn das ist die einzige

Chance.“

Christiane Melchers, Leiterin des AWO-Projektes Bleiben mit Arbeit erzählte

von einer Nigerianerin, die mit ihren Kindern (und ohne Mann, da der noch in

seiner Heimat war) eine Wohnung gesucht habe. „Kinder zu haben oder

Ausländer zu sein, sind oft Gründe für eine Absage“, ist ihre Erfahrung. Erst

eine Pfarrerin habe in diesem Fall helfen können.

Auch eine Frau aus Singen berichtete über ihre prekäre Situation: „Wir wohnen

derzeit mit drei Kindern bei meinem Vater in sehr beengten Verhältnissen.“

Obwohl ihr Mann eine Arbeit hat und sie dazu verdient, bekommen sie nur

Absagen, wenn die Vermieter hören, dass drei Kinder mit einziehen sollen,

erzählt sie.

Manfred Maier, Mitarbeiter im Jakobushof Böhringen, hatte drei Bewohner

mitgebracht, die ihre Situation schilderten. „Wir betreuen zurzeit rund 180

Wohnungslose im Landkreis. Davon wohnt etwa ein Drittel bei uns, ein

weiteres Drittel ist auf die Familie oder Bekannte angewiesen“, so Maier.

Das schwierige Ende einer Beziehung, eine Krankheit oder auch Probleme

wie Spielsucht, die zu finanziellen Problemen führt, können Auslöser sein,

wenn jemand seine Wohnung verliert.

Nach den Darstellungen der Betroffenen zog Wolfgang Heintschel das Fazit:

Das größte Thema im Landkreis ist die Tatsache, dass es nicht ausreichend

bezahlbaren Wohnraum gibt. Eine kreisweite Prävention vor Wohnraumverlust

wäre ein weiteres wichtiges Thema. Thomas Poreski ergänzte, dass es nicht

„die“ eine Lösung gebe. „Wir brauchen eine gute Wohnungslosenhilfe und

sollten auch schauen, was die kommunalen Wohnbaugesellschaften machen.“

Udo Engelhardt von der AWO unterstrich seinen Wunsch nach einer Wohnraum-

konferenz. Diese soll auf kreisweiter Ebene bald auf den Weg gebracht werden.

Der Sozialdezernent im Landratsamt, Axel Goßner, hatte im August versprochen,

dass er die Einrichtung einer Wohnraumkonferenz nach der Sommerpause auf

Kreisebene vorschlagen wird, was auch von der Liga gefordert wird.

Die Schauspielerin und Sängerin Jutta Andre gestaltete mit Liedern von Bertold

Brecht sowie gemeinsam mit der Band Jakobs Dröhnung den musikalischen Teil.

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Aktionstag gegen Wohnungsnot

Singener Wochenblatt 28.10.2014                 Oliver Fiedler

Bündnis lädt am heutigen Dienstag in die Gems ein

Jutta André wird die heutige Armutsrevue in der Singener Gems musikalisch begleiten. swb-Bild:Veranstalter

Jutta André wird die heutige Armutsrevue in der Singener Gems musikalisch begleiten.

swb-Bild:Veranstalter

Singen (of). Bezahlbarer Wohnraum; nicht nur in Singen sondern auch in Radolfzell

und noch stärker in Konstanz ist er absolute Mangelware, sagt Udo Engelhardt von

der Arbeiterwohlfahrt aus vielfältiger Erfahrung seiner Arbeit. Vor allem ältere Menschen

seien neben den jungen Familien mit mehreren Kindern immer stärker betroffen.

Menschen müssten zum Beispiel aus Konstanz wegziehen, weil sie sich mit ihren

Renten die Mieten nicht mehr leisten könnten. Doch wohin? "Günstiger Wohnraum

wurde in den letzten Jahren in den Städten Stück für Stück vernichtet", klagt

Engelhardt in Namen vieler weiter Organisationen der Wohlfahrtsverbände.

Um diese gar nicht neuen Probleme stärker in den Vordergrund zu rücken und damit

auch politische Forderung in die Öffentlichkeit zu stellen, findet am Dienstag, 28.

Oktober, von 18 bis 20 Uhr ein Aktionsabend statt, zu dem die Liga der freien

Wohlfahrtsverbände im Kreis Konstanz die Politik wie Betroffene unter dem Motto

„Gemeinsam statt einsam“ herzlich einlädt.

Zeichen sollen an diesem Abend mit einem Vortrag des Grünen Landtagsabgeordneten

Thomas Poreski aus Reutlingen zum Thema Wohnungsnot gesetzt werden. Poreski

war unter anderem Geschäftsführer der evangelischen Obdachlosenhilfe. Auch

betroffene selbst sollen bei der Revue zu Wort kommen können und damit ihre

Zeichen setzen. Für den musikalischen Part dieses Abends werden Jutta André

und „Jakobs Dröhnung“ sorgen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

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Südkurier Singen 16.04.2014

Wenn nur wenig Geld vorhanden ist

 

 

 

 

 

Das neue Handbuch für den

schmalen Geldbeutel liegt vor.

Es gibt wertvolle Tipps für

Menschen mit geringem

Einkommen

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) präsentierte die dritte Auflage des

Handbuchs für den schmalen Geldbeutel. Udo Engelhardt vom AWO-

Arbeitslosenzentrum erläuterte zusammen mit AWO-Geschäftsführer

Reinhard Zedler und Gisela Zöller, warum der Leitfaden in dieser

Form neu aufgelegt wurde.

Bereits im Jahr 2007 und 2008 waren die ersten beiden Auflagen

des Handbuchs für den schmalen Geldbeutel erschienen. „Wir haben

bei der neuen Auflage die Konzeption ein wenig verändert“, erläuterte

Udo Engelhardt. Vor allem erschließt sich der Inhalt des gut 80-seitigen

Büchleins allein über das Inhaltsverzeichnis und nicht mehr, wie vorher,

über einen alphabetischen Anhang mit Stichworten. Der Ratgeber sei

für Menschen mit wenig Geld gemacht worden und werde auch von

anderen Institutionen mit getragen.

Ähnliche Handbücher gebe es zwar schon intern bei Verbänden, aber

bei diesem seien alle möglichen Angebote von verschiedenen Anbietern

eines Netzwerks vertreten. So erfahren nicht nur die Betroffenen, was

es für Hilfsangebote gibt, sondern auch die Anbieter selbst, was es

schon gibt und auch, was noch fehlt. Auf der Webseite der Arbeiter-

wohlfahrt ist das Handbuch auch vertreten und wird dort bei Bedarf

aktualisiert. Inhaltlich gliedert sich das Handbuch in sechs Teile. So

gibt es im ersten Teil einen Überblick über die wichtigsten Sozial-

leistungen, zweiten Teil zeigt die Hilfs- und Beratungsangebote vor

Ort auf, der dritte Teil gibt Infos für Beratung und Hilfe für Kinder

und Familien – ein Teil, der stark ausgeweitet wurde, sagt Engelhardt.

Außerdem enthält das Handbuch Angebote für besondere Personen-

gruppen, Menschen in besonderen Lebenslagen und günstige Angebote

für den Alltag.

Ihre Grundkonzeption wollen die Macher auch in andere Landkreise

exportieren. Angedacht ist zunächst konkret ein Handbuch für den

Bereich Konstanz, denn das neu vorgestellte Handbuch gilt nur für

Menschen mit wenig Geld im Bereich Singen, Radolfzell, Stockach

und Engen. Für Konstanz ist schon ein Gesprächstermin mit

möglichen Beteiligten im Mai anberaumt.

Größere Mengen des Handbuchs können von Institutionen übrigens

direkt beim Arbeitslosenzentrum oder der Singener Tafel bestellt

werden. Diesmal wird eine Schutzgebühr für das Handbuch in Höhe

von 1 Euro erhoben. „Das Heft ist für die Betroffenen deutlich mehr

Wert als ein Euro“, gab Udo Engelhardt zu bedenken. Die Finanzierung

der 4000 gedruckten Exemplare ist über die Singener Tafel erfolgt.

Allein 500 Stück hat das Jobcenter bestellt.

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Singener Wochenblatt 11.04.2014

Kindern eine Chance bieten

Jedes fünfte Kind in Singen lebt in Armut

Projektleiterin Martina Walz, Sozialarbeiterinnen Agnes Hügle und Gisela Zöller sowie Vorstandsmitglied Edelgard Anderson, kämpfen für die Chancen benachteiligter Kinder swb-Bild: dpz

 

 

 

Projektleiterin Martina Walz, Sozialarbeiterinnen Agnes

Hügle und Gisela Zöller sowie Vorstandsmitglied Edelgard

Anderson, kämpfen für die

Chancen benachteiligter Kinder

swb-Bild: dpz

 

Singen (dpz). Jedes fünfte Kind in Singen lebt von Harz 4. Diese

erschreckende Zahl geht aus dem Bericht des Vereins Kinderchancen

hervor. Kinderarmut ist ein unterschätztes Thema, weiß auch

Oberbürgermeister Bernd Häusler, der im Vorstand des Vereins

tätig ist. Der Verein Kinderchancen, der mit dem zweiten Platz beim

B. Braun Preis für soziales Engagement ausgezeichnet wurde,

möchte gezielt gegen Kinderarmut im Kreis vorgehen.Landesweit

ist Kinderchancen bisher das einzige derartige Projekt gegen

Kinderarmut, das sich bereits in der Praxis engagiert.

Das lobenswerte Projekt, welches im Oktober 2011 ins Leben

gerufen wurde, wird nun vom Sozialministerium des Landes Baden-

Württemberg im Rahmen des Armuts- und Reichtumsberichts als

Modellprojekt für ein Präventionsprojekt, über zwei Jahre mit

56.000 Euro gefördert. Auch die Stadt Singen und der Landkreis

Konstanz unterstützen das Projekt über die nächsten zwei Jahre

mit 30.000 und 20.000 Euro. Damit sieht sich der Verein gut

aufgestellt, präventiv zu Arbeiten und Kindern die von Armut

betroffen sind, perspektiven zu bieten.


Wolfgang Heintschel, Geschäftsführer der Caritas Singen und erster

Vorsitzender von Kinderchancen erklärt, dass man nur durch

»anpacken und helfen«, etwas bewirken kann. So unterstützt der

Verein bereits viele Einrichtungen die Kindern in Armut helfen sollen.

»Etwa 40 Kinder kommen jeden Tag ohne Frühstück in den

Herz-Jesu Kindergarten, in der Singener Innenstadt. Auch hier

möchten wir gezielt Hilfe leisten und den Kindern ein gesundes

Frühstück ermöglichen« so Heintschel. Vier Schulen in Singen

nutzen das Angebot des gesunden Frühstücks bisher.

Es sei sehr wichtig, erklärt Vorstandsmitglied Edelgard Anderson,

ein Netzwerk aufzubauen, dass den Kindern und Jugendlichen den

nahtlosen Übergang vom Kindergarten in die Schule und von der

Grundschule in die weiterführenden Schulen erleichtert und auch

den Hilfeanbietenden entgegenkommt. Oft rutschen die betroffenen

Kinder durchs Netz, bevor auffällt, dass sie soziale oder finanzielle

Probleme haben, solche Grauzonen sollen in Zukunft ausgemerzt

werden.

Auch bei jungen Jenischen Familien möchte man früh Bausteine

setzen, um den Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen und den

Eltern entlastend zur Seite zu stehen. Gisela Zöller vom Kinderbüro,

die unter anderem das Kinderhaus im Langenrain betreut, fühlt sich

durch die Freude der Kinder bestätigt. »Die Eltern teilen uns oft mit,

dass die Kinder sehr gerne zu uns kommen. Wir bieten beispielsweise

Gutscheine für das Weitwinkelkino in der Singener Gems an, aber

auch Angebote für Eltern. So können sie unter anderem Hilfestellung

für Anträge und Erziehung bei uns einholen. Auch hier ist die

Zusammenarbeit mit anderen Anlaufstellen sehr wichtig. Das

genannte Netzwerk und die Kommunikation zwischen den Anlauf-

stellen muss stimmen um den Kindern zu helfen«.

Man möchte nicht im Büro sitzen und auf die Hilfesuchenden warten,

bestätigten alle Anwesenden einstimmig. Viel mehr müsse man auf

die betroffenen zugehen und Hilfe anbieten, nur dann werden die

Angebote sinnvoll genutzt.

Abschließend betonte OB Häusler: »In Singen werden Probleme

nicht unter den Tisch gekehrt. Ja, es gibt hier Kinder in Armut, doch

nur durch das Ansprechen und Aufmerksam machen, kann man

helfen«.

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Singener Wochenblatt 28.03.2014

Kinderchancen erhält Preis

Kinderchancen Singen mit dem B. Braun Preis für

Soziale Innovationen ausgezeichnet

Udo Engelhardt (l.) und Wolfgang Heintschel (r.) vom ausgezeichneten Verein »Kinderchancen Singen«, mit Jurorin Dr. Helga Breuninger

 

Udo Engelhardt (l.) und

Wolfgang Heintschel (r.) vom

ausgezeichneten Verein

»Kinderchancen Singen«,

mit Jurorin Dr. Helga Breuninger

 

 

 

 

Singen (swb). Die Initiative »Kinderchancen Singen« ist mit dem

»B. Braun-Preis für Soziale Innovationen« ausgezeichnet worden.

In dem erstmals gemeinsam von der B. Braun-Sparte Aesculap in

Tuttlingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerichteten

Wettbewerb für Initiativen, die gesellschaftlichen Problemen auf eine

übergreifende und neue Weise wirksam begegnen, belegte »Kinder-

chancen Singen« den mit 7.500 Euro dotierten zweiten Platz. »Kinder-

chancen Singen überzeugte durch ein hohes Maß an Prozesskompetenz

und ein breites Portfolio an abgestimmten Aktivitäten zur Bekämpfung

von Kinderarmut. Da diese Lebensphase so entscheidend für die weitere

Entwicklung von Kindern ist und diese eigentlich staatliche Aufgabe nicht

mit der notwendigen Intensität wahrgenommen wird, muss dieses

Engagement in besonderem Maße gewürdigt werden«, heißt es in der

Begründung der Jury zur Auszeichnung.

Im Verein Kinderchancen Singen e.V. haben sich soziale Initiativen und

Verbände, Vertreter von Schulen und Kindertagesstätten, die Stadt

Singen sowie Unternehmer und leitende Angestellte aus Singen

zusammengeschlossen, die sich das Ziel gesetzt haben, die Lebens-

situation von Kindern in Singen dauerhaft zu verbessern. An erster

Stelle stehen hier Kinder, die unter schwierigen sozialen Bedingungen

aufwachsen. Die Initiative will die bestehenden Hilfen für Kinder aus

armen Familien weiter ausbauen und vernetzen, die Entwicklungs-

chancen der Kinder für ein eigenverantwortliches Leben erhöhen und

eine Lobby für arme Kinder in der Stadt Singen sein.

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Singener Wochenblatt 30.01.2014   (Auszug)

56.000 Euro für Kinderchancen

Land fördert Netzwerk gegen Kinderarmut

Singen/Stuttgart (swb). Sozialministerin Katrin Altpeter stellt 56.000

Euro Landesmittel für das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in

Singen zur Verfügung. Mit dem Geld wird eine neue Geschäftsstelle für

das Netzwerk eingerichtet, zudem wird die Arbeit des Netzwerks

wissenschaftlich begleitet und evaluiert. „Das Präventionsnetzwerk in

Singen erfüllt in Baden-Württemberg eine Vorreiterfunktion. Der Zusam-

menschluss so vieler Institutionen vor Ort, die auf vielfältige Weise

gemeinsam daran arbeiten, Kinderarmut vorzubeugen, ist vorbildlich“,

sagte die Ministerin am Donnerstag in Stuttgart. Altpeter zufolge soll

die Landesförderung dazu beitragen, den weiteren organisatorischen

und konzeptionellen Ausbau des Netzwerks voranzutreiben.

Nachdem der Kreistag bereits Anfang der Woche die Zuschüsse für den

Träger, den Verein Kinderchancen Singen e.V. bewilligt hat, ist der

Weg für die weitere praktische Arbeit frei.

Mit der Förderung von Land, Stadt und Landkreis hat der Verein Kinder-

chancen in Singen nun sehr gute Arbeitsbedingungen. 

Je nach Anlass hat das Netzwerk verschiedene Beteiligungsmöglich-

keiten geschaffen, so etwa einen Runden Tisch mit verschiedenen

Arbeitsgruppen, Ad-hoc Arbeitstreffen sowie Klausurtagungen, auf

denen die Gesamtstrategie weiterentwickelt wird. Dieser Ansatz

ermöglicht, dass sich alle verantwortlichen und beteiligten Akteure

in der Stadt ortwährend über die konkrete Situation der Kinder und

die angestrebten Ziele austauschen und notwendig erscheinende und

nach Altersgruppen differenzierte Maßnahmen beschließen und

umsetzen können. Dabei richten die beteiligten Initiativen Ministerin

Altpeter zufolge besonderes Augenmerk darauf, dass sich auch

Betroffene, also Menschen mit geringem Einkommen, aktiv einbringen

und mitarbeiten können. „Gerade weil Baden-Württemberg ein so

reiches Land ist, trifft Armut Betroffene bei uns besonders hart. Um

erfolgreiche Maßnahmen gegen Armut auf den Weg zu bringen, ist

es wichtig, dass die Betroffenen ihre konkrete Situation selbst

darstellen und Forderungen und Wünsche formulieren können“,

sagte Altpeter.

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Südkurier Singen 30.11.2013

Erfolgreich gegen Kinderarmut

Verein Kinderchancen in Singen aktiv. 

Viele Projekte in diesem Jahr angestoßen. 

Aber Aktion bleibt auf Spender angewiesen.

Auf vielfältiges Engagement im letzten Jahr konnte die Mitglieder-

versammlung des Singener Vereins Kinderchancen zurückblicken:

Wolfgang Heintschel und Udo Engelhardt, die beiden Vorsitzenden

des Vereins, berichteten von vielen Initiativen, um die negativen

Auswirkungen von Armut auf Kinder in der Stadt Singen zu vermeiden.

So unterstützt Kinderchancen mittlerweile das Schulfrühstück an

drei Singener Schulen, beteiligt sich an einem Projekt zum Aufbau

eines Schulorchesters an der Waldeckschule sowie an einer Theater-

gruppe an der Hebelschule und gibt Gutscheine für ausgewählte Kino-

und Theaterbesuche für Kinder von benachteiligten Familien aus.

„Die Vernetzung der bestehenden Hilfsangebote mit einem Runden

Tisch gegen Kinderarmut und die Lobbyarbeit für arme Kinder in

Singen sind die Schwerpunkte der Arbeit des Vereins“, erklärt

Engelhardt in einer Pressemitteilung zur Jahreshauptversammlung

des engagierten Vereins.

Der Blick des Vereinsvorstandes ging in diesem Jahr besonders auf

die prekäre Wohnsituation von vielen Familien in Singen. Um Kinder-

armut nachhaltig zu bekämpfen, hat der Verein deshalb im Juni zu

einer Klausurtagung eingeladen: „Gemeinsam mit der Stadt Singen,

dem Landkreis Konstanz und dem Jobcenter sowie vielen Organisa-

tionen wurden erste Maßnahmen für eine Präventionskette gegen

Kinderarmut in Singen entwickelt“, berichten Engelhardt und

Heintschel. Auf diese Initiative sei inzwischen auch das Sozialminis-

terium des Landes Baden-Württemberg aufmerksam geworden. Ein

namhafter Zuschuss für Kinderchancen wurde von Stuttgart bereits

in Aussicht gestellt. „Zur Zeit läuft hierzu auch ein Antrag auf eine

komplementäre Förderung beim Landkreises Konstanz.“


Aufgaben fürs neue Jahr:

Weitere Spenden und Zuschüsse seien jedoch dringend erforderlich.

Anita Stadelhofer, Schatzmeisterin des Vereins, informierte die Mit-

gliederversammlung zwar von einem erfolgreichen Jahr 2012.Über

15 000 Euro Spenden und Zuwendungen hat der Verein für seine

Aufgaben erhalten. Allein die Bürgerstiftung der Stadt Singen

unterstützte den Aufbau des Schulfrühstücks mit einem Betrag von

5000 Euro.Für die Zukunft stehen aber bereits weitere Herausfor-

derungen an. So berichtete Udo Engelhardt von Anfragen auf eine

Unterstützung der Lernförderung im Kinderhaus Langenrain und den

Aufbau von Frühstücksangeboten in Kindertageseinrichtungen.Das

Thema „Kinderarmut“ – dies wurde bei der Mitgliederversammlung

betont – sei nicht zuletzt durch die Initiativen des Vereins Kinder-

chancen in das Bewusstsein der Bürger in Singen gelangt. An vielen

Stellen habe sich eine positive Dynamik entwickelt, damit Kinder

unabhängig vom Geldbeutel der Eltern Entwicklungschancen haben

und am gesellschaftlichen Leben in der Stadt teilhaben können.

 

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Südkurier Radolfzell 19.10.2013

Wohlfahrtsverbände weisen bei Aktionswoche

auf Rechte von Armen hin

Wohlfahrtsverbände weisen auf Rechte von Armen hin. 

Viele finden einfach keine bezahlbare Wohnung.

Mit Stellungnahmen macht die Liga der freien Wohlfahrtspflege im

Landkreis Konstanz anlässlich der landesweiten Aktion „Auch Arme

haben Rechte“ auf die Situation von benachteiligten Menschen

aufmerksam. Bei einer Veranstaltung stellten die Wohlfahrtsverbände

mit einer Gruppe von Wohnungslosen mithilfe eines Sketches und

Statements das Thema Armut in den Fokus. Dabei geht es um die

angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt, um Kinder, die

von Armut betroffen sind und um Arbeitsmöglichkeiten auf dem

zweiten Arbeitsmarkt, für die in jüngster Zeit Fördergelder eingespart

worden sind.
Bezüglich der Wohnungsnot hat die Liga Forderungen aufgestellt.

Unter anderem, dass alle Bürger ein Recht auf eine menschenwürdige,

bedarfsgerechte und bezahlbare Wohnung haben müssen. Zudem

fordert sie ein Konzept zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit.

Einkommensschwache Haushalte hätten extreme Schwierigkeiten,

Wohnraum zu finden, wie es dazu in einem Papier der Liga heißt.

Dies hat Folgen: Zunehmend müssten Menschen in prekären Unter-

künften bleiben oder verlören ihre Wohnung. Derzeit sind 196 Personen

bei der AGJ Wohnungslosenhilfe im Landkreis gemeldet, die keine

Wohnung haben und in einer Einrichtung der AGJ leben. Der Frauen-

anteil betrage 25 Prozent, der Anteil der unter 25-Jährigen elf Prozent.

Der Obdachlose Uli Werner verlas ein Statement, das eine menschen-

würdige Existenzsicherung fordert. „Das Leben auf Grundsicherungs-

niveau bedeutet oft ein dauerhaftes Leben in Armut.“, heißt es darin.

„Die Hürden, um zeitnah Hilfe von Behörden zu bekommen, werden

immer höher“, ergänzt Susanne Graf, Leiterin des Jakobushofs in

Radolfzell, einer der Hilfseinrichtungen für Obdachlose im Landkreis.

Udo Engelhardt, Fachbereichsleiter bei der Arbeiterwohlfahrt für

„Hilfe zur Arbeit, Armut“, machte auf die Finanzierung der öffentlich

geförderten Arbeit aufmerksam. Die Förderung des zweiten Arbeits-

markts sei in Baden-Württemberg um 46 Prozent zurückgegangen.

Personen, die wegen Krankheit oder ihrer Vorgeschichte schlechte

Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt haben, konnten bisher in

Einrichtungen wie den Tafelläden zum Beispiel als 1,50-Euro-Jobber

beschäftigt werden. Seit die Förderung gekürzt wurde, haben die

Wohlfahrtsverbände ein massives Problem: Immer häufiger müssen

sie arbeitswillige Menschen abweisen. Zeitweise konnten Arbeitslose

auf andere Finanzierungsvarianten ausweichen. So hat Bettina Moser

zwei Mal ein halbes Jahr als 1,50- Euro-Jobberin im Tafelladen in Singen

gearbeitet und wurde dann über einen Bundesfreiwilligendienst finanziert.

Aktuell arbeitet sie ehrenamtlich dort. Die Arbeit im Tafelladen hat ihr

geholfen: „Ich habe dadurch mehr Selbstbewusstsein bekommen.“

Susanne Graf kennt das Problem. In einem Arbeitsprojekt der AGJ am

Jakobushof Radolfzell, bei dem ein Secondhand-Kaufhaus betrieben wird,

sind derzeit 35 Personen tätig – auch dies ehrenamtlich. Dennoch tue

den Betroffenen die Arbeit gut.

Claudia Zwiebel vom Frauenhaus in Singen erinnerte daran, dass Kinder

von der Armut ihrer Eltern mitbetroffen seien. Die Situation verschärfe

sich dadurch, dass für Alleinerziehende die Steuerberechnung seit Jahren

nicht angepasst wurde. Die Wohlfahrtsverbände versuchten, die Situation

für Kinder durch Schulfrühstück oder Förderung in der Schule zu

erleichtern, die Strukturen aber zementierten die Armut.


Sechs Verbände dabei

Zur Liga der freien Wohlfahrtspflege gehören die Arbeiterwohlfahrt (AWO),

Caritas, der paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK),

das Diakonische Werk und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Die Einrichtungen für Wohnungslose im Kreis Konstanz werden von der AGJ,

einem Tochterverband der Caritas, betrieben. Sie befinden sich in Konstanz,

Radolfzell-Böhringen und Singen. Derzeit findet eine landesweite Aktionswoche

der Liga statt, die in diesem Jahr unter dem Motto „Auch Arme haben Rechte“

steht. (cla)

 

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Südkurier Konstanz 10.10.2013

von Fanz Domgörgen

Soziale Projekte in Gefahr

Das Jobcenter des Landkreises Konstanz hat immer weniger Geld für

berufliche Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung.

Darunter leidet das Angebot von Arbeitsmöglichkeiten für 1,50-Euro-

Jobber. Wohlfahrtsverbände beklagen die Situation und fordern mehr

Planungssicherheit.

Seit einigen Jahren fährt die Bundesregierung in Anbetracht der guten Arbeitsmarktlage

die Finanzmittel für die berufliche Wiedereingliederung von Landzeitarbeitslosen zurück.

Am westlichen Bodensee verspüren die Betroffenen selbst und auch die Wohlfahrtsve-

rbände, die Arbeitsgelegenheiten (AGH) für 1,50 Euro-Jobber schaffen, in diesem Jahr

schmerzlich die Folgen der Sparpolitik.

Um ein Haushaltsdefizit zu vermeiden, stoppte das Jobcenter im Sommer den

Geldfluss für AGH-Plätze und sogenannte Regiekosten. Die erhalten Caritas, AWO und

Co. bei ihren Projekten für Langzeitarbeitslose. Beobachter sprachen sogar davon, für

das Jobcenter bestehe eine Haushaltssperre. Tatsächlich sind die Haushaltsmittel des

Jobcenters 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 auf 11,9 Millionen Euro gekürzt worden.

Doch nur 4,7 Millionen Euro fließen in Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung

von Langzeitarbeitslosen. Die verbleibende Summe muss Betriebs- und Personalkosten

des Jobcenters decken.

Doch während das Jobcenter seine Etatprobleme wohl in den Griff bekommt, machen

zwei Wohlfahrtsverbände im Landkreis Konstanz nun eine Gegenrechnung auf. Demnach

hatte der im Juni öffentlich gewordene Zuschussstopp gravierende Folgen. Der Caritas-

verband hat für das laufende Jahr 131 Arbeitsgelegenheiten für 1,50-Jobber beantragt.

Bewilligt wurden aber aufgrund der Sparzwänge nur 87 Plätze, wie Gabriele Eckert

vorrechnet.

Die Caritas-Fachbereichsleiterin für Hilfen zur Arbeit schätzt, dass dem Maßnahmenträger

damit finanzielle Verluste von rund 75 000 Euro entstehen, weil Regiekosten für Projekte

nicht gezahlt werden. 1,50 Euro-Jobber arbeiten in den Caritas-Projekten von Fairkauf

(Singen und Konstanz), dem Stromspar-Check und der betreuten Garderobe an der Uni

Konstanz.

Dramatisch wirken sich die Sparzwänge auch bei der Arbeiterwohlfahrt aus. Der AWO-

Tafelgarten, ein Projekt für Langzeitarbeitslose in Singen, werde 2013 voraussichtlich

mit einem Verlust von 50 000 Euro abschließen, informierte AWO-Fachbereichsleiter

Udo Engelhardt. „Da die Mittel für die öffentlich geförderte Beschäftigung nochmals

reduziert werden sollen, ist der Bestand unseres Projekts massiv bedroht“, klagt

Engelhardt. Statt der geplanten 70 Teilnehmer könne die Arbeiterwohlfahrt in Singen

in diesem Jahr nur 43 langzeitarbeitslose Menschen jeweils sechs Monate beschäftigen.

Vertreter der Wohlfahrtsverbände und der politischen Fraktionen fordern von den

Zuschussgebern vor allem mehr Planungssicherheit.

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Südkurier Singen 04.07.2013

Beispiele des sozialen Abstiegs

Für Auflockerung der Veranstaltung zu den Themen Kinderarmut, Wohnungsnot

und Leben mit Hartz IV sorgten Kabarettistin Marianne Schätzle (links) und die

Dramazonen.  Bild: Rossner

Singen – Erst arbeitslos, dann Hartz IV und im schlimmsten Fall auch noch

der Verlust der Wohnung. Was diese Lebenssituation für Menschen und ihre

Familien bedeutet, machten Betroffene in der Veranstaltung „Gemeinsam –

nicht einsam“ der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und des DGB Region

Südbaden zu den Themen Leben mit Hartz IV, Kinderarmut und Wohnungsnot

deutlich.
Silke Stockenbrand wurde durch Krankheit arbeitslos und Hartz IV-Empfängerin.

Die 49-Jährige sprach über die Veränderungen im Freundes- und Bekanntenkreis.

Nach anfänglichen Ratschlägen sei ihr Engagement bei der Jobsuche bezweifelt

worden, die Kontakte brachen ab. Christel Durmatz stört sich an der neuen

Verpflichtung, sich eine „existenzsichernde“ Arbeit zu suchen. Zurzeit hat die 53-

Jährige einen Arbeitsvertrag über 14 Monate im Tafelgarten der AWO, mehr als

eine befristete Zeitarbeit habe sie bisher nicht finden können.

Ein 54-jähriger Grafik-Designer erhielt für seine Aussage: „Ich fühle mich aussortiert,

ich werde nicht mehr benötigt“, großen Zuspruch der rund 100 Gäste im Gemssaal.

Er verlor seine Stellung durch Schließung der Firma, nach erfolgloser Arbeitssuche

in seiner Branche arbeitete er als Hilfskraft und derzeit gegen Aufwandsentschädigung

über den Bundesfreiwilligendienst bei der Tafel.

Wie weit sich das Leben mit Hartz IV auf die Kinder auswirkt, schilderten die Schul-

leiterinnen Anja Schuler und Renate Weißhaar (Waldeck-Schule) sowie Ursula Garz

(Wessenbergschule). Ihre Beispiele aus dem Schulalltag zeichneten ein erschütterndes

Bild von Kindern und Jugendlichen, die mit Einschränkungen leben. Es fehle an Kleidung,

an Geld für kostenpflichtige Aktionen wie Schulausflüge, psychisch gestresst würden

sie sich selbst ausgrenzen. Ihr gemeinsames Fazit: Armut heißt auch arm sein an

Anregungen, sozialen Kontakten und Anerkennung. Fast auflockernd war der Beitrag

zum Thema Wohnungsnot, der im Zwiegespräch zwischen Vermietern und Bewerbern

humorvoll auf die Bühne gebracht wurde.

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Südkurier Singen   02.07.2013 Von Christel Rossner

Singener Wohnungsmarkt für Arme zu teuer

 

 

 

Wohlfahrtsverbände kritisieren

Unterbringung von Obdachlosen

durch die Stadt. Gebäude im

Moosgrund sei dringend

sanierungsbedürftig.

Seit neun Jahren wohnt Andrea Cartes als Mieterin in einer Wohnung

der GVV im Moosgrund 2 und sie spricht für alle Bewohner des Hauses:

„Es wird nichts mehr gemacht, alles geht kaputt.“ Die Zustände im

gesamten Gebäude seien eine Katastrophe. Die Wohnungen hätten

lange leer gestanden und dann seien die Obdachlosen eingewiesen worden.

Manfred Maier vom AGJ Wohnungslosenhilfe Caritas Fachverband erläutert

bei einer Begehung des Hauses gegenüber dem SÜDKURIER: „Nach Abriss

der Häuser in der Franz-Sigel-Straße werden Menschen, die von Obdach-

losigkeit bedroht sind, hier ordnungsrechtlich untergebracht.“ Von der Stadt

wird ihnen ein Zimmer zugewiesen, sie teilen in einer Wohngemeinschaft

Küche und Bad.

Laut Landesverordnung entspricht die Ausstattung der Wohnungen Im

Moosgrund 2 dem Mindestmaßstab, sagt Roland Grundler, Geschäfts-

führer der städtischen Wohnbaugesellschaft GVV. Die Stadt ist verpflichtet,

Obdachlose zu vermeiden und Wohnungssuchenden eine Zwischenunter-

bringung zur Verfügung zu stellen. Das Gebäude stehe auf dem Modernisie-

rungsplan, die GVV wolle dort günstigen Wohnraum schaffen, erklärt Grundler.

Die Kücheneinrichtung in der Wohnung, die Otto Brink mit Heinz Zielik

(Namen von der Redaktion geändert) bewohnt, hat er mitgebracht. Den

verdreckten Bodenbelag in Küche und Bad haben beide selbst entfernt. Es

fehlen Heizkörper, Fenster sind undicht, ein Bewohner spült sein Geschirr

in der Badewanne, da die Spüle in der Küche nicht funktioniert.

In dem zehn Quadratmeter großen Zimmer der Wohnung wurde ein junges

Pärchen untergebracht. Er wurde durch Schließung der Spinnerei Arlen

arbeitslos, sie verlor ihre Stelle durch Krankheit und lange Reha. Als Hartz

IV-Empfänger konnten sie ihre Wohnung nicht halten, eine neue zu finden

sei aussichtslos, bekräftigt auch Maier. Nicht nur die jetzige Adresse sei der

Grund: „Es gibt keinen bezahlbaren Wohnraum in Singen.“

Gottfried Christmann vom DGB Region Südwürttemberg sagt: „Es kann

ganz schnell gehen, von den Menschen, die 2012 arbeitslos wurden, sind

rund 21 Prozent sofort in Hartz IV abgerutscht.“ Mit der Grundmiete, die

das Jobcenter finanziert, bestehe für sie bei den hohen Mietpreisen keine

Chance, eine Wohnung zu bekommen.

Das werde in Zukunft immer mehr Menschen betreffen, sieht auch Klaus

Lauenroth vom AWO-Kreisverband voraus. Schon heute reiche für viele

der Nettoverdienst nicht aus, um Wohnung und Leben zu finanzieren.

„Dazu kommen immer mehr Rentenempfänger, gegenwärtig leben 13

Prozent in Altersarmut“, weiß Lauenroth. Zu ihnen zählt Otto Brink, er

bekommt 560 Euro Rente.

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Singener Wochenblatt 24.06.2013

Demo »Ich will arbeiten«

Tafelgarten, Fairkauf, »pvd« und Möbelhaus gefährdet

Angst um ihren »1-Euro-Job« demonstrieren Betroffene bei der Protestaktion - u.a. organisiert von Gabriele Eckert (2. v.l.) auf dem Heinrich-Weber-Platz gegen die Streichung finanzieller Mittel für Langzeitarbeitslose. swb-Bild: stm

 

 

Angst um ihren »1-Euro-Job«

demonstrieren Betroffene bei

der Protestaktion - u.a. organisiert

von Gabriele Eckert (2. v.l.)

auf dem Heinrich-Weber-Platz

gegen die Streichung finanzieller Mittel

für Langzeitarbeitslose.

swb-Bild: stm

Singen (stm). Nicht jeder, der arbeiten will, findet eine Arbeit, dabei seien

soziale Kontakte und ein sinnvoller Tagesablauf essentiell, erklärte ein 54-

jähriger Bundesfreiwilliger, der seit acht Jahren als sogenannter »1-Euro-

Jobber« für die Tafel Singen arbeitet. Aufgrund geplanter finanzieller Einschnitte

stehen viele dieser Stelle auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt vor dem

Aus. Denn wie die Fachbereichsleitung Hilfe zur Arbeit im Landkreis Konstanz,

Gabriele Eckert, bei einer Protestaktion am Freitag auf dem Heinrich-Weber-

Platz in Singen betonte, seien nach Kürzungen von einer halben Millionen Euro

im Landkreis mehrere Einrichtungen stark gefährdet: Der AWO-Tafelgarten,

die Fairkauf-Second-Hand-Kaufhäuser der Caritas, die »pvd« in Böhringen

und das Möbellager der Diakonie in Radolfzell stünden vor der Frage, wie es

weitergehen könne.

Unterstützung erfuhren die Betroffenen, von denen mehrere die Bedeutung

dieser Arbeitsstellen für ihre persönliche Existenz hervorhoben, bei der

kurzfristig angesetzten Demonstration aus der Politik. Singens Oberbürger-

meister Oliver Ehret und Bürgermeister Bernd Häusler versprachen ihre Unter-

stützung, der SPD-Bundestagskandidat Tobias Volz kritisierte scharf die Maß-

nahme der Bundesregierung, während die nicht anwesenden Abgeordneten

MdB Andreas Jung (CDU) und MdL Hans-Peter Storz sich solidarisch mit der

Resolution erklärten. Diese Resolution gegen die geplanten Kürzungen liegt

während der nächsten vier Wochen in den betroffenen Einrichtungen zur

Unterschrift aus. Mit hoffentlich möglichst vielen Unterstützerunterschriften

will Gabriele Eckert bei Kreis, Land und Bund für die Rücknahme der Einspar-

ungen kämpfen. Zudem erklärte sich die Liga der freien Wohlfahrtsträger im

Landkreis Konstanz mit den Mitarbeitern im Jobcenter des Landkreises

solidarisch. Wie Udo Engelhardt (AWO Kreisverband) erklärte seien diese nach

der de facto Haushaltssperre Verbündete, denn ohne genügend finanzielle

Mittel sei keine langfristige Integration in den Arbeitsmarkt möglich.

Die nächste Protestveranstaltung mit einem bunten Potpourri an Musik

und Kultur ist am Dienstag, 2. Juli, ab 19 Uhr in der »Gems« geplant. 

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Südkurier Singen 22.06.2013

Protest gegen Sparmaßnahmen

Langzeitarbeitslose kämpfen um ihre Jobs in den

Beschäftigungsprojekten der Wohlfahrtsverbände

Breite Solidarität des Publikums wurde Dutzenden Langzeitarbeitslosen am

Freitag auf dem Heinrich-Weber-Platz in Singen zuteil. Der Auftakt einer Reihe

von Protestaktionen sollte auf fehlende Haushaltsmittel für das Jobcenter

hinweisen. „Die schwierige Aufgabe lautet, möglichst gute Lösungen zur

Integration in den Arbeitsmarkt zu finden. Doch dazu gehört auch das passende

Werkzeug. Und gutes Werkzeug kostet Geld“, machte Udo Engelhardt vom

Arbeitslosenzentrum der AWO Singen deutlich.
Deshalb wählen die Betroffenen den öffentlichen Protest. In Singen startete

am Freitag die Unterschriftensammlung für die Resolution „Ich will arbeiten“,

mit dem die Bundesregierung aufgefordert werden soll, die Mittelkürzungen im

Bereich der beruflichen Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zurück zu nehmen.

„Mit 46 Jahren bin ich anscheinend zu alt für den Arbeitsmarkt“, sagte Beate

Widinger, die froh über ihre Beschäftigung im Tafelladen ist. Denn es sei ein

Irrglaube, wenn man annehme, dass jeder Arbeit finde, wenn er oder sie nur

wolle. „Was Menschen brauchen, ist eine echte Perspektive, statt chronischer

Projektitis“, forderte Gabi Eckert vom Fairkauf-Laden. „Keine Arbeit zu haben,

schadet dem Selbstgefühl“, stellte Mia Tesco fest, die seit zehn Jahren arbeitslos

ist.
Bei der Aktion in Singen forderten Kommunalpolitiker gemeinsam mit den

Betroffenen, die Sicherung der Beschäftigungsprojekte der Wohlfahrtsverbände.

„Sinnstiftende Beschäftigung beugt Isolation, Depression und Krankheit vor und

erhält die für den Arbeitsmarkt notwendigen Kompetenzen“, heißt es in der Reso-

lution. In der Region seien bewährte Projekte gefährdet, die für die soziale Infra-

struktur bedeutsam sind: Genannt werden AWO-Tafelgarten, die Fairkauf-Second-

Hand-Kaufhäuser der Caritas, das Möbellager der Diakonie in Radolfzell und die

„pvd“ in Böhringen.
Die nächste Aktion haben die Aktivisten bereits angekündigt. Am Dienstag, 2. Juli,

um 18.30 Uhr startet das Netzwerk eine Revue „Gemeinsam – nicht einsam“ in

der Singener Gems.

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Südkurier 20.06.2013

Von Franz Domgörgen Konstanz 

Im Jobcenter ist das Geld knapp

Fairkauf

Die Wohlfahrtsverbände im Landkreis Konstanz befürchten

Kürzungen bei sozialen Projekten und gehen deshalb auf die

Straße. In Singen findet am Freitag eine Protestveranstaltung

statt.

Das Jobcenter des Landkreises Konstanz ist wichtiger Finanzier für

eine ganze Reihe von Maßnahmen, die Langzeitarbeitslose fit machen

sollen für den Arbeitsmarkt. Die vom Kreis und der Agentur für Arbeit

getragene Einrichtung zahlt EDV-Kurse, unterstützt berufliche Wider-

eingliederungsmaßnahmen oder legt spezielle Programme für bestimmte

Altersgruppen auf.
11,9 Millionen Euro erhält das Jobcenter in diesem Jahr aus Bundesmitteln

für berufliche Eingliederung langzeitarbeitsloser Menschen. 4,7 Millionen

Euro fließen in konkrete Maßnahmen, der größere Teil wird für die Infra-

struktur des Jobcenters benötigt: Personalkosten, Technik und einiges

andere. In diesen Tagen nun ist der Geldfluss in die Arbeitsförderung ins

Stocken geraten.

„Die Kunst ist, die Mittel auszuschöpfen, ohne zu überziehen“, sagt Job-

center-Geschäftsführer Ignaz Wetzel. Von einer Haushaltssperre will er

nicht sprechen, auch wenn eine solche Wirkung erzielt wird. In einem

Vermerk, der vom Landkreis Konstanz bekannt gemacht wurde, stellt

Wetzel fest, es gebe keine Haushaltsprobleme. Aber: „Aktuell sind im

Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik keine zusätzlichen umfangreichen

Maßnahmen mehr möglich.“
Außerdem habe sich das Jobcenter im Personal- und Verwaltungsbereich

für den Rest des Jahres einen Sparkurs auferlegt, „um möglichst viele Mittel

für Eingliederungsleistungen zur Verfügung zu haben“. „Wenn eine Stelle

frei wird, wird sie erstmal nicht mehr besetzt“, sagte Wetzel im Gespräch

mit dieser Zeitung.

Doch auch beim Arbeitsmarktprogramm, insbesondere der Förderung von

Arbeitsgelegenheiten, könnte es Abstriche geben. Die Liga der freien

Wohlfahrtspflege befürchtet, dass die Sparbemühungen Projekte für

1,50 Euro-Jobber gefährden. Der Caritas-Verband zum Beispiel bietet

solche Beschäftigungen für Langzeitarbeitslose in seinen Fairkauf-Second-

Hand-Läden, die Singener Arbeiterwohlfahrt im Tafelgarten. Dort pflanzen

1,50-Euro-Jobber Gemüse und Salat, die dann in den Tafelläden der AWO

an Bedürftige verteilt werden.
Nach Schätzung von Matthias Ehret, Vorstand des Caritas-Verbands

Konstanz, bieten im Kreis allein Fairkauf und Tafelgarten rund 240 1,50

Euro-Beschäftigungen. „Es ist uns wichtig, dass die Leute nicht nur arbeiten.

Wir haben Sozialarbeiter zur pädagogischen Betreuung angestellt“, sagt

Ehret. Das Jobcenter zahlt den Wohlfahrtsverbänden für ihre Projekte

sogenannte Regiekosten. Nicht auszuschließen, dass hier der Rotstift

angesetzt werden muss.

In der Liga der freien Wohlfahrtspflege sieht man die Verantwortung für den

Sparkurs nicht beim Konstanzer Jobcenter, sondern bei den Politikern in

Berlin. Seit 2010 habe die Bundesregierung die Mittel zur beruflichen Einglie-

derung von Langzeitarbeitslosen von 6,4 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden

Euro zurückgefahren. In diesen Zeitraum reduzierten sich die Zahlungen an

das Jobcenter Konstanz von 16,1 Millionen auf 11,9 Millionen Euro.
Die Liga, der im Kreis sechs Verbände angehören, informierte nun darüber,

dass das Jobcenter von der Bundesagentur für Arbeit aufgefordert sei, eine

halbe Million Euro aus dem laufenden Haushalt einzusparen. Am 13. Juni

habe das Jobcenter daraufhin den Wohlfahrtsverbänden mitgeteilt, dass

das Arbeitsmarktprogramm 2013 nicht wie geplant realisiert werden könne.

Udo Engelhardt, Leiter des Fachbereichs Hilfe zur Arbeit bei der Arbeiter-

wohlfahrt Singen, stellt fest: „Für mich ist das Geschehen die endgültige

Bankrotterklärung der Bundesregierung zur Förderung von Menschen, die

von Ausgrenzung bedroht und betroffen sind.“ In Berlin bestehe offenbar

kein Interesse an der Zielgruppe der langzeitarbeitslosen Menschen.

Engelhardt kündigt für den morgigen Freitag, 21. Juni, eine Protestaktion

in Singen an (siehe dazu: „Wohlfahrtsverbände sehen soziale Projekte in

Gefahr“).
Nach Aussagen von Caritas-Vorstand Ehret hat das Jobcenter zu Jahresbeginn

für den Bereich der 1,50 Euro-Beschäftigungen 770 000 Euro zugesichert.

Nun sei zu befürchten, dass von dieser „Minimalvariante“ noch ein Drittel

gekürzt werde. Ehret erläutert auch, warum diese Projekte am ehesten

auf Einsparungsmöglichkeiten abgeklopft werden. Bei einigen anderen Posten

bestünden für das Jobcenter vertragliche Bindungen, die nicht einfach aufge-

kündigt werden könnten.
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Singener Wochenblatt 16.04.2013

Singen: Armut kotzt an

Aktionstag Umfairteilen mit »Steueroase«

Im Rückwärtsgang zogen die Demonstranten am Samstag durch die Singener Fußgängerzone um damit auf Rückschritte im sozialen Miteinander aufmerksam zu machen. swb-Bild: of

 

 

 

Im Rückwärtsgang zogen die

Demonstranten am Samstag

durch die Singener Fußgänger-

zone um damit auf Rückschritte

im sozialen Miteinander aufmerk-

sam zu machen. swb-Bild: of

Singen (swb). Am Samstag zog gegen Mittag in der Singener Fußgängerzone

eine Demonstration, bei der die Teilnehmer rückwärts liefen, die Blicke auf sich.

AWO, Tafel Singen, Caritas Singen, der Hilfsverein für seelische Gesundheit, der

Jakobushof, Kinderchancen e.V. und Attac Singen, die sich zum lokalen Umfairteilen-

Bündnis zusammengeschlossen haben, hatten zu der Aktion aufgerufen. Das

Rückwärtslaufen symbolisierte dabei den sozialen Rückschritt in der Gesellschaft.
Hauptforderung, die viele Passanten neugierig werden ließ, war, Vermögende

wieder vermehrt an den Leistungen des Staates zu beteiligen und die Schere

zwischen Arm und Reich durch eine gerechtere Einkommens- und Vermögens-

verteilung zu schließen. Dazu sollen eine einmalige Vermögensabgabe und eine

dauerhafte Vermögenssteuer, die es in der Bundesrepublik übrigens bis 1996 gab,

eingeführt werden. Schließlich basiere der Reichtum Einzelner auf der Arbeit aller

Menschen.
Viel Anklang fand auch die Arme-Leute-Suppe, die die Tafel kostenlos abgab, um

darauf aufmerksam zu machen, dass es viele Menschen gibt, die sich nur mit

den billigsten Lebensmitteln versorgen können. An einem Stand gab es Infor-

mationsmaterial und eine Pappmaché-Torte, die zeigte, wer in Deutschland wie

viel vom »Vermögens-Kuchen« abbekommt.
Mehrere Redebeiträge während der Demonstration erklärten die Beweggründe

und Ziele des Bündnisses. Einige Reiche, die mit Schildern wie »Unfair teilen statt

Umfairteilen« provozierten, gehörten ebenso zum Programm wie ein Robin

Hood, der den Reichen die Münzen stahl und in Form von Schokotalern an die

Kinder verschenkte. Für gute Stimmung sorgte die Band »Jakobs Dröhnung«

mit ihren sozialkritischen Texten. Am Ende gab es noch eine kurze Einlage von

Martin Schley, einem Schauspieler und Kabarettisten aus Freiburg. Sogar eine

provozierende »Steueroase« war im Zug mit dabei.
Fast 100 Menschen schlossen sich der Demo an, viele Passanten hörten inte-

ressiert den Redebeiträgen zu. Die Veranstalter zeigten sich mit der Resonanz

zufrieden und wollen in diesem Wahljahr noch mit weiteren Veranstaltungen auf

die Problematik aufmerksam machen.

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Singener Wochenblatt 10. April 2013

Singen: Modellprojekt für Arbeitslose

AWO bietet Zentrum mit vielen Hilfestellungen

Die Mitarbeiter des neuen Arbeitslosenzentrums, das die AWO seit kurzen in Singen am Heinrich-Weber-Platz anbieten kann: Maria Denzel (Kinderbüro), Klaus Lauentroth (Rechtsfragen), Leiterin Gisela Zöller, Volker Pokorny (offener Treff), Reinhold Skodzek (EDV-Beratung), Stephan Irsigler (Antragsberatung), Udo Engelhardt (AWO Kreisverband) und Roland Lukiewski. Im Bild fehlt Bernd Preuss (Rechtsfragen). swb-Bild: of

Die Mitarbeiter des neuen Arbeitslosenzentrums,

das die AWO seit kurzen in Singen am Heinrich-

Weber-Platz anbieten kann: Maria Denzel (Kinderbüro),

Klaus Lauenroth (Rechtsfragen), Leiterin Gisela Zöller,

Volker Pokorny (offener Treff), Reinhold Skodzek

(EDV-Beratung), Stephan Irsigler (Antragsberatung),

Udo Engelhardt (AWO Kreisverband) und Roland

Lukiewski.

Im Bild fehlt Bernd Preuss (Rechtsfragen). swb-Bild: of

 

Singen (of). Seit einigen Wochen gibt es in Singen eine neue Anlaufstelle, an der

Arbeitslosen zur Rückkehr ins Berufsleben geholfen werden soll. Die AWO Singen ist

dabei Teilnehmer eines Modellprojekts des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung

im Land. „26 Einrichtungen hatten sich für das Modellprojekt beworben, 12 haben

den Zuschlag bekommen, darunter sind auch wir hier in Singen“, sagt Udo Engelhardt

vom AWO-Kreisverband, der für die Betreuung von Arbeitslosen zuständig ist.

Der Treff, der in der Kreisgeschäftsstelle in Singen am Heinrich-Weber-Platz eingerichtet

wurde, bietet die ganze Woche über viele Programmpunkte. Das Modellprojekt wird

zunächst für drei Jahre bezuschusst, um die nötigen Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.

„Hier können wir durch die schon vorhandene Vernetzung von Hilfsangeboten viele

Lösungen mit kurzen Wegen anbieten“, freut sich Udo Engelhardt. „Wichtig ist uns,

dass die Menschen, die von längerer Arbeitslosigkeit betroffen sind, hier auch wieder

den Weg zu anderen Menschen finden, mit denen sie sich austauschen können.“

Deshalb wird hier auch jeden Dienstag um 9 Uhr ein gemeinsames Frühstück angeboten,

bei dem man wieder unter Menschen kommt und andere ganz zwanglos kennen lernen

kann. Der Arbeitslosentreff hat von Montag bis Freitag jeweils von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Vier Mal in der Woche werden Bewerbungshilfen angeboten, täglich gibt es zudem zu

unterschiedlichen Zeiten Antragsberatung für die verschiedensten Lebenslagen, für

Wohngeld, Kindergeld, zu Steuern und Rechtsfragen. Auch Computerkurse werden in

dem Zentrum angeboten. „Arbeitslos ist nicht gleich hoffnungslos“, unterstreicht Udo

Engelhardt. Das Arbeitslosenzentrum dabei eine Menge Hilfestellungen geben, wie man

den Weg zurück in die Arbeit findet und freut sich über jeden Besucher, der diese Hilfe

in Anspruch nehmen will.

Von: Oliver Fiedler
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Singen: Bündnis »Umfairteilen« wurde gegründetDas Bündnis »umfairteilen« will schon in wenigen Wochen im Hegau in Aktion treten.

Singener Wochenblatt 08.03.2013  von Oliver Fiedler

Gegen die Kluft zwischen Arm und Reich soll vorgegangen

werden  / Aktionstag am 13. April

 

Singener Wochenblatt 10.04.2013

Singen: Reichtum verpflichtet

Aktion"Umfairteilen« am Samstag in der Innenstadt

Singen (kl). Kaum bezahlbare Wohnungen, marode Schulen, geschlossene Bibliotheken

und Hallenbäder: Angesichts klammer öffentlicher Kassen ruft das Aktionsbündnis

„Umfairteilen – Reichtum besteuern!“ zu einem Aktionstag auf.
Am 13. April werden Menschen aus 60 deutschen Städten auf die Straße gehen und

vor Kahlschlag-Kürzungen zu Lasten des Gemeinwesens warnen. Das Bündnis macht

sich für eine Wiedereinführung der Vermögensteuer stark und fordert eine einmalige 

Vermögensabgabe. Außerdem wollen die Aktivisten hohe Einkommen und große

Erbschaften stärker besteuert sehen.
In Singen haben sich zahlreiche soziale Einrichtungen zu dem regionalen Bündnis

»Umfairteilen« zusammengeschlossen: Darunter das globalisierungskritische Netzwerk

Attac, das Arbeitslosenzentrum der AWO, die Singener Tafel und Kinderchancen Singen

e.V. Am Samstag, 13. April, werden sie zwischen 11 und 13 Uhr für mehr soziale

Gerechtigkeit demonstrieren. Hierfür werden die Demonstranten »rückwärts« durch

die Innenstadt ziehen. So möchten sie auf den sozialen Rückschritt in unserer

Gesellschaft aufmerksam machen.
Die Demonstration beginnt am Info-Stand vor »Elise Buchegger Wäsche und

Strickmoden« in der August-Ruf-Straße und bewegt sich dann zum Hauserbrunnen.

Dort halten Vertreter von »Umfairteilen« eine Rede. Nach dieser ziehen die Demons-

tranten erst zum Bahnhof und dann wieder zurück zum Hauserbrunnen. Es folgt eine

zweite Rede, bevor die Demonstration am Info-Stand endet. Dort reicht die Tafel den

Mittag über eine kostenlose Arme-Leute-Suppe.
Außerdem gibt es eine Steueroase mit Goldtalerbad für sektschlürfende Reiche. Ein

Robin Hood wird die Goldtaler umverteilen und eine Erdbeer-Torte mit Mensch-ärgere-

Dich-nicht-Figuren die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland wiederspiegeln.

Dazu gibt es Reden und Musik. Prominent unterstützt wird »Umfairteilen« von Martin

Schley, Theaterpädagoge und Kabarettist aus Freiburg.

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SGB II-Quoten nach Gemeinden im Landkreis Konstanz

Diese Zahlen sprechen für sich "Singen entlastet den Landkreis".

Die sozialen Probleme der Kommunen im Landkreis werden zu großen

Teilen nach Singen exportiert.

Dafür gibt es viele Gründe. Dagegen muss gehandelt werden!

Stand Dezember 2011

Bevölkerung von 0 bis unter 65 Jahren

Leistungsberechtigte Personen

SGB II-Quote

Landkreis Konstanz

223.747

11.222

5,0

Aach

1.817

51

2,8

Allensbach

5.499

143

2,6

Büsingen

901

40

4,4

Bodman-Ludwigshafen

3.394

105

3,1

Eigeltingen

3.010

79

2,6

Engen

8.125

454

5,6

Gaienhofen

2.364

55

2,3

Gailingen

2.488

73

2,9

Gottmadingen

8.060

397

4,9

Hilzingen

6.685

171

2,6

Hohenfels

1.631

43

2,6

Konstanz

69.474

3.069

4,4

Moos

2.659

30

1,1

Mühlhausen-Ehingen

2.982

114

3,8

Mühlingen

1.935

90

4,7

Öhningen

2.699

73

2,7

Orsingen-Nenzingen

2.698

56

2,1

Radolfzell

24.498

1.181

4,8

Reichenau

4.306

81

1,9

Rielasingen-Worblingen

9.379

313

3,3

Singen

36.014

3.627

10,1

Steißlingen

3.672

54

1,5

Stockach

13.352

751

5,6

Tengen

3.620

107

3,0

Info: Die SGB II-Quote geht von einer globalen Betrachtungsweise aus, bei der alle hilfebedürftigen

Personen nach dem SGB II – die Summe von er-werbsfähigen und nicht erwerbsfähigen Hilfebe-

dürftigen – ins Verhältnis zur Bevölkerung unter 65 Jahren gesetzt werden. Die Anzahl hilfebedürftiger

Personen nach dem SGB II stammt aus der grundsicherungsstatistik für Arbeitsuchende der Bundes-

agentur für Arbeit, die Bevölkerungszahlen vom Statistischen Bundesamt.

Diese Zahlen erklären auch die Unterschiede der Kundenzahlen in unseren

Tafelläden. Wir richten unsere Angebote auf diese Situation aus, wollen uns

aber nicht damit zufrieden geben, dass sich die soziale Situation in Singen

immer stärker zuspitzt.

Der Landkreis, die Kommunen im Landkreis dürfen nicht tatenlos zusehen,

das Singen immer stärker belastet wird.

Die höchste SGBII-Quote im Landkreis Konstanz weist Singen mit

12,3 Prozent auf, die geringste Moos mit 1,3 Prozent

_______________________________________________

Kundenkarten (Haushalte) der Singener Tafel,

vergeben nach Sozialleistungen/Einkommen


SGB II - für Arbeitssuchende                          58%          655                   

geringes Einkommen                                       5%            53
SGB XII - Grundsicherung im Alter               6,80%            77                   

ALG I                                                         2,20%            21
SGB XII –GSI weg. Erwerbsminderung        7,20%            82                    Wohngeld                                                  1,20%            14
Altersrente                                             20,10%           228 

Gesamt                                                                      1138

Mehr als ein Drittel unserer Kunden hat sehr wenig Geld und kann das nicht durch

die Aufnahme einer Arbeit ändern.

Diese Menschen sind älter als 65 Jahre oder so stark gesundheitlich belastet,

dass sie nicht mehr (regulär) arbeiten dürfen. Die Zahl dieser Kunden wächst

langsam aber stetig. Das ist eine Entwicklung die uns nicht in Ruhe lässt. Da

muss etwas geschehen!  Altersarmut ist ein Problem, dass wir alle zu

verantworten haben und das uns alle angeht. Es kann nicht sein, dass der

Reichtum in Deutschland immer weitere Rekorde bricht und gleichzeitig mehr

und mehr alte Menschen in ihr Leben Armut abschließen müssen.

_______________________________________________

Die Ausweitung der Altersarmut zeigt sich auch an der zunehmenden

Zahl von Rentnerhaushalten mit Bezug von Wohngeld in Deutschland

Da zwischen verfügbarem Einkommen und sozialer Position des Haushaltes eine enge Verbindung besteht, kommt es dazu, dass vor allem Haushalte von Nicht-Mehr-Erwerbstätigen und von Arbeitslosen Wohngeld beziehen. So zählen knapp die Hälfte aller Empfängerhaushalte (45,3 %) zu der Gruppe der Rentner und 9,7 % sind arbeitslos.

_______________________________________________

Kinder (und ihre Eltern) leben die Armut,

an jedem Tag 24 Stunden lang

Es ist nicht überdramatisiert, wenn wir sagen: Hartz IV zerstört Kindheit. Kinder wollen nichts sehnlicher als  dazuzugehören, denn sie sind durch und durch gemeinschaftsbezogen. Hartz IV bedeutet bitteren Mangel und Ausgrenzung, und dies nicht nur für kurze Zeit.

 

Wir informieren über die monatlichen Regelbedarfe nach Hartz IV, ab dem 1. Januar 2013

 

EVS - Abteilungen und Beispiele für Einzelpositionen

Allein-stehend

Partner jeweils

Kind 14 - 17 J.

Kind 6 - 13 J.

Kind bis unter 6 J.

Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke

135,63 Tag: 4,46

122,49 Tag: 4,03

130,99 Tag: 4,31

102,45 Tag: 3,37

83,25 Tag: 2,74

Bekleidung und Schuhe, darunter u.a.

32,10

28,99

39,30

35,36

32,99

               Bekleidung

20,30

18,34

27,50

23,21

23,44

               Schuhe

7,32

6,61

6,06

10,19

7,43

Wohnen, Energie und Instandhaltung  u. a.

31,93

28,84

16,20

11,75

7,45

               Strom

29,69

26,81

13,96

10,79

5,63

Haushaltsgeräte, Möbel, Töpfe etc.

28,94

26,14

15,55

12,49

14,43

Gesundheitspflege (Rezeptgebühr, etc.)

16,42

14,83

6,93

5,25

6,44

Verkehr (Fahrrad, Bahn- und Bustickets etc.)

24,05

21,72

13,33

14,86

12,48

Nachrichtenübermittlung, darunter u.a.

33,74

30,48

16,68

16,29

16,67

               Internet

2,41

2,17

3,82

3,84

3,83

               Telefon

26,45

23,89

11,94

11,99

11,96

Freizeit, Unterhaltung, Kultur, darunter u.a.

42,19

38,10

33,18

43,85

38,02

               Bücher

5,43

4,90

2,98

2,51

2,29

               Spielwaren, Hobbys

1,28

1,15

6,90

18,01

17,51

               Besuch von Sport- u. Kulturveranstalt.

8,11

7,32

3,61

5,18

3,76

Bildung     (+ Bildungspaket für Ki. 6 bis 17 J.)

1,47

1,33

 0,31  

1,23

1,04

Beherbergungs- u. Gaststättendienstleitungen

7,56

6,83

5,05

3,72

1,52

Waren und Dienstleistungen, darunter u.a.

27,98

25,27

11,49

7,76

9,71

                Haarpflege, Rasieren, Klopapier u.Ä.

6,24

5,64

3,67

2,27

3,82

Summe

382,00

345,00

289,00

255,00

224,00

EVS = Einkommens- Verbraucherstichprobe,    Quellen: Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG, Drs. 17/34 04, S. 53 ff)

Auch nachdem das Bundesverfassungsgericht die Berechnung der Regelsätze für Kinder

mit Verweis auf das Gebot der Menschenwürde beanstandet hat, wurden die Leistungen

noch immer nicht bedarfsgerecht angepasst. Daran ändert auch das sogenannte Bildungs-

und Teilhabepaket der Bundesregierung nichts.

Es ist gefloppt und hilft den Kindern nicht wirklich.

Was wir brauchen eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze für Kinder,

wir brauchen eine echte Bildungsoffensive für die Kinder (und ihre Eltern).

Auch die Kinder aus Familien mit wenig Geld brauchen (Bildungs-) Chancen und

unsere Unterstützung.

 

Wir arbeiten für ein lokales Netzwerk gegen

die Folgen von Kinderarmut.

 

Die  Singener Tafel unterstützt die Arbeit von „Kinderchancen Singen e.V.“

zum Aufbau eines Präventionsnetzwerks gegen Kinderarmut in Singen.

          

 

Internetversion

"Handbuch für den schmalen Geldbeutel"

Unser Gemeinschaftsprojekt mit der AWO

 

 

Unser Gemeinschaftsprojekt mit

Kinderchancen Singen e.V.

 

Sie lenken die Aktivitäten des Vereins Kinderchancen

in Singen: Edeltraud Anderson, Bernd Häusler,

Udo Engelhardt, Britta Haupka, Wolfgang

Heintschel und Anita Stadelhofer (von links).

Singener Netzwerk für Kinder

So geht es im Netzwerk zu

  • im Kindergarten Herz Jesu fehlt das Angebot zum gesunden  Frühstück. Es gibt keine geignete Küche, in der Kita gehts eng zu.
  • Jetzt wird an zwei Tagen in der Woche ein Frühstück für 60 Kinder   im Tafelrestaurant der Singener Tafel zubereitet.
  • Mitarbeiter der Caritas bringen das Frühstück mit einem Handwagen  in die Kita (ca. 800m).
  • Dort wird es von den Eltern angerichtet und ausgegeben.
  • Der Verein Kinderchancen Singen e.V. übernimmt die Kosten für die erforderlichen Lebensmittel.

Spendenkonto Kinderchancen Singen e.V.

Volksbank Schwarzwald Baar Hegau

IBAN: DE11 6949 0000 0038 0038 01

BIC:GENODE61VS1

 

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pdf-Dateien zur Situation von

Menschen mit wenig Geld

im Landkreis Konstanz

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Warenkorb, die Regelbedarfe nach

Hartz IV ab dem 01.01.2016

Regelsatz Hartz IV 2016

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"Singen entlastet den Landkreis"

Hier finden Sie Argumente und Informationen zur

Konzentration von Menschen in sozial prekären

Lebenslagen in der Stadt Singen.

pdf Singen entlastet den Landkreis

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Kosten der Unterkunft nach Hartz IV

Hier finden Sie die aktuell (2015) geltenden Obergrenzen zu

Mietkosten. Wer Wohnraum anmietet der mehr kostet

bekommt die darüber liegenden Kosten nicht erstattet.

 

Angemessene Mieten im Landkreis Konstanz

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Empfänger der Grundsicherung für

Arbeitssuchende seit 2005

Hier finden Sie die detailierten Zahlen zu den

Leistungsempfändegern nach dem SGB II im

Landkreis Konstanz, auch die Zeitreihe

der Jahre 2005 bis 2012

 

Zahlen Landkreis Konstanz-xls

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In welcher Lebenssituation leben

die Kunden der Singener Tafel

Zahlen zur Zusammensetzung über die

Auswertung der Kundenkarten

 

Kundenkarten Singener Tafel

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  Links !!!

"Handbuch für den schmalen Geldbeutel"

Unser Gemeinschaftsprojekt mit der AWO

Arbeiterwohlfahrt KV Konstanz e.V.

Bundesverband Deutsche Tafel e.V.

Landesverband Baden-Württemberg

                       

Engener Tafelladen

www.arm-sind-die-anderen

Widmann hilft Kindern in der Region

www.kinderchancen-singen

 

 

_______________________________________

 

 
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